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Potsdam-Mittelmark In vielen Schulen wird’s eng
Lokales Potsdam-Mittelmark In vielen Schulen wird’s eng
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16:10 19.12.2018
Gerade am Rande Berlins hat der Zuzug für steigende Schülerzahlen gesorgt – einen weiteren Höhepunkt soll es in vier bis fünf Jahren geben. Quelle: Archiv/Stadt Beelitz
Mittelmark

Die Zahl der Schüler im Landkreis Potsdam-Mittelmark wird in den nächsten fünf Jahren in vielen Städten und Orten weiter steigen, oder mindestens konstant bleiben. Das geht aus dem neuen Schulentwicklungsplan hervor, den der Kreistag kürzlich verabschiedet hat. Derzeit lernen 24.328 Schüler an den Einrichtungen zwischen Havelland und Fläming. Der Tiefpunkt aus den Jahren 2010/11 mit 22.122 Schülern ist damit auch für die nächsten Jahre überwunden. Schulen und Träger stellt dies teils vor große Herausforderungen. Anbauten oder Neubauten stehen vielerorts auf dem Plan.

Die neue Berechnung reicht bis zum Schuljahr 2023/24 und fußt auf den Einschüler-Zahlen, die die Einwohnermeldeämter liefern. Besonders gut mit Schulen ausgestattet ist die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf. Der Kreis erfasst sie als Planregion 1 und bezeichnet ihre Fülle an Schulen in freier Trägerschaft als einmalig. In Teltow gab es in diesem Jahr 1826 Grundschüler. 2019 sollen 221 Mädchen und Jungen eingeschult werden, im Jahr 2021 wird mit 252 ein Höhepunkt prognostiziert. Alle drei Grundschulen in Teltow stuft der Kreis als sichere Standorte ein, die Tendenz der Schülerzahl zeigt leicht nach oben. Weil die Räume in der Grundschule „Am Röthepfuhl“ zum Beispiel ab 2021/22 nicht mehr ausreichen, plant die Stadt eine neue mindestens zweizügige Grundschule. In Kleinmachnow sollen die Kapazitäten vorerst ausreichen. In Stahnsdorf wird es eng, denn dort sind sie laut Plan bereits vollständig ausgeschöpft. Der Schulträger sehe deshalb einen Neubau der Lindenhof-Grundschule vor, weil diese vierzügig wird. Zur Planregion 1 zählt zudem die Gemeinde Nuthetal. Die Grundschulen in Saarmund und Bergholz-Rehbrücke gelten als sicher und nehmen zum nächsten Schuljahr 34 beziehungsweise 66 Mädchen und Jungen auf.

Knapp 70 Prozent wollen aufs Gymnasium

Mit Blick auf die weiterführenden Schulen ergibt sich ein Defizit bei Gymnasien. In der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf gehen knapp 70 Prozent der Grundschüler zum Gymnasium über. Der Bedarf konnte bislang nur mithilfe des Evangelischen Gymnasiums der Hoffbauer-Stiftung und mehrfach genutzten Räumen in den Schulen abgedeckt werden. Eine Übernachfrage besteht auch an der Maxim-Gorki-Gesamtschule. Wie berichtet, wird die Mühlendorf-Oberschule in Teltow geschlossen. Ersatz bietet die Neue Gesamtschule, die in diesem Jahr an den Start ging und mit neuem Hauptgebäude bis 2022 fertiggestellt sein soll.

Zur Planregion 2 gehören Beelitz, Michendorf, Seddiner See, Werder (Havel) und Schwielowsee mit zehn Grund-, drei Oberschulen – davon zwei mit Primarstufe, drei Gymnasien und einer Förderschule. Hinzu kommen vier Einrichtungen in freier Trägerschaft. In Michendorf gelten die drei Grundschulen als sicher und gleichmäßig ausgelastet. Die Einrichtung am Meisenweg will die Gemeinde in den nächsten Jahren groß ausbauen und 7,7 Millionen darin investieren. Wie berichtet, plant der Kreis zudem die Erweiterung des Wolkenberg-Gymnasiums für vier Millionen Euro, um ab 2020/21 fünfzügig zu laufen.

Werder fordert Kreis auf, weitere Schule zu planen

Die Caputher Albert-Einstein-Grundschule wird in den nächsten fünf Jahren dreizügig bleiben und 2020/21 mit 69 Einschülern eine Hochphase erleben. Ähnlich ist es in der zweizügigen Meusebach-Grundschule Geltow, die zu diesem Schuljahr 55 Mädchen und Jungen aufnimmt. Am Geltower Schulhaus wird bereits angebaut, für den Standort in Caputh steht ein Um- oder Neubau zur Debatte. Durchgehend zweizügig läuft jetzt auch die GrundschuleFriedrich List“ in Neuseddin und bis zu vier Klassen je Jahrgangsstufe sind werden an der Diesterweg-Schule in Beelitz unterrichtet. Diese soll weiterhin durch den Fichtenwalder Standort entlastet werden. Die Grundschulen in Glindow und „Karl Hagemeister“ in Werder platzen aktuell aus allen Nähten. Abhilfe könnte der geplante Hoffbauer-Schulcampus bringen, für den die Bauarbeiten allerdings noch nicht begonnen haben.

Den anhaltenden Andrang am Ernst-Haeckel-Gymnasium will die Stadt Werder mit einem Ausbau abfangen. Das allein reicht Werders Beigeordnetem Christian Große (CDU) zufolge aber nicht aus. Er forderte den Kreis auf, mit der Planung einer weiteren Schule zu beginnen. „Wir haben die Firma Complan, die für uns die integrierte Kita- und Schulbedarfsplanung gemacht hat, gebeten, die Problematik zu verdeutlichen und mit Zahlen zu untermauern. Damit werden wir mit dem Landrat in die Diskussion gehen“, kündigte er an.

Laut Schulentwicklungsplan würden viele Kinder aus Werder, Michendorf und Schwielowsee weiterführende Schulen in Potsdam besuchen. 1116 Mittelmärker lernen etwa an Gymnasien in Potsdam, 1091 an Gesamtschulen und 1124 an Beruflichen Schulen.

73 Schulen im ganzen Landkreis

In Potsdam-Mittelmark gibt es derzeit 73 Schulen und Schulzentren. Darunter sind 36 Grundschulen in Trägerschaft der Städte, Gemeinden und Ämter. Es existieren acht Gymnasien.

Der Landkreisbetreibt selbst fünf Gymnasien, ferner drei Förderschulen und zwei Oberstufenzentren.

Grundschulen müssen mindestens einzügig mit 15 Kindern je Klasse sein. Kleinere Grundschulen können darunter liegen. Ober- und Gesamtschulen sowie Gymnasien sind mindestens zweizügig mit 20 Schülern je Klasse.

Von Luise Fröhlich

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