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Schwielowsee Frauenchor „Cantabella“ hat einen neuen Leiter
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Frauenchor „Cantabella“ hat einen neuen Leiter
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15:18 15.01.2019
Am Klavier zu Hause: Martin Hunger ist Musiker aus Leidenschaft und leitet nun erstmals einen Chor. Quelle: Luise Fröhlich
Geltow

Seit Beginn des neuen Jahres leitet Martin Hunger (37) den Geltower Frauenchor „Cantabella“. Der Potsdamer ist Pianist, Klavierlehrer und befindet sich aktuell in den letzten Zügen seiner Ausbildung zum Chor- und Orchesterleiter. Seine Vorgängerin Susette Preißler hatte sich, wie berichtet, aus beruflichen Gründen nach mehr als 20 Jahren vom Chor verabschiedet. Im MAZ-Interview verrät Martin Hunger, wie er auf die Geltower Frauen aufmerksam wurde, was ihn motiviert und wie er zum Rudelsingen kam.

MAZ: Herr Hunger, der Geltower Frauenchor wird der erste Chor sein, den Sie leiten. Wie fühlen Sie sich vor der ersten richtigen Probe?

Martin Hunger: Es ist schon eine Herausforderung, denn es ist nicht nur mein erster Chor, sondern ein reiner Frauen- und dazu noch A-Capella-Chor. Aber ich wusste, dass die Ausbildung Chor- und Orchesterleiter nur Sinn macht, wenn ich danach auch einen Chor leite. Also habe ich im Internet nach einem in der Umgebung gesucht und bin auf die Geltower Frauen gestoßen. Nach einigen Telefongesprächen und einem Probedirigat stand fest, dass es passt. Die Frauen wollten mich nach der gemeinsamen Probe sofort haben.

Geltow ist Ihnen nicht fremd.

Genau, denn ich bin seit mehr als drei Jahren als Singklassenleiter an der Meusebach-Grundschule tätig. Die Ausbildung habe ich berufsbegleitend gemacht – sie zertifiziert mich dazu, Kinderstimmen auszubilden. Einmal pro Woche bin ich an der Schule zu Gast. Zwischen den Singeklassen und dem Geltower Männerchor besteht zudem eine Kooperation. Jedes Jahr gibt es zwei gemeinsame Konzerte in der Kirche.

Was wird sich bei „Cantabella“ unter Ihrer Führung ändern?

Mein Hauptanliegen ist es, das Repertoire des inzwischen 34 Jahre alten Chores zu aktualisieren und auch zu verjüngen. Vielleicht schaffen wir es so auch, den ganzen Chor zu verjüngen und neue Mitglieder zu gewinnen. Das geht natürlich nur Schritt für Schritt, das heißt, nicht mehr als ein neues Stück pro Probe. Am Ende ist und bleibt es ein Laienchor. Die Frauen kommen meist schon vor Beginn der Probe und genießen das Zusammensein. Das gehört für sie dazu und soll auch so bleiben.

Um Chorleiter in Geltow zu werden, mussten Sie ein Opfer bringen. Was war das?

Ich habe über mehrere Jahre als Pianist den Elternchor der Evangelischen Grundschule Babelsberg begleitet. Als ich nach einem Chor zum Leiten gesucht habe, wollte ich am liebsten einen finden, der montags zusammenkommt, damit sich die Probezeiten am Dienstag nicht überschneiden und ich beides hinkriege. Das hat nun leider nicht geklappt und der Chor war darüber auch traurig. Inzwischen haben sie zum Glück einen neuen Pianisten gefunden.

Sie waren vor Weihnachten anlässlich des Rudelsingens ein paar Mal im Fernsehen zu sehen und saßen beim Weihnachtssingen mit 4500 Gästen im Karl-Liebknecht-Stadion am Klavier. Wie sind Sie zum Rudelsingen gekommen?

Durch meine Teamkollegin und Vorsängerin beim Rudelsingen, Christine Wolff, die ich wiederum über meine Auftritte als Begleitpianist im Nikolaisaal kennengelernt habe. Diese Form der Massenkaraoke verfolgt im Grunde das selbe Konzept, das auch mein Leben und Lehren bestimmt. Ich möchte durch Gesang Freude in die Herzen der Menschen bringen. Die enorme Energie, die dabei transportiert wird, bereitet viel Spaß. Das Rudelsingen sehe ich wie weitere Duo-Projekte als Möglichkeit, mich als Künstler auszudrücken und die Menschen mit Musik in Verbindung zu bringen.

Derzeit arbeiten Sie als Vertretungslehrer für Musik am Helmholtz-Gymnasium in Potsdam. Können Sie sich das als festen Job vorstellen?

Nein, das wäre keine Option für mich. Ich gebe meine Kenntnisse gern an Kinder weiter und der Unterricht trägt immer meine persönliche Handschrift, aber ich bin von Herzen Künstler. Die Arbeit an Schulen ist wichtig für mich, aber sie sollte nicht Überhand nehmen.

Wer wartet auf Sie, wenn Sie abends nach Hause kommen?

Meine Familie. Meine Frau Henriette hat mich in meiner Entwicklung als Pianist und Künstler sehr unterstützt. Wir sind seit sieben Jahren verheiratet und haben zwei Töchter, die neun und elf Jahre alt sind. Sie dürfen Musik erfahren und lernen und haben dazu auch Lust.

Immer dienstags proben die „Cantabellas“

Von 1996 bis 2018 hat Diplommusikpädagogin Susette Preißler aus Potsdam den Frauenchor geleitet. Sie unterrichtet Klavier und Musikalische Früherziehung.

Den Ursprungfand der Chor 1985 mit einer Gruppe singender Gärtnerinnen in einem Geltower Wohnzimmer. Inzwischen kommen die etwa 30 Sängerinnen jeden Dienstagabend zwischen 19.30 und 21.30 Uhr im Vereinshaus „Am Grashorn“ zum Proben zusammen.

Für ihre nun ehemalige Chorleiterin fanden die Sängerinnen rührende Abschiedsworte: „In mehr als 20 Jahren professioneller, vielseitiger und stets erfrischender musikalischer Leitung unter „unserer Susette“ hat sich der Geltower Frauenchor zu einem respektablen Klangkörper entwickelt“, schrieb Henriette Haase.

Wer mitsingen oder den Chor unterstützen will, kann einfach zur Probe kommen oder eine Mail an info@frauenchor-cantabella.de schicken.

Von Luise Fröhlich

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