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Schwielowsee Digitale Infotafeln für 13 Bushaltestellen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Digitale Infotafeln für 13 Bushaltestellen
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17:12 25.09.2018
Die „dynamische Fahrgastinformationsanzeige“ am Schloss Caputh wurde am Dienstag offiziell in Betrieb genommen. Quelle: Luise Fröhlich
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Caputh

Seit Dienstag ist die Gemeinde Schwielowsee ein Stückchen moderner geworden. An der Bushaltestelle am Caputher Schloss ist die erste von insgesamt 19 digitalen Infotafeln in Betrieb gegangen. Sie zeigen an, in wie vielen Minuten der Bus kommt, welche Linie die Haltstelle danach anfährt und ob es im Umkreis Einschränkungen wie beispielsweise eine Bombenentschärfung gibt. In den kommenden Tagen und Wochen will Regiobus insgesamt 13 Haltestellen ausstatten, die meisten davon befinden sich in Caputh. Ziel sei es, bis Ende Oktober fertig zu sein.

Vertreter aus der Gemeinde- und Kreisverwaltung sowie von Regiobus kamen für die Einweihung der ersten Tafel zusammen. Quelle: Luise Fröhlich

Die Gesamtkosten für die Infotafeln liegen bei etwa 61 000 Euro, wovon ein Großteil aus dem Fördertopf des Landkreises zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs stammt. Der Zuschuss beträgt 42 750 Euro, die Gemeinde zahlt 18 500 Euro aus dem Haushalt. Das verwendete System stammt aus Schweden, wie Regiobus-Verkehrsleiter Thorsten Müller berichtete. Die Verkehrsgesellschaft nutzt es schon seit etwa drei Jahren. Die Tafeln sind etwas kleiner als die, die Pendler von größeren Bahnhöfen kennen. In Geltow sind bereits zwei von ihnen installiert. Hinsichtlich der Kosten könnten zehn kleine Tafeln für eine große gekauft werden, sagte Thorsten Müller. Ein Gerät kostet in der Anschaffung 2500 Euro, hinzu kommen Gebühren für die Lizenz und die Wartung.

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Fördertopf nicht ausgeschöpft

„Das Besondere an dem System ist, dass die Anzeigen völlig autark laufen. Sie brauchen keinen Strom und sind nicht an ein Datenkabel angeschlossen“, erklärte Thorsten Müller. Die Tafeln laufen über Batterien, die laut Hersteller mindestens drei Jahre halten sollen. Das sei gerade auf dem Land entscheidend, denn nicht immer liegen an der Haltestelle Stromkabel, an die das System angeschlossen werden könne. „Außerdem ist es auf Stromsparen ausgerichtet“, so der Verkehrsleiter weiter. Erst wenn es dunkel wird, schaltet sich die Beleuchtung der Tafel an und nach dem letzten Bus geht sie in einen Standby-Modus über. Eine Stunde vor dem ersten Bus am frühen Morgen schaltet sie sich wieder ein. Die Verbindung zur Zentrale von Regiobus, wo die Daten zu den jeweiligen Bussen einlaufen, läuft über das Handynetz.

Mittelmarks Prototypen dieses Systems wurden in Bad Belzig installiert. Inzwischen sind sie im ganzen Landkreis zu finden. Die bisherigen Erfahrungen fallen Thorsten Müller zufolge positiv aus, vor allem was die Batterielaufzeit angeht: „Wir haben sogar Tafeln, die nach mehr als drei Jahren noch mit der ersten Batterie laufen.“

Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) blickte auf die Anfänge im Jahr 2016 zurück. „Wir sind froh, dass wir mit einem zweiten Antrag eine so höhe Förderung bekommen haben“, sagte sie. Jana Busch, Fachdienstleiterin Verkehrsmanagement beim Landkreis, lobte das Engagement der Gemeinde: „Schwielowsee bemüht sich seit jeher, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken. Wir würden uns freuen, wenn mehr Kommunen aus diesem Fördertopf schöpfen würden.“ Die nächste Hürde sei nun, alle Haltestellen barrierefrei auszubauen.

Von Luise Fröhlich