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Potsdam-Mittelmark Renaturierung des Stadtgrabens ungewiss
Lokales Potsdam-Mittelmark Renaturierung des Stadtgrabens ungewiss
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19:46 11.10.2014
Schön ist anders: der Stadtgraben unter der Straße der Einheit
Schön ist anders: der Stadtgraben unter der Straße der Einheit Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

Aufgeschoben ist noch nicht aufgehoben. Doch ob sich eine Mehrheit für die Öffnung des vor rund 50 Jahren verrohrten Stadtgrabens zwischen Wiesenburger Brücke und Arche (Niemegker Straße) finden wird, ist derzeit nicht absehbar. In der jüngsten Beratung des Ausschusses für Bau- und Planung, Wirtschaft und Finanzen hatte das Vorhaben wieder Kontroversen ausgelöst.

Christoph Grund warb für die vermeintlich günstige Gelegenheit. Zwar müsste ein so genanntes Planfeststellungsverfahren angestrengt werden, wie der Bauamtsleiter bestätigte. Damit sollen die Auswirkungen der Renaturierung auf das Umfeld ausgelotet werden.

Vom derzeit mit 813.000 Euro kalkulierten Aufwand hätte Bad Belzig jedoch lediglich 40.000 Euro selbst zu tragen. Der größte Teil der Kosten könne aus der Städtebauförderung finanziert werden. Deren Ende sei freilich absehbar, mahnte der Vizebürgermeister.

„Das ist ein Einsatz, über den man nachdenken sollte“, erklärte Jürgen Gottschalk (CDU). Das findet Frank Habdank überhaupt nicht. „Von allen Investitionen kann diese am ehesten nach hinten geschoben werden“, sagte er. Selbst wenn einmal die städtische Kasse nicht so sehr belastet würde, handele es sich doch um Steuergeld. „Damit sorgsam umzugehen, ist unser Auftrag“, so der von der FDP/Bündnisgrünen-Fraktion nominierte sachkundige Einwohner.

Ingo Krugmann – für die Freie Wählergemeinschaft im Gremium, hielt dagegen: „Für Bad Belzig als Kurort ist die Renaturierung allemal eine Chance. Ich bin mir sicher, dass die Menschen das Kleinod besuchen und nutzen werden.“ Ob eigens dazu ein fester Weg ausgebaut werden muss, wie es Planer empfehlen, wird selbst im Fachamt bezweifelt.

Die Pflege des Areals werde Folgekosten verursachen, prognostizierte Günter Windrich (CDU). „Sie obliegt dem Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau“, stellte Christoph Grund fest und musste sich dafür ebenfalls der Kritik von Frank Habdank aussetzen. „Dann müssen also die darin organisierten Grundeigentümer dafür aufkommen“, stellte er klar, in wessen Tasche gegriffen wird.

Ohnehin gibt es von den Anrainern in der historischen Altstadt nach wie vor Bedenken. Sie fürchten kurzfristig die Folgen von Stark regenfällen und dauerhaft nasse Keller in ihren Häusern. Genau davor hatte Gerhard Dorbritz gewarnt. Der Ehrenbürger war schließlich in den 60-ern Bürgermeister, als die Verrohrung vorgenommen worden ist. „Er ist nicht grundsätzlich gegen die Rücknahme dessen“, berichtete Christoph Grund von den Ergebnissen eines Arbeitsgespräches. „Seine Bedenken werden bei der Planung ernst genommen.“

Die Sanierung des in einem maroden Betonbett liegenden Abschnittes zwischen Niemegker Straße und Straße der Einheit, wäre nach Ansicht von Wolfgang Terp (CDU) eine vertretbare Lösung. „Denn er sieht wirklich fürchterlich aus“, sagte er. Doch statt über diese halbe Lösung weiter zu streiten, stoppte Ausschussvorsitzender Hendrik Hänig (SPD) die Diskussion. Sie soll nunmehr in einem halben Jahr fortgesetzt werden.

Von René Gaffron

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