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Schwielowsee Pendler können aufatmen: Templiner Straße ist wieder frei
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Pendler können aufatmen: Templiner Straße ist wieder frei
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15:10 01.10.2018
Nach einem Jahr und einem Monat Bauzeit ist die Templiner Straße zwischen Caputh und Potsdam am 1. Oktober freigegeben worden. 
Nach einem Jahr und einem Monat Bauzeit ist die Templiner Straße zwischen Caputh und Potsdam am 1. Oktober freigegeben worden.  Quelle: Luise Fröhlich
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Potsdam/Caputh

Nach einem Jahr und einem Monat Bauzeit können Autofahrer wieder den direkten Weg von Potsdam nach Caputh oder umgekehrt nutzen. Am Montagmorgen haben Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) die frisch sanierte, vier Kilometer lange Trasse freigegeben. Damit gehören das Holpern über die maroden Betonplatten und die beanspruchten Stoßdämpfer der Vergangenheit an.

Der grundhafte Ausbau kostete 4,77 Millionen Euro. Hätte die Gemeinde Schwielowsee der Stadt Potsdam nicht einen Eigenanteil angeboten, wäre die Templiner Straße wahrscheinlich heute noch eine Huckelpiste, gab Jann Jakobs zu. „Diese Sanierung stand nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste“, sagte er. Mit dem verlockenden Angebot der Nachbarn und einer in Aussicht gestellten Förderung der Landes rückte sie dann aber nach oben und wurde im September vorigen Jahres in Angriff genommen.

Radweg teilweise saniert

Die Gemeinde beteiligt sich mit 440 000 Euro an den Kosten, das Land unterstützt den Ausbau mit 2,3 Millionen Euro und die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg gab 292 650 Euro für die Amphibientunnel und -schutzwände dazu. Den Rest stemmt die Landeshauptstadt. „So lange wir zusammenarbeiten, haben wir um diese Straße gerungen“, sagte Kerstin Hoppe zu Jann Jakobs und dankte den Beteiligten.

Innerhalb der Trinkwasserschutzzone ist die Fahrbahn grundhaft erneuert worden, im restlichen Abschnitt hat die Firma Strabag lediglich die bestehende Betondecke überbaut. Leitplanken und Betonschutzwände sollen die gefährlichen Stellen entschärfen. Die Tempolimits variieren je nach Abschnitt zwischen 50 und 70 Stundenkilometern. Der Radweg ist in Teilen ebenfalls saniert worden und vier Bushaltestellen sind jetzt barrierefrei erreichbar. Stützmauern sichern den Hang und die Kröten werden zu insgesamt 25 Tunneln in der Straße geleitet, wo sie gefahrlos vom Wald zum Wasser oder zurück kommen. „Einzelne Kröten haben die Tunnel bereits genutzt“, sagte Jann Jakobs.

Marienquelle etwas versteckter

Fußgänger und Radfahrer können die 6,50 Meter breite Straße an den beiden Ortseingängen über eine Mittelinsel queren. Am Forsthaus Templin sind die beiden Fahrstreifen nach wie vor von der Plantanenallee getrennt. „Es ist gut angelegtes Geld, nicht nur für die Verkehrssicherheit, sondern auch für den Tourismus“, sagte Frank Schmidt, Dezernatsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßenwesen. Etwas versteckter als vorher ist jetzt die Marienquelle kurz vor dem Ortseingang Caputh. Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist dort eine Schutzplanke aufgestellt worden und verdeckt das 1855 errichtete Baudenkmal teilweise.

Bauberater Thomas Streubel von der Firma „Setzpfandt Beratende Ingenieure“ zufolge war während der Sanierung die ein oder andere Hürde zu meistern. Das Sturmtief Xavier etwa, das am 5. Oktober 2017 übers Land fegte, ließ mehr als 50 Bäume auf die Baustelle kippen. „Wir mussten lange warten, bis wir weitermachen konnten, weil die Feuerwehr natürlich zuerst in Potsdam mit Aufräumen beschäftigt war“, erklärte der Ingenieur. Es folgte eine späte Frostperiode, die die Bauarbeiten zusätzlich in Verzug geraten ließ. Außerdem hob der Energieversorger einen neuen Graben aus und verlegte Leitungen für Gas, Wasser und Strom.

Busshuttle entfällt

Zuletzt mussten die Arbeiten mit denen an der Baustelle der Eisenbahnbrücke am Templiner Damm abgestimmt werden. Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn diese Brücke noch im September für Fußgänger und Radfahrer freigeben. Daraus wurde aber nichts, wie Bahnsprecher Gisbert Gahler am Montag auf MAZ-Nachfrage bestätigte. Nach der ersten Begutachtung seien Auflagen erteilt worden, die die Baufirma nun noch abarbeiten muss. Sobald dies abgeschlossen ist, werde die Brücke freigegeben. Einen Termin nannte der Sprecher nicht.

Mit dem Ende der Bauarbeiten auf der Straße kehrt die Linie 607 zwischen Potsdam und Caputh auf ihre bisherige Route zurück. Zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof und dem Caputher Schloss werden wieder alle regulären Haltestellen bedient. Die zusätzliche Linie 607 E mit den Fahrten zwischen Potsdam, Forsthaus Templin und Potsdam Hauptbahnhof entfällt somit.

Von Luise Fröhlich