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Potsdam-Mittelmark SPD-Landtagskandidat Wernitz rudert zurück: Keine Koalition mit AfD
Lokales Potsdam-Mittelmark SPD-Landtagskandidat Wernitz rudert zurück: Keine Koalition mit AfD
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14:13 02.08.2019
SPD-Landtagskandidat Udo Wernitz aus Lehnin. Quelle: JACQUELINE STEINER
Mittelmark

Die Äußerung von SPD-Direktkandidat Udo Wernitz gegenüber der MAZ zu einer möglichen Koalition mit der AfD sorgt für viel Wirbel. Wernitz selbst, der im Wahlkreis 16 mit Potsdam-Mittelmark und Teilen Brandenburgs an der Havel antritt, rudert zurück und distanziert sich von seiner Aussage. Er fühle sich falsch verstanden. Auch SPD-Generalsekretär Eric Stohn reagierte auf die AfD-Äußerung des SPD-Direktkandidaten aus Lehnin: „Udo Wernitz hat im Gespräch mit der MAZ darüber nachgedacht, wie man der AfD beikommen kann.“ Wernitz sei nicht auf der Suche nach einem Koalitionspartner der SPD. „Da sieht er alle anderen Parteien eher als mögliche Partner.“ Das müsse allen klar sein, so Stohn. „Ich gebe Udo Wernitz Recht: Es ist nicht einfach und fällt ja allen schwer, ein Mittel gegen die Verdrehungen und Verschiebungen der AfD zu finden. Ich weiß Udo Wernitz an meiner Seite, wenn ich sage, dass Politiker, die hetzen und auseinandertreiben, keine Verantwortung bekommen sollen.“

Wernitz sagte am Donnerstagabend in einer eigenen Stellungnahme: „Eine Koalition mit der AfD schließe ich aus Überzeugung aus. Wer sich nicht klar von Rechtsextremisten abgrenzt, darf nicht in Verantwortung kommen.“

In einem Gespräch zu seiner Kandidatur hatte Wernitz gesagt, über eine Koalition mit der AfD sollte vielleicht mal nachgedacht werden. Er machte klar, dass seine Wunsch-Koalitionspartner die Linken und Grünen seien.

Die MAZ hat das Gespräch, aus dem der Artikel zitiert, mit Udo Wernitz mit dessen Einwilligung aufgezeichnet. Darin sagt er wortwörtlich auf die Frage, „mit wem können Sie sich vorstellen zu koalieren und mit wem überhaupt nicht?“. „Linke klar, ich denke, das war ok. Mit den Grünen. Mit den Linken-Grünen denke ich, wäre eine Superkoalition. CDU im äußersten Notfall. AfD wäre für mich“, hier zögert Wernitz und fährt fort: „Wobei, das sind auch 20 Prozent unserer Bevölkerung. Die darf man nicht vernachlässigen. Vielleicht sollte man darüber auch mal nachdenken, über eine Koalition mit der AfD, aber ich weiß nicht, wie der Landesvorstand darüber nachdenkt. Wenn man sie in die Pflicht nimmt, ihr habt euch groß angekündigt, jetzt ran an die Arbeit. Es ist einfach aus der zweiten Reihe zu rufen, wenn man dann vorne sitzt, sieht die Welt schon anders aus. Das ist einfach so.“

In der Erklärung des SPD-Direktkandidaten zu seinen Äußerungen heißt es: „Ich möchte mich für die Interessen aller Brandenburger und Brandenburgerinnen einsetzen. Das schließt ausdrücklich auch diejenigen ein, die aktuell gerade die AfD wählen. Um deren Sorgen möchte ich mich verstärkt kümmern und zuhören, diskutieren und verlässliches Handeln für die SPD zurückgewinnen.“

Zu Wort gemeldet hat sich am Freitagvormittag auch die Sprecherin der SPD-Landesverbandes, Katrin Molkentin: Wernitz`Äußerung sei in der Hinsicht gemeint, dass er einen Weg suche, mit der AfD umzugehen und sie zu entzaubern.

Von Marion von Imhoff

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