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Potsdam-Mittelmark Projektzirkus Sperlich gastiert in Niemegk
Lokales Potsdam-Mittelmark Projektzirkus Sperlich gastiert in Niemegk
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13:58 18.03.2018
Die Generalprobe ist bestanden. Jetzt gehört die Manege des Projektzirkus Sperlich den Mädchen und Jungen der Niemegker Robert-Koch-Grundschule. Quelle: Bärbel Krämer
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Niemegk

Vorsichtig setzt Lenya Schulz ein Bein vor das andere, schließlich steht sie nicht auf festem Boden. Für die Neunjährige ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen – sie darf lernen, auf einem Seil zu laufen. Jeder Schritt, den sie auf dem dünnem Stahlseil wagt, wird mit lobenden Worten bedacht. Trainerin Jenny Sperlich weicht dem Mädchen nicht von der Seite. Sie gibt Hilfestellungen, wenn Lenya aus dem Gleichgewicht gerät, Tipps und Hinweise. Denn bei aller Konzentration darf Lenya nicht vergessen, dass sie alsbald ihren ersten großen Zirkusauftritt hat und lächeln trotz aller Anstrengung dabei Pflicht ist.

Entsprechend groß ist die Anspannung. Doch Freude, Spaß und Erfolg wiegen schwerer – und so meistert auch Lenya ihre Aufgabe. Später, in einer kleinen Trainingspause, erzählt sie: „Ich bin schon einmal im Zirkus aufgetreten. Da war ich aber noch im Kindergarten, in der großen Gruppe. Wir haben damals einen Tüchertanz gezeigt.“

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Wie Lenya haben mittlerweile auch viele andere Kinder der Niemegker Robert-Koch-Grundschule Zirkuserfahrung. Schließlich ist der Projektzirkus Sperlich bereits zum dritten Mal auf Einladung der Schule in der Stadt zu Gast. Unter dem offiziellen Namen „Erster Ostdeutscher Projektzirkus“ sind die Sperlichs in ganz Deutschland unterwegs und bereits an vielen Schulstandorten gute Bekannte. Nicht ohne Grund: Längst wurde erkannt, dass Zirkus und Schule hervorragend unter einen Hut passen und Projektwochen wie die in Niemegk nachhaltig positiv wirken.

In jeder einzelnen am Programm mitwirkenden Gruppe sind Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse dabei. In den Trainingstagen verschmelzen die unterschiedlichen Altersgruppen zu einer Einheit, weil Teamwork der Leitgedanke ist.

Levi Bergler wird in der Piratenshow mitwirken. „Eigentlich wollte ich ja in das große Fass da, aber ich bin zu klein“, sagt er. Enttäuscht ist der Viertklässler dennoch nicht. Denn die Piratenshow lebt schließlich von vielen Piraten – wie er einer ist. Ihre Darbietung lässt schon während der Proben den Atem stocken – mehr soll hier aber nicht verraten werden.

Lars Müller wiederum lernt allerlei Zaubertricks. „Als der Zirkus beim letzten Mal an unserer Schule war, da ging ich noch in die zweite Klasse“, erinnert sich der Zwölfjährige. „Damals war ich ein Clown, mit einer Banane auf dem Kopf.“ Mittlerweile geht Lars in die sechste Klasse und ist glücklich, vor seinem Wechsel auf eine weiterführende Schule den Zirkus noch einmal hautnah erleben zu können. In der Zauberergruppe zu lernen, war sein größter Wunsch. Lars erzählt, dass in den Vorführungen sogar ein echter Vierbeiner verschwinden soll. Geübt wird jedoch mit einem Stofftier.

Das Lehrerkollegium gehört während der Trainingseinheiten zu den Unterstützern des Zirkusteams. Rita König sagt: „Man lernt die Kinder dabei von einer ganz anderen Seite kennen.“ Gleichzeitig lobt die Pädagogin die Arbeit des Zirkusteams, dem es immer wieder gelingt, die Darbietungen für jedes einzelne Kind zu einem Erfolg werden zu lassen. An Lob wird dabei nicht gespart. „Ihr habt heute alle eine dicke Eins verdient“, zollt Jenny Sperlich den Mädchen und Jungen Respekt, als der Unterricht in der Manege zu Ende geht.

Die Zirkusvorstellungen finden am heutigen Freitag um 17 Uhr sowie am morgigen Sonnabend um 10 Uhr auf dem Schützenplatz in Niemegk statt.

Von Christiane Sommer