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Potsdam-Mittelmark Raumnot an Grundschule verschärft sich
Lokales Potsdam-Mittelmark Raumnot an Grundschule verschärft sich
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17:23 19.01.2017
Die Brücker Grundschule hat Raumnot. Sie verschärft sich mindesten bis 2019.
Die Brücker Grundschule hat Raumnot. Sie verschärft sich mindesten bis 2019. Quelle: Thomas Wachs
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Brück

Er soll zweckmäßig, multifunktional und nicht zu teuer sein. Vor allem soll der lange geplante und von den Stadtverordneten auch schon grundsätzlich beschlossene Erweiterungsbau auf dem Brücker Schulcampus endlich das Platzproblem lösen, das vor allem die Grundschule aktuell plagt.

Für das zusätzliche Gebäude, das laut letzten Vorgaben der Kommune insgesamt etwas mehr als eine Million Euro kosten könnte, ist jetzt zumindest ein Standort gewählt worden. Dem ging in der Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Stadt- und Regional-Entwicklung diese Woche eine zweistündige Debatte voraus. Umstritten war unter den Mitgliedern des Gremiums erneut, welche Nutzung das Gebäude denn langfristig erfahren werde.

Gewünscht waren bislang für die Grundschule fünf Klassenzimmer sowie Räume für Musik- und Kunstunterricht. Außerdem sollte ein Mehrzweckraum, der als Aula auch mal für größere Veranstaltungen genutzt werden könnte, her. „Sie finden bislang immer in der kleinen Sporthalle statt, das ist nicht zeitgemäß. Es fehlt eine Aula“, sagte Matthias Schimanowski (Pro Brück).

Lösung schon lange gesucht

Wegen akuter Platznot in der Grundschule Brück wird seit 2014 intensiver über Lösungen beraten. Eltern und Lehrer hatten Entscheidungen der Stadt als Schulträger eingefordert.

Seit Schuljahresbeginn 2015 nutzen Erstklässler Räume der Oberschule. Ab September 2017 werden dort weitere Räume benötigt.

Die Vorplanung für den Neubau auf dem Schulcampus wird voraussichtlich mindestens dieses Jahr in Anspruch nehmen, rechnet die Bauverwaltung des Amtes Brück.

Allein die Prüfung der Baugenehmigung mit Brandschutzkonzept bei der Kreisverwaltung benötige mindestens sechs Monate.

Ursprünglich war der Neubau mal allein für die Grundschule gedacht und sollte daher dicht zwischen dieser und dem Kindergarten „Planegeister“ angesiedelt werden. Nun weitete aber Landschaftsplaner Gunnar Lange aus Bad Belzig den Blick aus städtebaulicher Sicht. In seine Überlegungen schloss er die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße mit den Mehrfamilienhäusern und dem Sportplatzgelände ein. „Wenn man schon auf dem Schulkomplex neu baut, sollte hier eine Gesamtheit gesehen werden“, so Lange.

So könnte der Brücker Schul-Neubau aussehen, den die Planungsgesellschaft von Mike Enzmann aus Bad Belzig entworfen hat. Quelle: Büro Enzmann

Er ordnete den Neubau zwischen der Oberschule und der Grundschule in den jetzigen Waldbereich zur Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße hin ein. Damit entstehe einerseits hinter den Gebäuden ein für die Schulhöfe nutzbares Areal. Andererseits könne das neue Schulhaus mit seiner Aula auch als neues Bindeglied zur Stadt hin fungieren. „Nach Schulschluss wäre eine Nutzung für Vereine und kommunale Aktivitäten denkbar“, sagte Lange.

Planung mit einigen Unbekannten

Dieser nun als Variante II weiter diskutierte Entwurf des Stadtplaners fand die Zustimmung der meisten Abgeordneten. Bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses am 16. Februar soll die mit der Gebäudeplanung beauftragte Planungsgesellschaft von Mike Enzmann aus Bad Belzig ihren Entwurf an den jetzt gewählten Standort anpassen. „In der jetzigen Planungsphase ist noch alles möglich“, sagte Mike Enzmann, der Chef des Büros. Sein bisheriger Entwurf könne mit kleinen Änderungen an den favorisierten Standort angepasst werden. Am 9. März könnte dann die Stadtverordnetenversammlung über das Gesamtprojekt beschließen.

Michael Klenke (SPD) mahnte an, den „Platzbedarf langfristig zu planen und keinen Bau zu finanzieren, den später keiner mehr braucht“. Denn nach den nächsten zwei Jahrgängen mit einem Maximum an Einschülern würden die Zahlen ab 2019 wieder drastisch zurückgehen. Bis dahin müsse die Grundschule nun weitere Räume der benachbarten Oberschule nutzen. Dabei ist auch deren Entwicklung eine weitere Unbekannte. Deren Platzbedarf hängt an der Entscheidung des Kreises zum Standort einer Gesamtschule mit Abiturstufe. Dafür liegen derzeit Anträge aus Treuenbrietzen sowie aus Brück vor.

„Da sollte wir uns lieber etwas länger Zeit nehmen für eine Entscheidung zum Schulbau als einen Schnellschuss zu riskieren“, sagte der amtierende Bürgermeister Michael Klenke.

Birgit Block vom Bauamt der Amtsverwaltung erinnerte daran, dass der Anbau bereits zum Schuljahr 2017/18 in Betrieb gehen sollte. „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung für unsere Grundschule“, sagte der Ausschussvorsitzende, Lothar Koch (SPD). „Dabei sollten wir keine Angst vor Veränderungen schüren und entscheiden“, sagte Sascha Klemroth (SPD).

Von Thomas Wachs