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Schwielowsee Anwohner sorgen sich um gefällte Bäume
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Anwohner sorgen sich um gefällte Bäume
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16:17 26.06.2018
Am Montag wurde laut einer Anwohnerin mit den Fällungen der Bäume auf einem Nachbargrundstück begonnen. Quelle: Privat
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Kammerode

Die Fällung von mehreren Bäumen auf einem Grundstück in Kammerode hat für Aufsehen unter den Nachbarn gesorgt. Petra Wendt berichtete der MAZ davon und hatte sich vor allem um die Eulen und Waldkauze gesorgt, die in den Vorjahren in den großen Eichen genistet haben. „Ich war fassungslos, als die Bagger am Montagmorgen kamen“, sagte sie. Sie telefonierte sich durch die Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark und rief auch beim Landesamt für Umwelt an – niemand konnte ihr weiterhelfen.

Am Dienstag fuhr eine Mitarbeiterin der Naturschutzbehörde nach Kammerode, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert gab danach auf MAZ-Anfrage Entwarnung: Das Verfahren sei ordnungsgemäß abgelaufen. Bei dem Grundstück handele es sich um Wald im Sinne des Landeswaldgesetzes. Die Fläche soll bebaut werden und die Forstbehörde hatte die Waldumwandlung genehmigt. „Das Verbot, Bäume in der Vegetationszeit vom 1. März bis 30. September zu fällen, gilt im Wald nicht“, erklärte er. So stehe es im Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes geschrieben. Die Bäume zu beseitigen, sei damit grundsätzlich zulässig.

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Keine schützenswerten Tiere festgestellt

Die Untere Naturschutzbehörde hatte im Baugenehmigungsverfahren allerdings gefordert, die Bäume von einem Fachmann auf Fortpflanzungs- und Ruhestätten geschützter Tiere untersuchen zu lassen. „Es wurden drei Baumhöhlen sowie potenzielle Quartiere für Fledermäuse an den Bäumen nachgewiesen“, sagte Kai-Uwe Schwinzert. An den verbleibenden Bäumen sollten deshalb drei Nisthilfen für Vögel und drei Fledermausquartiere angebracht werden. Zudem wurde ein Sachverständiger beauftragt, die Baumhöhlen unmittelbar vor der Fällung auf Besatz zu kontrollieren.

Den Baumpflegern zufolge ist das geschehen: Ein Artenschutz-Fachmann hat sich die Baumhöhlen am vorigen Donnerstag von einem Hubsteiger aus mit einem Enoskop angesehen. „Es wurden keine geschützten Tiere festgestellt“, so Kai-Uwe Schwinzert.

Von Luise Fröhlich