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Potsdam-Mittelmark Schnelle Hilfe bei Herzproblemen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schnelle Hilfe bei Herzproblemen
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19:51 27.09.2013
Kardiologe Karsten Haitsch arbeitet ab sofort mit diesem Herzkatheterlabor. Zur Einweihung war der Arzt noch im Anzug. Quelle: Dirk Fröhlich
Bad Belzig

An dem neuen hochmodernen Arbeitsplatz können nun auch im Fläming gefährliche Erkrankungen der Herzkranzgefäße diagnostiziert und bei Bedarf Engstellen sofort bei der Untersuchung beseitigt werden.

Die Bergmann-Kliniken investierten für das Herzkatheterlabor rund 500.000 Euro, sagte Steffen Grebner auf Nachfrage der MAZ. "Diese Baustelle wird nicht die letzte sein im Bad Belziger Krankenhaus", kündigte der Geschäftsführer bei einer kleinen Eröffnungsfeier vor Personal und niedergelassenen Medizinern aus der Region an. Weitere Disziplinen sollen in Kooperation mit dem Potsdamer Haupthaus ausgebaut werden. "Das sieht unser Geschäftsplan vor", so Grebner. Konkreter wurde der Manager auch auf Nachfrage der MAZ nicht. "Das hängt vom Ausgang der Gebietskonferenz ab", sagte der Bergmann-Manager. Dabei verhandeln Kliniken mit dem Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg sowie mit Krankenkassen jeweils über die Ausrichtung der medizinischen Versorgung in einzelnen Regionen. "Ergebnisse erwarten wir in zirka vier Wochen", so Grebner. Längst im Gespräch sind Altenpflege und Rehabilitationsangebote für Krebspatienten.

Innere Stütze für Blutgefäße

Die Untersuchung im Herzkatheterlabor – die Koronarangiographie – ermöglicht es dem Arzt, die Herzkranzgefäße auf einem Röntgen-Bildschirm sichtbar zu machen. Dazu wird dem Patienten ein Kontrastmittel in die Blutbahn injiziert.

Die neue Technik ermöglicht eine dreidimensionale Darstellung der um das Herz verlaufenden Gefäße, deren Verschluss zu Schädigungen des Herzens oder gar zu Infarkten führen kann.

Entdeckt der Spezialist bei der Untersuchung eine kritische Engstelle in den Kranzgefäßen, kann er diese in den meisten Fällen gleich während des Eingriffs beseitigen.

Eingesetzt wird dazu ein Ballonkatheter, der die Verengung unter extrem hohem Druck von 12 bis 20 Bar beseitigt.

Bei Bedarf wird zudem ein Stent eingesetzt. Diese innere Verstärkung der Außenwand hält den verengten Gefäßabschnitt auf Dauer offen.

Betreut wird das neue Herzkatheterlabor im Bad Belziger Krankenhaus von einem Team um den Mediziner Karsten Haitsch. Der promovierte Kardiologe kooperiert eng mit der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und speziell mit dessen Leiter, Klaus Bonaventura. Der Professor werde auch in Bad Belzig Behandlungen übernehmen. "Prinzipiell geht es um einen gegenseitigen Austausch, um Patienten möglichst schnell Termine in der Region anbieten zu können", sagte Karsten Haitsch. "Bad Belzig wird dabei nicht nur Lieferant für Potsdam sein", ergänzte Steffen Grebner. "Schon jetzt fahren vier Patiententransporte pro Woche hin und her." Letztlich gehe es auch darum, "vorhandene Räume im Klinikverbund effektiv zu nutzen, statt neue zu bauen", so Grebner.

Ausgestattet ist das neue Herzlabor wie eine Intensivabteilung. Das ist nötig, um für Zwischenfälle gewappnet zu sein, "die bei dieser speziellen Untersuchung nicht ausgeschlossen sind", so Haitsch. "Sie war lange nur im Operationssaal möglich", so der Kardiologe.

Der Bedarf ist groß. "Herzerkrankungen gehören auch im Fläming zu den drei häufigsten Todesursachen", verdeutlichte der Arzt. Durchgeführt wird die Untersuchung zunächst an zwei Vormittagen pro Woche. Eine Erweiterung ist geplant. Haitsch rechnet zunächst mit "mehreren hundert Patienten pro Jahr". Sie müssten nun nicht mehr zwingend nach Brandenburg, Potsdam oder nach Coswig in Sachsen-Anhalt reisen, sagte er. "Erste Einweisungen von niedergelassenen Kollegen gab es", so Haitsch. Er zeigte sich erfreut über die Möglichkeiten. Damit könnten in der Region "neue Maßstäbe für eine wohnortnahe Behandlung" gesetzt werden. "Das hätte ich noch vor einem Jahr in den Bereich der Fabeln verwiesen", sagte der Herzspezialist.

Damals wurde das Bad Belziger Krankenhaus noch vom Johanniterorden betrieben. Mitte Mai dieses Jahres hatte das Potsdamer Bergmann-Klinikum die 74,9 Prozent der Anteile der Johanniterkliniken am Bad Belziger Haus gekauft. Den Rest hält weiterhin der Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Von Thomas Wachs

Sie erreichen den Autor unter Thomas.Wachs@MAZonline.de

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