Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Schwielowsee Wasserentnahme in Werder: Ab 1. April gibt es Einschränkungen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schwielowsee Wasserentnahme in Werder: Ab 1. April gibt es Einschränkungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:15 31.03.2020
Ab 1. April gelten in Werder und Umgebung Einschränkungen bei der Wasserentnahme für den Garten. (Symbolbild) Quelle: dpa/Ina Fassbender
Anzeige
Werder/Schwielowsee

Die Stadtverwaltung Werder erinnert daran, dass ab Mittwoch, 1. April, Einschränkungen beim Gartenwasser gelten. Grund ist der Neubau des Trinkwasserhochbehälters an der Friedrichshöhe. „Genau heißt das: Ab Mittwoch darf in der Zeit von 5 bis 22 Uhr kein Wasser aus dem WAZV-Netz entnommen werden, um gärtnerisch genutzte Flächen, Gärten oder Kleingärten zu beregnen, zu berieseln, zu bewässern oder zu begießen“, schreibt Stadtsprecher Henry Klix in einer Mitteilung. Das gelte auch für landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen.

WAZV: Möglichst auch Trinkwasser sparen

Ebenso sei es verboten, ab diesem Zeitpunkt und in diesem Tageszeitraum Hof-, Straßen- und Wegflächen, Grünflächen und Parkanlagen, Spiel- und Sportplätze, Terrassen, Dächer und sonstige Anlagen und Bauwerke mit Trinkwasser aus der öffentlichen Trinkwasserversorgungsanlage des WAZV zu besprengen sowie Wasserbecken einschließlich Swimmingpools zu befüllen.

Anzeige

Zusätzlich sollte jeder Bürger versuchen, Trinkwasser zu sparen, empfiehlt die Geschäftsführerin des WAZV Werder-Havelland, Bärbel Gärtner. Sparprogramme bei der Waschmaschine oder beim Geschirrspüler, den Sparknopf beim WC, tropfende Hähne erneuern, das Wasser nicht unnötig laufen lassen – das seien Regeln, die jetzt für alle gelten sollten. „Nur bei der Handhygiene sollte man sich derzeit natürlich nicht zurückhalten“, betont sie.

Lesen Sie dazu auch:

Im Garten gebe es viele Möglichkeiten, das wertvolle Trinkwasser zu schonen. Der Verband hat dafür Tipps zusammengestellt, die auf der Homepage wazv.de veröffentlicht werden. Auch auf Werders Friedhöfen darf das Gartenwasser in diesem Jahr nicht genutzt werden. Die Stadt stellt auf den kommunalen Friedhöfen Wassertanks auf, die nachts befüllt werden. Die Grabpflege ist also weiter möglich.

Hier gelten die Einschränkungen

Die Einschränkungen gelten voraussichtlich bis einschließlich 31. Oktober für folgende Teile des Verbandsgebietes:

Werder (Havel) mit Werder, Derwitz, Kemnitz, Kolonie Zern, Phöben, Plessow, Neu Plötzin, Plötzin, Töplitz, Leest, Glindow, Bliesendorf, Petzow

Groß Kreutz mit Groß Kreutz, Krielow, Bochow, Bochow-Bruch

Kloster Lehnin mit Göhlsdorf, Damsdorf und Trechwitz

Schwielowsee mit Ferch und Kammerode

Verwaltung gibt Tipps zum Wasser sparen im Garten

Um das Sparen des Wassers zu erleichtern, geben Verwaltung und WAZV den Bürgern einige Tipps an die Hand:

Rasen nicht so kurz schneiden: Stellen sie ihren Rasenmäher etwas höher ein. Ein langer Rasen beschattet sich selbst und spart damit sehr viel Wasser. Säen Sie robuste Rasensorten aus. Sie haben den Vorteil, dass sie anspruchsloser sind, heiße Sommer besser vertragen und weniger Wasser benötigen.

Mit Rindenmulch schützen: Die Pflanzen mit Rindenmulch oder Rindenhumus zu mulchen, erschwert nicht nur den Unkräutern das Wachsen und verbessert bei der Zersetzung die Bodenqualität. Die Mulchschicht hält auch die Feuchtigkeit länger im Boden. Decken Sie Ihre Pflanzen deshalb mit Rindenmulch ab. Sie müssen deutlich weniger gießen.

Regentonne nutzen: Nutzen Sie Ihre Regentonne oder besser noch eine Regenwasserzisterne, um außerhalb der erlaubten Gießzeiten ihren Garten zu wässern. Wenn die Regentonne leer ist, können Sie sie zwischen 22 und 5 Uhr mit Gartenwasser auffüllen. Sie können das Wasser aus der Regentonne mit einer Tauchpumpe verteilen. Es ist übrigens weniger Stress für die Pflanzen, wenn das Wasser auf Lufttemperatur vorgewärmt ist.

Tiefwurzler pflanzen: Achten Sie schon bei der Pflanzenauswahl auf den Wasserbedarf. Tiefwurzler wie Eibe, Sommerflieder, Rose, Lavendel, Stockrose, Eisenhut, Türkenmohn oder Lupine versorgen sich bei Trockenheit mit Wasser aus den unteren Erdschichten. Es lohnt sich also, schon beim Kauf bei der Gärtnerei nach dem Pflege- und Wasserbedarf zu fragen.

Im Wurzelbereich gießen: Statt den Garten täglich flächendeckend zu bewässern, ist es besser, ein bis zweimal pro Wochen intensiver und direkt im Wurzelbereich der Pflanze zu gießen. Der Boden sollte anschließend ca. 15 Zentimeter tief durchfeuchtet sein.

Nach dem Regen schuffeln: Wenn Sie Ihre Gemüsebeete regelmäßig, vor allem nach längeren Regenfällen, schuffeln, hält das nicht nur den Unkrautwuchs in Grenzen. Der Boden trocknet auch nicht so schnell aus. Feinen Wasserkanäle in der obersten Erdschicht werden durchtrennt, das begrenzt die Verdunstung.

Brunnen bohren: In einigen Stadt- und Ortsteilbereichen von Werder ist das Anlegen von Brunnen wegen des Trinkwasserschutzes oder der Höhenverhältnisse nicht möglich, in anderen schon. Fragen Sie einen Fachmann und denken Sie daran, dass Sie für den Brunnenbetrieb eine Genehmigung benötigen.

Und was ist mit der Friedhofsbewässerung? Auch auf den Friedhöfen darf das Gartenwasser nicht genutzt werden. Die Stadt hat auf den kommunalen Friedhöfen Wassertanks aufgestellt, die nachts befüllt werden. An den Tanks können Besucher die Gießkannen befüllen, die Grabpflege ist also weiter möglich.

Von MAZonline