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Potsdam-Mittelmark Zweites Nein für Mastanlage in Schmergow
Lokales Potsdam-Mittelmark Zweites Nein für Mastanlage in Schmergow
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19:28 22.10.2014
Enttäuscht: Landwirt und Investor Heinrich Terhorst.
Enttäuscht: Landwirt und Investor Heinrich Terhorst. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Schmergow

Der Schmergower Landwirt Heinrich Terhorst kann für seine geplante Hähnchenmastanlage nicht mit Rückendeckung aus der Kommunalpolitik rechnen. Nach dem Nein des Schmergower Ortsbeirates hat am Dienstag die Gemeindevertretung von Groß Kreutz (Havel) dem Projekt eine positive Stellungnahme verweigert.

„Die Stimmung der Schmergower ist eindeutig gegen die Anlage. Von den Folgen wären sie am meisten betroffen. Deshalb können wir uns ihrem Votum nicht entziehen“, kommentierte Bürgermeister Reth Kalsow den Ausgang der Abstimmung. Allerdings waren nicht alle Gemeindevertreter strikt gegen die Pläne des Landwirts.

Die meisten Abgeordneten enthielten sich der Stimme. Zuvor hatte der Schmergower Peter Roth in der Einwohnerfragestunde vor vielen offenen Fragen gewarnt. Besonders vor der Keimbelastung in der Luft hätten viele Einwohner Angst, sagte Roth. Er hat zusammen mit Mitstreitern 404 Unterschriften gegen die Hähnchenmastanlage gesammelt.

Andere Bürger erinnerten im vollbesetzten Jeseriger Tagungssaal an die anderen Übel, denen die Schmergower ausgesetzt seien. Unter anderem durch die nahe Bauschuttdeponie, Kompostieranlage, Schweinezucht und Biosgasanlage. Ein von Gemeindevertreter Marco Hintze ins Spiel gebrachter Vorschlag zur Durchführung einer Informationsveranstaltung wurde schnell wieder verworfen. „Ich denke nicht, dass sich damit das Meinungsbild ändert“, meinte Bürgermeister Kalsow.

Landwirt Terhorst selbst nahm die ablehnende Stellungnahme der Kommune enttäuscht zur Kenntnis. „Es ist nicht meine Absicht ein Dorf zu spalten. Aber Landwirtschaft wird nunmal nicht mehr so betrieben wie vor 40 Jahren.“

Er hatte noch angeboten, mit Schmergowern eine Hähnchenmastanlage zu besuchen. Dazu wird es wohl nun nicht mehr kommen. Seinen Antrag zur Errichtung einer Mastanlage für 160.000 Tiere am Schmergower Ortsrand hält er aufrecht. Herr des Verfahrens ist das Landesumweltamt. Diese Behörde entscheidet, ob das Vorhaben genehmigt wird.

Von Frank Bürstenbinder

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