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Potsdam-Mittelmark Schmergower fürchten Gestank und Lärm
Lokales Potsdam-Mittelmark Schmergower fürchten Gestank und Lärm
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18:48 27.01.2015
Die Schmergower wollen nicht locker lassen, bis die geplante Hähnchenmastanlage im Landschaftsschutzgebiet Schmergow Geschichte ist. Quelle: Privat
Schmergow

Sie befürchten Gestank, überdüngte Böden, belastete Flora, Fauna und mehr Verkehrslärm. Diese Ängste lassen viele Schmergower nicht mehr zur Ruhe kommen, seit sie wissen, die Firma Terhorst agrar GmbH &Co KG will in Schmergow zwischen Havel und Ortslage eine Hähnchenmastanlage mit 165.000 Plätzen bauen. Einen entsprechenden Antrag hat der Betrieb gestellt und das Landesumweltamt seine Prüfung noch nicht abgeschlossen, wie Reth Kalsow (CDU), Bürgermeister von Groß Kreutz (Havel), auf MAZ-Nachfrage sagt.

Die Gemeindevertretung Groß Kreutz und der Ortsbeirat Schmergow lehnten zwar schon im vergangenen Jahr das Vorhaben ab, doch wie selbst Kalsow bestätigt, ist nicht ausgeschlossen, dass vom Land Brandenburg der Bau des Betriebes dennoch zugelassen wird. Und genau das mobilisiert die Schmergower, nicht locker zu lassen, damit die Mastanlage im Dorf nicht zur Wirklichkeit wird. "Schließlich ist es auch den Gegnern einer geplanten Hähnchenmastanlage in der Prignitz gelungen, die Ansiedlung zu verhindern", sagt Reinhard Keding vom Ortsbeirat Schmergow.

Reinhard Keding, Katrin Rennspieß, Peter Roth und Herbert Vater (v.l.) wollen die Mastanlage auf jeden Fall verhindern. Quelle: Julian Stähle

"Die Mastanlage soll im Landschaftsschutzgebiet entstehen, zu dem in der Umgebung der Havel sogar ein Vogelschutzgebiet gehört", sagt der Alteingesessene Herbert Vater. "Seit Jahrzehnten ist das Schmergower Bruch zwischen der Ketziner Siedlung und der Havel Rastplatz für Wildvögel." Von der Mastanlage profitieren nach den Worten von Dorfbewohnerin Katrin Rennspieß nur wenige Menschen, die Belastungen für unzählige Bürger dagegen seien erheblich. "Schmergow gehört zur Genussregion mit Havelradweg, Obstbau und Wassertourismus, da hat doch eine Mastanlage nichts zu suchen", sagt der besorgte Anwohner Peter Roth.

Auch vis-à-vis der Havel in Ketzin zeigt man sich entsetzt über die Bauabsichten. "Wir sind empört und die Stadt Ketzin wird sich mit allen Mitteln gegen diese Hähnchenmastanlage wehren", antwortet Bürgermeister Bernd Lück auf eine MAZ-Anfrage. Die Ketziner waren in der ersten Bürgerbeteiligung gar nicht angehört worden, beschwerten sich beim Land darüber. Ihre Absage ließ dann nicht lange auf sich warten.

Nach Ansicht der Gegner in Schmergow habe sich der Investor extra die Region ausgesucht, weil er sich vom Land eine entsprechende Förderung erhofft. "Das Antragsverfahren für die neue Förderperiode wurde noch nicht eröffnet. Daher konnte auch kein Antrag gestellt werden", heißt es in einer Antwort der Landesregierung.

1415 GEGENSTIMMEN

  • In die Liste der Unterschriften gegen die geplante Mastanlage haben sich bereits 1415 Bürger aus der Region und Ketzin eingetragen.
  • Die Hähnchenmastanlage mit annähernd 165.000 Tieren soll in drei Stallgebäuden 24 Meter mal 100 Meter groß entstehen.
  • Anwohner machen darauf aufmerksam, dass die landwirtschaftlichen Flächen der Umgebung bereits durch Gärreste aus der benachbarten Biogasanlage und Gülle beansprucht sind.

Von Regine Greiner

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