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Nuthetal Rekordniederschlag in Langerwisch
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Rekordniederschlag in Langerwisch
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17:53 12.06.2019
Eine große Gewitterzelle zog in der Nacht zu Mittwoch über die Region – hier zücken Blitze am Himmel über Michendorf. Quelle: Foto: dpa-Zentralbild
Potsdam-Land

„Auf einen Schlag so viel Regen – das hatten wir hier noch nie.“ Regina Anhoff misst seit fast 25 Jahren im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die täglichen Niederschlagsmengen in Langerwisch. Als sie am Mittwoch wie jeden Tag um 7.50 Uhr zur Messstation läuft, schätzt sie die 24-Stunden-Regenmenge auf etwa 40 Liter pro Quadratmeter, was auch schon viel wäre.

Doch an diesem Morgen nach der ungewöhnlichen Gewitternacht ist es mehr als doppelt so viel. 91,3 Liter pro Quadratmeter Regen sind in Langerwisch gefallen – das ist für Regina Anhoff, die für den Wetterdienst immer die Regenmenge der vergangenen 24 Stunden registriert, ein neuer Rekord. Dabei fiel diese Regenmenge nicht in 24 Stunden, sondern zwischen 21.15 und zwei Uhr, als eine gewaltige Gewitterzelle von Süd nach Nord über die Region zog. Die bis dahin größte Regenmenge in 24 Stunden maß Langerwischs Wetterfrau mit 87,1 Liter je Quadratmeter an einem Auguststag 2002. Es war das Jahr, in dem über Orte vor allem an der Elbe eine Jahrhundertflut hereinbrach.

Gewitter und Regen hatten in der Nacht viele Feuerwehren in Atem gehalten, wobei es regional große Unterschiede gab. In Nuthetal mussten Feuerwehrleute zu 25 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. „Wir hatten zwei vollgelaufene Keller und vor allem in den ländlichen Ortsteilen sind Bäume umgestürzt oder es mussten Äste beseitigt werden“, sagte Nuthetals Gemeindewehrführer Mathias Heide. In Bergholz-Rehbrücke pumpte die Feuerwehr im Bereich der Kreuzung zwischen Verdistraße, Buchhorst und Arthur-Scheunert-Allee ein Regenwasser-Rückhaltebecken ab. „Das Becken drohte überzulaufen“, sagte Heide. Hinter dem Becken befindet sich ein Wohngrundstück, das geschützt wurde. Viel zu tun hatten ebenfalls die Feuerwehren in der Gemeinde Michendorf. Auch hier hatten Gewitterböen Bäume umgerissen und Äste heruntergerissen. „Die meisten Einsätze waren aber vollgelaufene Keller“, sagte Gemeindewehrführer Dirk Noack. In Fresdorf musste eine Tiefgarage ausgepumpt werden. Im Birkenweg in Wilhelmshorst stand das Wasser in einer Senke einen Dreiviertel-Meter hoch. Unter der Michendorfer Eisenbahnbrücke in der Potsdamer Straße, die früher oft überschwemmt war, stand das Wasser hingegen nur kurz. „Die neue Regenentwässerung funktioniert. Das Wasser ist zügig wieder abgelaufen“, so Noack. Die Entwässerung war mit dem Bau der Bahnbrücke erneuert worden. Laut Noack waren in der Gewitternacht alle Feuerwehren der Gemeinde bis etwa 2.30 Uhr im Einsatz. Sie rückten 14 mal aus.

Vom Unwetter verschont blieb die Gemeinde Schwielowsee. „Es gab keine Schäden und auch keine Feuerwehreinsätze“, hieß es in der Gemeindeverwaltung. „Wir haben jede Menge Regen abbekommen, wir hatten dieses Mal aber Glück.“, sagte Christian Kunert, Wehrführer in der Gemeinde Seddiner See. Die Feuerwehr wurde nicht gerufen. „Vielleicht hat sich ja bewährt, dass wir viel in die Regenentwässerung der Straßen investiert haben“, so Kunert. „Früher hatten wir in der Kunersdorfer Straße unterhalb der Bahnüberführung bei starkem Regen immer Probleme. Auch dort ist das Wasser gut abgelaufen.“ An der neuralgischen Stelle führt eine neue Entwässerung den Regen in ein 400 Meter entferntes Sickerbecken.

In Beelitz musste die Feuerwehr nur einmal ausrücken. 5.30 Uhr wurde sie gerufen, weil Äste die Ortsverbindung zwischen Zauchwitz und Rieben blockierten. „Wir waren auf das Unwetter vorbereitet, aber es ist bei uns glimpflich abgelaufen“, sagte Stadtbrandmeister Mathias Jahn. Ähnliches berichtete Ulrike Paniccia, Fachbereichsleiterin für Ordnung und Sicherheit, aus der Stadt Werder. „Es gab keine nennenswerten Schäden“, sagte sie. Die Feuerwehr rückte einmal aus: „Der Löschteich in Bliesendorf lief über und wurde vorsorglich abgepumpt.“

Von Jens Steglich

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