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Nuthetal Tanz-Demo auf der Freundschaftsinsel
Lokales Potsdam-Mittelmark Nuthetal Tanz-Demo auf der Freundschaftsinsel
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18:03 10.06.2019
Ein Teil der Tanztruppe war beim „Global Water Dances“ 2017 schon  dabei. Hier traten sie in Wannsee auf, danach in Saarmund an der Nuthe
Ein Teil der Tanztruppe war beim „Global Water Dances“ 2017 schon dabei. Hier traten sie in Wannsee auf, danach in Saarmund an der Nuthe Quelle: Foto: privat
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Saarmund

Es ist eine Tanzvorführung und eine Demonstration zugleich: Wenn am 16. Juni punkt 16 Uhr auf der Potsdamer Freundschaftsinsel Frauen und Männer plötzlich beginnen, sich rhythmisch zu bewegen, wird kein Wort fallen. Es werden auch keine Transparente hochgehalten. Und doch dürfte der spontane Zuschauer schnell ahnen, worum es bei diesem Tanz geht – ums Wasser und den Themen, die mit diesem lebensspendenden Element verbunden sind.

Die Akteure, die sich auf der Freundschaftinsel fürs Wasser in Szene setzen werden, gehören zu einer Tanztruppe aus Saarmund, die an dem Tag Teil einer weltweiten Bewegung ist. Mitte Juni werden Tänzerinnen und Tänzer an mehr als 120 Orten auf der ganzen Welt zu Ehren und zum Schutz des Wassers auftreten. „Global Water Dances“ heißt die Welttanzaktion, die alle zwei Jahre stattfindet. Der Tanz ist das Transportmittel für die Botschaft, sorgsam mit dem Wasser umzugehen. „Es gibt immer noch zu viele Menschen, die keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser haben. Die Meere vermüllen und die Fischbestände sind gefährdet“, sagt Michael Steppat und fügt hinzu: „Besonders gut gehen wir mit dieser Naturquelle nicht um.“

Der Saarmunder wird mit seinen Tanzkollegen bei den „Global Water Dances“ auf der Freundschaftsinsel unterhalb der Langen Brücke ein Stück zeigen, das das Thema Wasser aus der lokalen Perspektive beleuchtet. „Dargestellt wird der Kreislauf des Wassers und was passiert, wenn dieser Kreislauf ins Stocken gerät“, erzählt er. Einen zeitweise erlahmenden Wasserkreislauf kennt man hierzulande aus heißen, trockenen Sommern wie dem im vergangenen Jahr und auch 2019 scheint der Kreislauf in weiten Teilen Brandenburgs nicht rund zu laufen. „Das Ausbleiben von Regen führt zu Dürreperioden, die dann mit ungemein kräftigen Niederschlägen aufgelöst werden“, sagt Steppat. Bevor der Tanz fürs Wasser die Probleme thematisiert, wird das nasse Element in seiner Schönheit und Sinnlichkeit gewürdigt. „Wir werden zwei Gruppen bilden: Eine stellt das Wasser dar, die andere die Pflanzen“, so Steppat. Das Wasser, das in der Sonne verdunstet, Wolken bildet und als Regen wieder auf die Erde fällt, nennt er „eine Form der Zuwendung für Lebewesen, die ohne Wasser nicht leben können“.

Wie aber erzählt man Geschichten übers Wasser tanzend und ohne ein Wort zu verlieren? „Man kann Wasser so gut tänzerisch darstellen, das auch Kinder verstehen, das Wasser gemeint ist“, sagt Steppat. Er nennt als Beispiel die Schwimmbewegung oder aufgehaltene Hände, die anderen aufgehaltenen Händen Wasser übergeben.

Die von der Havel umgebene Freundschaftsinsel hat sich die Gruppe ausgesucht, „weil dort Publikum ist und eine Insel die passende Kulisse“. In der Tanztruppe sind mittlerweile neben den Saarmundern auch Potsdamer dabei. Im bürgerlichen Leben sind sie Wissenschaftler, Pädagogen, Pfarrer oder Grafikdesigner. Für Michael Steppat, Mitbegründer der Truppe, ist tanzen vor allem ein Mittel, „um Entspannung zu finden und Emotionen ihren Lauf zu lassen“. Ihren Ursprung hat die Saarmunder Tanzbewegung im Jahr 2016. Es war das Jahr, in dem Saarmund 800 Jahre alt wurde und die Rückkehr der Turmuhr feierte. Am 3. Juli 2016, als nach Jahrzehnten ohne Zeitmesser wieder eine Uhr am Kirchturm zu schlagen begann, tanzten sie das erste Mal vor großem Publikum – nach dem Pink-Floyd-Song „Time“.

www.globalwaterdances.de

Von Jens Steglich