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Schwielowsee Museumsschloss Caputh feiert 20-jähriges Bestehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Museumsschloss Caputh feiert 20-jähriges Bestehen
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01:15 24.03.2019
Prunkvolles Gemach der Kurfürstin Dorothea: Petra Reichelt ist seit mehr als 20 Jahren Kastellanin im Schloss Caputh. Quelle: fotoS: Anne Knappe
Caputh

Geliebt, weggestoßen und zurückerobert. Der Landsitz, den sich das Kurfürstenpaar Friedrich Wilhelm und Dorothea einst prunkvoll einrichtete, geriet unter Friedrich dem Großen 1765 völlig aus dem Blickfeld. Er hatte kein Interesse mehr am Schloss Caputh und verpachtete es, sodass dort eine Färberei für türkische Garne und später eine Lederfabrik entstand.

Nach der Bodenreform waren hier Berufsschüler untergebracht, dann stand es lange Zeit leer, wurde 1995 durch die Preußische Schlösserstiftung übernommen und restauriert. Genau 20 Jahre ist das jetzt her, seit das Museumsschloss gänzlich wieder eröffnet wurde. In diesem Jahr feiert das Schloss daher sein Jubiläum mit vielen Höhepunkten.

Idyllisch am Fuße des Templiner Sees gelegen, hat das Schloss Caputh so alle stürmischen Zeiten überstanden und sein Antlitz dabei doch nie verloren. „Die frühbarocke Struktur ist erhalten, keiner hat einen modernen Stil reingebracht“, sagt Petra Reichelt. Sie arbeitet seit mehr als 30 Jahren bei der Potsdamer Schlösserstiftung und wacht seit über zwei Jahrzehnten als Kastellanin über die Geschicke des Schlosses in Caputh.

Großes öffentliches Interesse

Bereits als die ersten sechs Räume 1998 im östlichen Teil erstmalig als Schlossmuseum öffneten, war das Interesse groß. „Der ganze Hof war voller Menschen“, sagt Petra Reichelt. Tausende Menschen seien gekommen, um zu bestaunen, was nach dem Leerstand hergerichtet wurde.

Als Schlossführerin hatte Petra Reichelt Touristen durch das Neue Palais geführt, bevor sie ab August 98 nach Caputh kam. „Es ist das Schloss meines Herzens“, sagt die studierte Museologin. Zu den Restauratoren, die damals hier gearbeitet haben, hat sie bis heute ein enges Verhältnis. „Es ist schon ein prägendes Erlebnis, wenn man so ein Schloss saniert.“

Casino, Hotel oder Museum

Petra Reichelt erinnert sich noch gut an den langwierigen Prozess. „Es war ein großes Ringen, dass es ein Museumsschloss wird.“ Es gab auch Überlegungen hier ein Hotel oder ein Casino zu errichten.“ Letztlich setzte sich das Museumsschloss durch. „Für den Ort ist es sehr wichtig gewesen, hier ein touristisches und kulturelles Zentrum zu schaffen.“

Die Bausubstanz aus dem 17.Jahrhundert ist noch vollständig erhalten. Auch die Fassade, die Struktur und die meisten Deckenbilder prunken nach der Restauration in altem Glanz. „Diese baufesten Dinge machen Caputh zu etwas ganz Besonderem“, so Petra Reichelt. So ist das Schloss Caputh das einzige Bauwerk des großen Kurfürsten, welches in der Potsdamer Landschaft noch erhalten ist.

Konzepte für Kinder geplant

Den großen Ansturm aus den ersten Jahren, wo insgesamt 30.000 Menschen ins Schloss strömten, hat man heute freilich nicht mehr. Die Besucherzahlen sind rückläufig. Während es sich zwischendurch bei 20.000 Menschen eingepegelt hatte, kamen im letzten Jahr nur noch um die 15.000 Menschen. Man sei im Ort gut vernetzt mit der Gemeinde aber auch mit den Vereinen. „Wir haben nicht viel falsch gemacht“, so Petra Reichelt. „Das touristische Verhalten ändert sich ja auch.“

Die Aufgabe für die nächsten Jahre bestehe darin, das Ensemble Schloss Caputh mit dem Garten stärker zum kulturellen und touristischen Zentrum zu machen und es wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu heben. Unter anderem wolle man mit der Grundschule Caputh häufiger kooperieren. Dafür arbeite man gerade an einem Führungskonzept. Zuletzt musste man das historische Kinderfest einstellen, weil zu wenig Caputher Kinder kamen. „Das ist eine wichtige Zielgruppe. Der Ort verändert sich ja auch; es ziehen mehr junge Familien her“, weiß Petra Reichelt.

Das Haus der Kurfürstin Dorothea

Vor dem 30-jährigen Krieg gab es an gleicher Stelle schon einmal ein Schloss-Ensemble, zu dem Garten, Kirche und Kirche gehören. In den Wirren des Krieges ging die Anlage verloren.

Kurfürst Friedrich Wilhelm schenkte das Gut seinem Kammerherrn, der auf den Resten des Vorgängerschlosses einen schlichten rechteckigen Baukörper errichtete.

1671 erlangte es der Kurfürst durch einen Tauschvertrag zurück und schenkte es Gemahlin Kurfürstin Dorothea. Unter ihrer Obhut begann danach die Ausgestaltung des Geländes.

Besichtigt werden können der Fliesensaal, zwei Kavalierzimmer, der Festsaal, die Wohnungen des Kurfürstenpaares sowie das Porzellankabinett sowie die Dauerausstellung im Souterrain.

Am 15. Juni findet im Schlossgarten von 18 bis 23 Uhr das „Fest in Weiß“ statt. Der Eintritt im Park ist frei. Das Schloss ist für 6 Euro, ermäßigt 5 Euro, zugänglich.

Im Zuge des Jubiläums überarbeitet das Team gerade außerdem die Schlossdokumentation im Souterrain des Anwesens. Nach 20 Jahren ist es an der Zeit die Tafeln, die sich vor allem auf die Restaurationsjahre konzentrieren, zu erneuern. Sie sollen künftig mehr Geschichten – etwa um die Kurfürstin Dorothea oder Fontane – erzählen. Auch ein Raum für Kinder wird erstmalig in die Dauerausstellung integriert. Zu den Highlights gehört auch das Gartenfest „Preußisch Grün trifft Fest in Weiß“ sowie die große Barock Ausstellung, die gerade im Museumsschloss aufgebaut wird und ab Mai zu sehen sein wird. Besucher können sich auf künstlerische Interventionen von internationalen Küntlern freuen.

Von Anne Knappe

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