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Schwielowsee Die weißen Spatzen von Caputh
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15:33 09.07.2019
Ein weißer Spatz in einem Garten in Caputh. Quelle: privat
Potsdam

Sie sind in Caputh unterwegs gewesen und meinen, dass das schneeweiße Spatzen waren, die da an Ihnen vorbeigeflattert sind? Sie können ganz getrost sein: Bei Ihnen piept’s nicht! Eine Laune der Natur beschert dem Haveldorf in diesem Sommer den sonderbaren und seltenen Anblick, den einige MAZ-Leser inzwischen beinahe täglich in ihrem Garten genießen können. Im vergangenen Jahr habe es mit einem einzelnen Vögelchen begonnen, berichten sie – als nun der zweite weiße Spatz auftauchte, griffen sie zum Telefon.

Ein Total-Albino ist vom Scheitel bis in die Federspitzen weiß

Hellhörig wird bei so einer Sichtung auch der Ornithologe Manfred Pohl. „Teil- oder Total-Albino?“, das ist seine erste Frage. Bei Teil-Albinos sei nicht das komplette Gefieder weiß, erklärt Manfred Pohl. Es könne sein, dass der Vogel gefleckt ist oder dass zum Beispiel nur ein Flügel betroffen ist. Ein Total-Albino ist vom Scheitel bis in die Federspitzen gleichmäßig weiß – so wie die weißen Spatzen von Caputh.

Für den Albino ist das Leben schwerer als für brünette Artgenossen

Manfred Pohl ist der Chef des Potsdamer Kreisverbands des Naturschutzbundes (Nabu), er leitet zudem die Fachgruppe Ornithologie und unternimmt seit Jahren ausgedehnte Touren durch die Landschaft rund um die Landeshauptstadt. Dennoch sind ihm bisher nur wenige Albinos in der Wildvogel-Welt vor Potsdams Türen begegnet. So hat er vor fünf, sechs Jahren über längere Zeit hinweg eine Albino-Amsel am Schlachtensee beobachtet und vor zwei Jahren von weißen Sperlingen in Werder gehört. Viel öfter aber hat er erklären müssen, dass der gemeldete Albino gar kein Spatz, sondern ein entflogener weißer Kanarienvogel ist. Ob aber ausgewiefter Wildvogel oder verzärteltes Ziergetier: „Die Tarnung fehlt“, sagt Manfred Pohl. Für Raubvögel wie den Sperber sei das weiße Gefieder um einiges besser zu sehen – für einen Albino ist das Überleben damit schwerer als für seine brünetten Artgenossen.

Der Haussperling ist der Roten Liste schon sehr nah

„Der Haussperling – auch Spatz genannt – ist in der hiesigen Vogelwelt die häufigste Art“, sagt Manfred Pohl. Trotzdem sei der Bestand in den vergangenen Jahrzehnten so stark zurückgegangen, dass der Haussperling seit 2002 in der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Brutvögel Deutschlands geführt wird – im gleichen Jahr wählte ihn der Nabu deshalb auch zum Vogel des Jahres. „Der Rückgang des Haussperlings scheint sich vorerst nicht weiter fortzusetzen“, sagt Manfred Pohl. Es deute sich sogar eine leichte Besserung an.

Wer Wildvögeln helfen möchte, baut Nistkästen und Insektenhotels

Wer etwas Gutes für den Spatz und für andere Wildvögel tun möchte, kann das recht einfach: „Es hilft zum Beispiel ungemein, Nistkästen und Insektenhotels anzubringen“, sagt Manfred Pohl. Er rät außerdem dazu, den Vögeln nicht nur im Winter, sondern rund ums Jahr Futter anzubieten. „Der letzte Sommer ist so heiß gewesen, dass es kaum Insekten und damit für die Vögel auch nichts zu fressen gab“, so Pohl. Intensive Landwirtschaft und der Klimawandel würden dem Bestand zusetzen. Der illegale Vogelfang an der ägyptischen Küste sei eine zusätzliche Gefahr speziell für Zugvögel wie Neuntöter und Pirol. Der Spatz ist seinem Kiez übrigens treu. „Dort, wo er geschlüpft ist, versucht er sein Revier zu finden – er bleibt in der Nähe“, sagt Manfred Pohl. Vielleicht dürfen sich die Caputher ja schon bald über eine ganze Albino-Spatzenfamilie freuen.

Von Nadine Fabian

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