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Potsdam-Mittelmark Schutzzaun steht: Die Kröten können kommen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schutzzaun steht: Die Kröten können kommen
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18:13 24.02.2019
Auf einer Länge von 300 Metern haben Nabu-Mitglieder bei Nahmitz einen Krötenzaun errichtet. Quelle: Christine Lummert
Nahmitz

Der Schutzzaun steht, jetzt können die Kröten kommen. Etwa 15 Naturfreunde sind dem Aufruf des Nabu-Regionalverbandes Brandenburg/Havel gefolgt und haben gemeinsam den Krötenzaun nahe der Autobahnabfahrt bei Nahmitz errichtet.

„So viele Menschen waren bei diesem Arbeitseinsatz noch nie dabei und besonders schön ist, dass sich sechs Kinder an der Aktion beteiligen“, freute sich Bodo Rudolph, der Vorsitzende des Nabu-Regionalverbands, über die vielen helfenden Hände.

Gute zwei Stunden waren trotzdem nötig, um den 300 Meter langen Schutzzaun etwa 25 Meter parallel zur Straße in einem Waldstück zu errichten. Die L88 ist auch der Grund für die Bemühungen der Naturfreunde. „Seit sechs Jahren stellen wir hier die Barriere auf, um möglichst viele Kröten sicher zu ihrem Laichgewässer auf der anderen Straßenseite zu bringen“, sagte Rudolph.

Vorher sind viele Amphibien dem Autoverkehr zum Opfer gefallen. Wenn sich die Hormone melden, kennen die Kröten zwar nur noch einen Weg, sind dabei aber nicht gerade im Sprinttempo unterwegs.

Wenn die Witterungsbedingen passen, die erste anhaltende Warmfront die Temperaturen steigen lässt, kommen die Kröten aus ihren Erdhöhlen ans Licht und entwickeln sehr rasant Frühlingsgefühle und denken nur noch an das Eine. „Wenn dann in der Nacht noch Regen fällt, geht das explosionsartig“, stellte Rudolph fest.

Clemens Wenzke konnte da nur zustimmen. „In den vergangenen Jahren waren schon Tage dabei, an denen wir innerhalb weniger Stunden bis zu 700 Kröten über die Straße getragen haben.“ Wenzke gehört zu den Freiwilligen, die nach dem Aufstellen des Schutzzauns täglich nach dem Rechten sehen. Bisher hat sich allerdings noch keine Kröte aus dem Schutz ihrer winterlichen Erdhöhle gewagt. Wenn alles normal läuft, beginnt die Paarungswanderung im März. Bis zu 2000 Kröten bekommen dann Unterstützung.

Für den Zaunbau machte Bodo Rudolph zuerst mit einem Rasenmäher den Weg frei. Anschließend wurden in der kleinen Waldschneise etwa 50 Plastikeimer bündig in den Boden versenkt. Daran entlang wurden die langen Folienbahnen für den Schutzzaun ausgerollt. Die geübten Camper unter den freiwilligen Helfern waren klar im Vorteil. Mit langen Metall-Heringen musste die Barriere im Boden befestigt und gespannt werden.

„Die Kröten werden so aufgehalten und fallen auf der Suche nach einen Durchlass in die Eimer“, erklärte Rudolph. Die Auspolsterung der Auffangbehälter mit Moos übernahmen die Kinder. Die achtjährige Luisa Gebhardt war zusammen mit ihrer sechsjährigen Schwester Paula und mit den Eltern extra aus Brandenburg zur Krötenhilfe angereist.

„Für die Kinder ist es schön, dass sie durch diese Nabu-Aktionen Naturschutz zum Anfassen miterleben können“, sagte Silke Gebhardt, die zum ersten Mal beim Zaunaufbau dabei war. „Kröten über die Straße getragen haben wir hier aber schon öfter“, sagte Silke Gebhardt.

Vor allem Luisa und Paula haben keine Berührungsängste. Sie sammeln die Kröten einfach aus den Eimern und bugsieren sie ins Wasser auf der anderen Straßenseite.

Von Christine Lummert

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