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Schwielowsee Atelier-Besuch bei Christine Lindemann
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Atelier-Besuch bei Christine Lindemann
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12:09 17.07.2018
Christine Lindemann hat dafür gesorgt, dass Haus und Garage in Caputh reich mit Bildern ausgestattet sind. Quelle: Franziska Appelt
Caputh

Das aktuellste Bild von Künstlerin Christine Lindemann (68) ist bereits verkauft. Nun ist sie in einer Schaffenspause, sie sucht nach neuen Ideen und Herausforderungen. Probiert hat die Caputherin schon einiges: Ihr Repertoire reicht von Öl-, über Acryl-, Pastell- und Aquarellkunst, Enkaustik und dem bildnerischen Gestalten mit Lehm. „Am liebsten arbeite ich mit Spachtel und Farbe. Da kann ich meine Emotionen aus vollem Herzen auf die Leinwand bringen“, sagt sie. Schon als Kind war Lindemann von Farben und Formen begeistert. Im Kunstunterricht hatte sie die Note 1. „Ich hatte eine tolle Zeichenlehrerin“, erinnert sie sich. Besonderen Wert legte sie sowohl damals als auch heute bei der Arbeit mit Hortkindern auf die Anwendung der richtigen Technik. Studiert hat Lindemann dafür nicht – sie liest stattdessen Bücher und besucht viele Galerien. Ihr Lieblingskünstler ist der spanische Maler Salvador Dalí. „Seine Kunst ist irre. Vor seinen Bildern kann ich stundenlang stehen.“

„Wenn das Bild den Kindern gefällt, dann ist es schön“, sagt sie. In der Kita Sonnenland in Potsdam arbeitet die gebürtige Lehninerin seit 1968. Auch im Rentenalter ist sie noch aktiv und leitet dreimal wöchentlich Kunstprojekte im Hort. „Die Kinder haben mich überredet zu bleiben“, sagt sie. Auch in diesen Kursen kann sie ihre Kreativität und Neugier ausleben. Zuletzt wurden Taschen genäht, davor mit Glasgravur experimentiert.

Garage gleicht einem Museum

Das große Kitafenster, das zur Hauptstraße zeigt, bemalte Lindemann zu DDR-Zeiten regelmäßig: bei Feiertagen und zu den Jahreszeiten. „Jedes Mal wurden die Bilder dann abgewischt und waren weg“, bedauert sie. Auch während Versammlungen seien regelmäßig Kritzeleien entstanden, die sie an Kollegen verschenkte. Seit ihrem 50. Geburtstag hat Lindemann ihr Hobby intensiviert – sie malt nun auf Leinwand. Im ersten Stock befindet sich ihr Atelier. Das Haus im Krughof, indem die Lindemanns seit 1998 leben, hängt inzwischen voll mit den Bildern unterschiedlichster Stile und Farben. Selbst die Garage gleicht einem Museum.

Aktuell stellt Lindemann im nahegelegenen Caputher Heimathaus aus. Unter dem Titel „Die Sprache der Blumen“ hat sie ihre besten floralen Werke zusammengestellt. Darunter auch ihre Lieblingsblumen Lilien, Mohnblumen, Sonnenblumen, Rosen. In ihrem Garten – ein weiteres Hobby der 68-Jährigen – blüht es in allen Farben.

Dort stellt die Künstlerin seit 2010 im Zuge der Caputher Kunsttour ihre Werke aus. Weil sie ihr Handwerk nicht studiert hatte, war ihr eine offizielle Teilnahme an dem Event, das jährlich stattgefunden hat und in diesem Jahr eine Pause einlegt, zunächst verwehrt gewesen. Trotzdem öffnete sie ihren Garten und die Besucher kamen. „Das Herz hat doll gepocht“, erinnert sich die Künstlerin. „Wie viele Künstler stellen denn hier aus“, fragten die Gäste, denn Lindemann vereint diverse Stile in ihren Bildern. Die positive Kritik erfüllte die Kitaleiterin mit Stolz und ermutigte sie für ihren weiteren künstlerischen Werdegang.

Der Schaffensprozess begeistert Lindemann, jede Farbkomposition sei daher ein persönliches Erlebnis. Mehrere Tage arbeitet Lindemann an ihren Bildern. Öl benötigt besonders lang.

Inspiriert vom Alltag

Tochter Anett (47) malt ebenfalls: „Sie ist meine größte Kritikerin.“ Erst wenn sie das Bild abnicke, sei auch Lindemann zufrieden. „Sobald das Bild fertig ist, verliere ich das Interesse daran.“ Ihr Mann Holger habe mit Kunst nichts am Hut: „Er sagt, obs ihm gefällt oder nicht“. Mit abstrakter Kunst, die Lindemann noch bis 19. August im Heimathaus ausstellt, könne er gar nichts anfangen – lieber das Gegenständliche. „Aber dann wird’s doch langweilig“, findet die Künstlerin. Ihre Motive sind daher variabel und reichen von der Caputher Kirche über ein Stillleben eines Wirsingkohls bis zur abstrakten Aktmalerei. Die Ideen für ihre Bilder entstehen im Alltag, durch Fotos oder im Urlaub. So kam sie auch zur plastischen Lehmmalerei.

Nachdem sie selbst oft Schülerin war, unter anderem bei Oda Schielicke, bietet sie im Kreativherbst Workshops zur Lehmbildgestaltung (27. und 28. Oktober) und Enkaustik (20. und 21. Oktober) an. Anmeldungen unter ch_lindemann@gmx.de

Von Franziska Appelt

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