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Potsdam-Mittelmark Schwitzen und schwatzen
Lokales Potsdam-Mittelmark

Schwitzen und schwatzen

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11:28 25.01.2021
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BAD BELZIG

. Immer freitags ab 17 Uhr gibt es für sie kein Halten mehr. Dann treffen sie sich in der Stein-Therme und zelebrieren die Abwechslung von Heiß und Kalt.

Während der 56-jährige Kurstädter Axel Hellner wegen der räumlichen Nähe zu seiner Wohnung beinahe mit Pantoffeln anrücken könnte, nehmen die meisten anderen Saunafreunde weite Anreisen in Kauf. Unter den 20 Stammgästen sind etliche Berliner, Brandenburger und Wusterwitzer.

„Die Anlage ist schön klein, überschaubar und damit auch irgendwie intim“, sagt die aus Brandenburg an der Havel stammende Betti Neitzel. „In der Stein-Therme geht es so wunderbar familiär zu.“

Mit dem Personal sind die Saunafans oft schon lange per Du. „Da stimmt einfach die Atmosphäre“, schwärmt Betti Neitzel. Inzwischen gebe es schon richtige Freundschaften zwischen den guten Geistern, die für genug Dampf sorgen, und den Stammgästen.

Das älteste Mitglied im Saunafanklub ist der 82-jährige Wusterwitzer Günter Willigerot. Er ist als vorerst Letzter zu der Truppe hinzugestoßen. Die Jüngste in der Runde ist die elfjährige Sophie-Charlotte aus Berlin-Friedrichshain. Ihre Eltern brachten sie schon mit in die Sauna, als die Tochter erst drei Jahre alt war. Inzwischen ist sie so etwas wie ein Stammmitglied.

„Wollt ihr einen Witz hören?“, fragt sie grinsend zwischen den Aufgüssen in die Runde. Die ist ganz gespannt und will gleich noch zwei mehr erzählt bekommen. Die muntere Plauderstunde verlegt die Truppe auch gerne anschließend in das Bistro in der Therme. Die Zusammensetzung der Saunagemeinschaft ist denkbar bunt zusammengewürfelt. Rentner schwitzen neben Gerichtsvollziehern und Krankenschwestern, Finanzbeamte sitzen mit Imkern im Abkühlbecken. „Bei uns ist eigentlich alles vertreten“, sagt Betti Neitzel schmunzelnd.

Hinter den großen Saunatüchern und im Dampf der Aufgüsse scheint die unterschiedliche soziale Herkunft in schöner Regelmäßigkeit gleich mit zu verfliegen. Genau das mache es auch so angenehm und abwechslungsreich, heißt es unisono. Manche besonders Eifrige belassen es nicht bei dem einen Termin in der Woche und schwitzen zusätzlich auch noch an anderen Tagen in der Therme.

Bad-Mitarbeiterin Mandy Wiesecke kennt die Saunafreunde und sorgt in der russischen Banja für ein feuchtes Klima. Dort werden wegen der besonderen ätherischen Öle die extra aus Finnland und Weißrussland importierte Birkenzweige für den Aufguss verwendet. Einheimische Birke würde keinesfalls funktionieren. „So, meine Herrschaften", begrüßt sie ihre Gäste. Von da an wird es heiß. Für die Besucher in der obersten Reihe hat sie meistens einen lockeren Spruch des Bedauerns auf Lager. „Wären Sie schneller gewesen, hätten Sie auch noch Platz in einer der beiden unteren Reihen bekommen.“

Während es in der russischen Sauna oft geschwätzig zugeht, wird in den beiden anderen lieber geschwiegen und entspannt. „Man muss sich den Leuten anpassen", sagt Mandy Wiesecke.

Es gibt nach Aussagen von Thermen-Chef Christian Kirchner mehrere solcher festen Sauna-Gemeinschaften im Gesundheitsbad. „Aber sicher keine mit einer größeren Mitgliederzahl und Beständigkeit“, erklärt Betti Neitzel stolz.

Die Saunafreunde treffen sich auch außerhalb der Kur-stadt. Mehrmals im Jahr fahren sie gemeinsam in andere Schwitzhütten der Republik. Lübbenau und Burg im Spreewald, Altenau im Harz, Eibenstock im Erzgebirge waren schon Ziele der dreitägigen Touren. (Von Rainer Marschel)

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