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Potsdam-Mittelmark Ruf nach mehr Berufsfeuerwehren wird immer lauter
Lokales Potsdam-Mittelmark Ruf nach mehr Berufsfeuerwehren wird immer lauter
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16:14 05.04.2019
Ein Feuerwehrmann bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 10 bei Glindow. Quelle: Julian Stähle
Mittelmark

Ehrenamtliche Feuerwehrleute fordern besonders für die Wehren an den Autobahnen hauptamtliche Kräfte. Unterstützt wird die Forderung auch von Jens Heinze. Er ist Potsdam-Mittelmarks erster hauptamtlicher Kreisbrandmeister: „Das Ehrenamt wird eindeutig missbraucht“, sagt Heinze am Freitagnachmittag der MAZ. „Dass mehr auf hauptamtliche Kräfte zurückgegriffen werden müsste, steht völlig außer Frage.“

Polizeihauptkommissar Ronald Hilsky fordert eine hauptamtliche Feuerwehr für die Autobahn 2, die in Damsdorf stationiert sein könnte. Auch ehrenamtliche Feuerwehrleute appellieren an das Land, sie mit hauptamtlichen Kräften zu entlasten.

Es sei längst überfällig, insbesondere an neuralgischen Punkten Wehren mit Berufsfeuerwehrleuten zu stationieren, die dann auch die Autobahnen mitabdecken könnten, sagt Potsdam-Mittelmarks Kreisbrandmeister. „Es wird aber leider so sein, dass Kommunen das finanziell nicht stemmen können. Das Land ist in der Pflicht und auch die Landkreise müssen ihren Teil dazu beitragen“, fordert Jens Heinze.

Auf der A2 prallten bei einen Unfall zwei Lastwagen aufeinander. Ein Fahrer kam ums Leben. Quelle: Julian Stähle

Freiwillige Feuerwehren werden aber seiner Ansicht nach immer nötig sein. „Sie sind das Rückgrat im Brandschutz. Wenn die Berufsfeuerwehrleute zur Autobahn ausrücken und gleichzeitig ein Haus brennt, müssen dort die freiwilligen Feuerwehrleute ran.“

Ehrenamtliche Feuerwehrleute etwa auch zu einem geplanten Krankentransport hinzuzurufen, weil der Patient zu schwer sei, um von den beiden Rettungssanitätern getragen zu werden, „ist eindeutig ein Missbrauch des Ehrenamtes“, so Heinze.

Ein freiwilliger Feuerwehrmann löscht einen brennenden Lastwagen auf der Autobahn 2. Quelle: Julian Stähle

Das jetzt von der Landesregierung neu beratene Gefahren- und Katastrophenabwehrgesetz sieht vor, dass Freiwillige Feuerwehren auch Gebühren für solche Dienste erheben können. „All das ist aber Makulatur“, sagt Jens Heinze.

Andy Laube, Amtsbrandmeister von Ziesar, sieht es genauso: „Definitiv ist die Belastung für die Ehrenamtlichen zu hoch und dazu gehört auch die Vor- und Nachbereitung von Einsätzen.“ Zum Amt Ziesar gehören 13 Freiwillige Feuerwehren. „Was man da als Amtsbrandmeister zu tun hat nach Feierabend und in seiner Freizeit, füllt definitiv Arbeitstage aus.“ Insbesondere auch auf dem Land seien hauptamtliche Feuerwehrleute dringend nötig. „Es muss etwas passieren, das Paket wird immer größer und schwerer“, so Laube, der auch stellvertretender Kreisbrandmeister von Potsdam-Mittelmark ist.

Jens Heinze aus Treuenbrietzen ist seit August 2018 erster hauptamtlicher Kreisbrandmeister Potsdam-Mittelmarks. Quelle: Thomas Wachs

Im Netz hat der MAZ-Artikel über die Forderung nach mehr hauptamtlichen Feuerwehrleuten im Land Brandenburg eine große Resonanz gefunden. Auf der MAZ-Facebook-Seite schreibt dazu Sabse Wöge: „Eigentlich kurios, dass so eine wichtige, verantwortungsvolle und nicht verzichtbare Arbeit hauptsächlich von Ehrenamtlichen verrichtet werden muss. Hut ab, dass sie Menschen in oft sehr dramatischen Situationen unermüdlich helfen.“

Von Marion von Imhoff

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