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Potsdam-Mittelmark Raus aus dem Sessel, rein in die Kirche
Lokales Potsdam-Mittelmark Raus aus dem Sessel, rein in die Kirche
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17:21 11.02.2018
Andrea Paetel ist im sechsten Jahr als Pfarrerin der Heilig-Geist-Kirchengemeinde. Quelle: Edith Mende
Glindow

Über einen Beruf, der sie wirklich erfüllt, den man auch leben kann, dachte die junge Andrea Paetel nach, während sie eine kaufmännische Ausbildung bei einer Bank absolvierte. „Ich wollte nichts, bei dem das Leben erst nach Feierabend beginnt“, erinnert sie sich. Bei der Jugendarbeit in ihrer evangelischen Gemeinde in Berlin-Neukölln, wo sie fest eingebunden war, wurde sie auf die unterschiedlichen Aufgaben und Möglichkeiten aufmerksam, die der Beruf der Pfarrerin mit sich bringt. Sie schloss die Ausbildung in der Bank ab, holte das Abitur nach, begann mit dem Studium der Theologie und hatte ihren Weg gefunden.

Ehe die 51-jährige Pfarrerin im Sommer 2012 nach Glindow kam, war zehn Jahre lang Trebbus in der Niederlausitz Arbeitsort und Zuhause der Familie. Dort wuchsen die drei Kinder heran. In der fusionierten Kirchengemeinde, zu der sechs Dörfer gehörten, hatte Andrea Paetel die Aufgabe der geschäftsführenden Pfarrerin. Zwei besondere Vorlieben brachte sie aus der Niederlausitz mit. Zum einen für die Arbeit mit Frauen. Ihr sei es wichtig, Frauen zu ermutigen, über ihren Glauben zu sprechen, mit ihnen gemeinsam Gottesdienste zu frauenspezifischen Fragen zu gestalten, sagt die Geistliche. Und manchmal müsse man dafür auch einen geschützten Raum ohne Männer schaffen. Auf verschiedenen Ebenen bis in den Frauenbeirat der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz setzt sie sich für Frauenthemen ein. Im vergangenen Jahr pilgerte sie mit acht Frauen zum Kirchentag nach Wittenberg.

Viele übergreifende Aufgaben

Ihre zweite Leidenschaft gehört der religionspädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Pfingsten wird sie die 24 Mädchen und Jungen, die sie fast zwei Jahre intensiv begleitete, konfirmieren. Im Herbst übernimmt sie dann die Konfirmanden des Jahres 2020. Im steten Wechsel steht der Jahrgang dazwischen unter der Obhut ihres Kollegen Pfarrer Georg Thimme.

Auch wenn viele sie als die Glindower Pfarrerin sehen, stimme das nur bedingt, erklärt Andrea Paetel, denn die Glindower Kirche gehört zur Evangelischen Heilig-Geist-Kirchengemeinde Werder. Da wird vieles übergreifend mit dem Kollegen Thimme geteilt. Ihr obliegt unter anderem der Liegenschaftsausschuss. Verwaltungsarbeit für die gemeindeeigenen Grundstücke, die teils in Erbbaupacht vergeben sind.

Kirche in der Stadt sichtbar machen

Kirche müsse durch Verlässlichkeit und Beständigkeit Halt bieten, sagt die Pfarrerin. Ihr gefalle in der Gemeinde besonders, dass es zahlreiche Ehrenamtliche gibt, die dazu beitragen, dass die Kirche in der Stadt sichtbar ist durch die Verkündigung und ihren diakonischen Auftrag. Auch auf ein Netzwerk von Partnern könne man bauen. Allen voran nennt sie den Treffpunkt Werder, wo unter anderem einmal im Monat das Trauercafé einlädt, ein gemeinsames Projekt von Kirchengemeinde, ambulantem Hospizdienst und der Treffpunkt-Leiterin. Es werde gut angenommen, auch von Menschen aus umliegenden Orten. Zudem besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Seniorenheimen der Stadt.

Alljährlich im September wird in der Heilig-Geist-Kirche ein Gottesdienst speziell für Senioren gefeiert. Damit auch Heimbewohner, denen es an Mobilität mangelt, daran teilnehmen können, organisieren die Pflegeeinrichtungen den Transport. In der ihr liebgewonnene wichtigen Arbeit mit den Hochbetagten sieht Andrea Paetel eine Chance, Begegnungen zwischen den Generationen zu schaffen. Hier erlebt sie in besonderer Weise, wie sehr Menschen ihren Glauben und ihre Religiosität über die Emotionen empfangen.

Auch die Seelsorge ist ein wesentlicher Teil der Arbeit

Die Seelsorge, das Begleiten von Menschen in alltäglichen und besonders in schwierigen Lebenssituationen ist für Andrea Paetel ein ganz wesentlicher Teil ihrer Arbeit. Ihr ist bewusst, dass sie als Pfarrerin einen Vertrauensvorschuss genießt, der sehr wertvoll ist. Deshalb ist es für sie selbstverständlich für jeden Menschen da zu sein, der ein offenes Ohr, Trost oder eine helfende Hand benötigt. Egal, ob er eine religiöse Bindung hat oder nicht.

In den 1960er Jahren das Innere renoviert

Erst mit der Reformation wurde Glindow von Werder aus kirchlich betreut. Vorher war das Kloster Lehnin zuständig. Das aus dem Mittelalter stammende Gotteshaus verfiel im Dreißigjährigen Krieg.

Am 8. November 1853 feierte die Gemeinde die Eröffnung der neuen Kirche mit einem Festgottesdienst. Beide Weltkriege richten keinen Schaden an. Nach den Entwürfen von Winfried Wendland erfolgte 1963 die Renovierung des Innenraums. Seitdem steht der Altartisch frei.

Es sind auch ganz praktische Dinge, die den Alltag der Pfarrerin ausmachen. Die Glindower Kirche hat 165 Jahre auf dem Buckel und soll auch noch den nachfolgenden Generationen offenstehen. Da gibt es immer etwas zu tun. Derzeit wird ausgelotet, wie man die Orgel reparieren und sanieren kann. Fragt man Andrea Paetel nach ihren Hobbys, gesteht sie ein wenig wehmütig, dass sie gern tanzt und feiert, aber zu selten Zeit und Gelegenheit dafür hat.

Von Edith Mende

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