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Potsdam-Mittelmark Größtes Infrastrukturvorhaben: 50 Millionen Euro für schnelles Internet durch Glasfaserkabel in Potsdam-Mittelmark
Lokales Potsdam-Mittelmark Größtes Infrastrukturvorhaben: 50 Millionen Euro für schnelles Internet durch Glasfaserkabel in Potsdam-Mittelmark
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19:07 12.09.2019
Vize-Landrat Christian Stein (l.), Landrat Wolfgang Blasig und Alexander Vogler, Leiter Telekom Technik Ost, haben am Donnerstag in der Heimvolkshochschule am Seddiner See den Startschuss für den geförderten Breitbandausbau gegeben. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

Das Tor zur digitalen Welt ist nicht dicker als ein Haar. Rund 4000 Kilometer Glasfaserkabel will die Deutsche Telekom in den nächsten drei Jahren im Landkreis verlegen. Schwerpunkt des geförderten Netzausbaus sind insbesondere bislang unterversorgte Regionen ohne schnelles Internet.

Am Seddiner See unterzeichnet

Den Vertrag für das größte Infrastrukturvorhaben in Potsdam-Mittelmark haben am Donnerstag Landrat Wolfgang Blasig (SPD) und sein Stellvertreter Christian Stein (CDU) in der Heimvolkshochschule am Seddiner See unterzeichnet. Gastgeber Klaus Benthin, Leiter der Einrichtung, nannte in seiner Begrüßung das schnelle Internet ein „Politikum ersten Ranges“. Ohne digitale Infrastruktur fühlten sich die Menschen heute in der Tat abgehängt und vergessen, so Benthin.

Vorbereitungen laufen an

Damit die Telekom zügig ausbauen kann, benötigt das Unternehmen die Unterstützung der Immobilieneigentümer. Für den Anschluss an das schnelle Netz ist das schriftliche Einverständnis des Eigentümers erforderlich. Die Eigentümer werden angeschrieben.

Neben der Verlegung von 4000 Kilometer Glasfaserkabel müssen 500 neue Verteilerkästen aufgestellt werden. Sobald diese Arbeiten erledigt sind, erfolgt die Anbindung ans Netz der Telekom. Anschließend können die Kunden die neuen Anschlüsse buchen.

Die Anschlüsse bieten eine Geschwindigkeit von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde beim Herunterladen. Beim Heraufladen sind es bis zu 500 Megabit pro Sekunde. Damit sind auch Telemedizin und Smart Home möglich. Die Leitung geht direkt vom Verteilerkasten ins Haus.

Es muss kein böses Omen sein, dass in der Telekom-Delegation kein unterzeichnungsberechtigtes Mitglied vertreten war. Eine Panne bei der Deutschen Bahn ließ die pünktliche Anreise platzen. „Die Unterschrift wird nachgeholt. Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten“, sagte Landrat Blasig der MAZ. Davon geht auch Alexander Vogler, Leiter Telekom Technik Ost aus. Immerhin geht es um eine Investitionssumme von knapp 50 Millionen Euro. „Wir steigen jetzt in die Feinplanung für den Ausbau ein, wählen die Tiefbaufirmen aus, bestellen Material. Parallel dazu sind die Baugenehmigungen einzuholen“, erläuterte Vogler vor Bürgermeistern und Amtsdirektoren das weitere Vorgehen.

Für den Landkreis Potsdam-Mittelmark unterzeichnen Vize-Landrat Christian Stein (l.) und Landrat Wolfgang Blasig den Vertrag. Ein Unterzeichnungsberechtigter der Telekom fehlte wegen Probleme mit der Deutschen Bahn. Quelle: Frank Bürstenbinder

Start für den vom Bund mit rund 28 Millionen Euro geförderten Ausbau soll im Umfeld von Bad Belzig sein. Bürgermeister Roland Leisegang will vor allem die weißen Flecken, wie zum Beispiel Verlorenwasser und Werbig versorgt wissen. Dagegen steht im östlichen Teil von Potsdam-Mittelmark die Gemeinde Michendorf ganz oben auf der Ausbauliste. Im Zuge eines Markterkundungsverfahrens haben die mittelmärkischen Kommunen Zuarbeiten geleistet, wo sie Nachholebedarf beim schnellen Internet sehen.

Nur Glasfaser wird verlegt

Nach Auskunft von Landrat Blasig soll es nach dem Breitbandausbau keinen Siedlungsbereich mehr zwischen Pritzerbe und Treuenbrietzen, Wusterwitz und Kleinmachnow geben, der nicht über eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur verfügt. Dafür sollen ausschließlich Glasfaserkabel sorgen, mit denen die angeschlossenen Haushalte und Firmen mit Geschwindigkeiten von 1 Gigabit ins Internet gehen können. „Für das letzte Forsthaus im Wald möchte ich an dieser Stelle jedoch keine Garantie abgeben“, räumte der Landrat ein.

Alle Schulen sind dabei

An dem 50-Millionen-Vertrag beteiligt sich auch das Land Brandenburg mit 16,7 Millionen Euro. Potsdam-Mittelmark gibt fünf Millionen Euro dazu. Die Kommunen brauchen nichts bezahlen, weil sie diese Aufgabe der Daseinsvorsorge geschlossen an den Kreis übergeben haben. Bestandteil des Vertrages ist zwingend die Anbindung sämtlicher Schulen und Bildungsstandorte an das schnelle Internet. Außerdem sollen alle Gewerbegebiete in den Breitbandausbau einbezogen werden.

Landrat Wolfgang Blasig mit Vertretern der Telekom und von Kommunen und Ämtern nach der Vertragsunterzeichnung in der Heimvolkshochschule am Seddiner See. Quelle: Frank Bürstenbinder

Zu den Gewinnern des Förderprogramms zählen Mittelmärker, die bislang mit einer Downloadgeschwindigkeit von weniger als 30 Megabit ausgestattet sind. Hinter diesen sogenannten weißen Flecken stehen rund 7200 Haushalte in den einwohnerstarken Gemeinden mit Nähe zu Potsdam und Berlin. Dazu kommen 4300 Haushalte im ländlich geprägten Bereich.

Noch viele weiße Flecken

Die Bürgermeisterin von Nuthetal, Ute Hustig, sieht zum Beispiel für die Ortslage von Saarmund dringenden Handlungsbedarf. Beetzsee-Amtsdirektor Guido Müller beklagt unter anderem langsame Verbindungen in Riewend und Bollmannsruh. Die Wusterwitzer Amtsdirektorin Ramona Mayer hält den Anschluss der Grundschule für besonders wichtig, um den Standort zukunftsfähig zu machen. Dringend auf schnelles Internet in unterversorgten Regionen warten auch die Reha-Klinik in Bad Belzig, das ASB-Pflegezentrum in Dahlen sowie die Gewerbegebiete Rietzer Berg, Ferch und Linthe.

Von Frank Bürstenbinder

Jetzt geht es endlich den weißen Internetflecken an den Kragen. Am Donnerstag war Start für den Breitbandausbau in unterversorgten Regionen mit über 11 000 Haushalten.

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