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Schwielowsee Gedenken an Henning von Tresckow
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Gedenken an Henning von Tresckow
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19:02 19.07.2018
Generalleutnant und Befehlsinhaber Erich Pfeffer bei der Kranzniederlegung zum Gedenken an Henning-von-Tresckow. Quelle: Bernd Gartenschläger
Geltow

Am Freitag vor 74 Jahren war es aus und vorbei. Das Attentat auf Adolf Hitler war gescheitert, die Sprengladung hatte den Diktator in der Wolfsschanze nur leicht verletzt. Am Nachmittag des 20. Juli erfuhr Henning von Tresckow von seinem Mitstreiter im Widerstandskampf, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dass es nicht gelungen ist, den Machtwechsel herbeizuführen. Gewissheit hatte er gegen Mitternacht, als er im Rundfunk von der Rede Hitlers hörte. Am 21. Juli 1944 wählte Generalmajor Henning von Tresckow an der russischen Front den Freitod. Sein Vermächtnis bleibt unvergessen. Inmitten der nach ihm benannten Kaserne in Geltow, in der seit 2001 das Einsatzführungskommando der Bundeswehr sitzt, wurde am Donnerstag bei dem traditionellen Gedenken an ihn erinnert.

In der Schaltzentrale des Kommandos, die sonst fest verschlossen ist, kamen mehr als hundert Menschen zusammen. „Für die Wahrung der Würde des Menschen und die Wiederherstellung des Rechts war Henning von Tresckow bereit zu kämpfen und mit dem höchsten Preis, den ein Mensch aufbringen kann, für seine Überzeugung einzugestehen: seinem Leben“, sagte Generalleutnant Erich Pfeffer. Diese Werte, für die er damals kämpfte und starb, seien heute wesentlicher Teil der Verfassung.

Im Vergleich zu den Frauen und Männern des Widerstandes würden sich die Menschen daher jetzt in einer privilegierten Situation befinden, die allerdings nicht selbstverständlich ist. „Diese, unsere Werte müssen gelebt, weitergegeben und verteidigt werden“, so Erich Pfeffer weiter.

Aus Hoffnung wurde Kampf

Winfried Nachtwei (Grüne), Experte für Friedens- und Sicherheitspolitik, beschrieb Hennig von Tresckow als jemanden, „der nicht wegsah, sondern entschlossen aktiv wurde.“ Dabei hatte der in Magdeburg geborene Sohn eines preußischen Offiziers anfangs selbst Hoffnungen in Hitler gehabt. Die zersprangen aber in den Jahren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Nach dem Putsch auf Ernst Röhm ging Henning von Tresckow auf Distanz und entwickelte in der Heeresgruppe Mitte mehrere Attentatspläne auf Hitler. „Tresckow durchschaute den Kurs des Diktators so früh wie wenige“, sagte Winfried Nachtwei. Hinsichtlich seiner Realitätswahrnehmung, seines Wertekompasses, seines Willens, seines Rückgrates und seiner Gewissensstärke sei er ein wichtiges Vorbild.

Für den Vize-Vorsitzenden des Brandenburger Landtags, Dieter Dombrowski (CDU), ist Tresckows Andenken nicht nur von nationaler Bedeutung. „Es dient auch dazu, vor der Welt zu zeigen, dass nicht alle Deutschen gleich sind“, sagte er.

Viele Verbindungen zu Potsdam

Unter den geladenen Gästen saßen auch Uta von Aretin (87), die Tochter Henning von Tresckows, und ihr Sohn Cajetan von Aretin. Nach dem Tod ihres Vaters ist Uta von Aretin gemeinsam mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter verhaftet worden. In einem Interview hatte die studierte Medizinerin einmal gesagt, dass sie damals nichts von dem Kampf ihres Vaters gewusst hatte. Sie beschreibt ihn als einen wundervollen Vater, als heiter und liebevoll. Er habe die Natur geliebt und sei am Wochenende oft mit den Kindern im Berliner Grunewald oder in der Nähe von Potsdam spazieren gegangen. Tresckow wurde für sie von einem Helden zum Vorbild in vielerlei Hinsicht. Der Widerstandskämpfer lebte unter anderem in Berlin-Westend, in Potsdam und im Sommer 1943 bei seiner Schwester in der Villa von Arnim am Griebnitzsee. In der Bornstedter Kirche hatte er im Januar 1926 seine Frau Erika von Falkenhayn geheiratet, mit der er insgesamt vier Kinder hatte.

Tresckow selbst wurde am 10. Januar 1901 in Magdeburg geboren, wo sein Vater als Kavallerieoffizier damals stationiert war. 1917 meldete er sich als Freiwilliger und begann seine Ausbildung im traditionsreichen Potsdamer 1. Garde-Regiment zu Fuß.

Seit 15. Juli 1992 trägt die Geltower Kaserne den Namen „Henning von Tresckow“. Die Gedenkveranstaltungen zu seinem Todestag sind zu einer festen Tradition geworden. Nach den Reden und der Andacht sind mehrere Kränze auf dem Vorplatz niedergelegt worden. In Oldenburg gibt es die zweite Henning-von-Tresckow-Kaserne in Deutschland. Dort sitzt die 1. Panzerdividion der Bundeswehr.

Kaserne war zuerst Luftwaffenschule

1935 wurde die Kaserne als Luftwaffenschule III mit dem zugehörigen Flugfeld in Werder errichtet. Nach dem Krieg nutzten zunächst sowjetische Kräfte die Gebäude.

1956 ging die Kaserne an die Nationale Volksarmee der DDR. 1970 wurde sie Kommando der Landstreitkräfte. Nach der Wende ist zunächst das Heereskommando Ost aufgestellt worden.

Von Luise Fröhlich

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