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Seddiner See Gefährliches Baden: Kreis warnt vor Blaualgen im Seddiner See
Lokales Potsdam-Mittelmark Seddiner See

Blaualgen: Besser aus dem Wasser, wenn Sie Ihre Füße nicht sehen

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00:25 18.06.2020
Im Sommer kann die Idylle auch täuschen: Blaualgen machen das Badevergnügen kaputt. Quelle: Friedrich Bungert
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Seddiner See

Im Seddiner See traten im Juni mindestens einmal Blaualgen (Cyanobakterien) auf, teilte der Landkreis Potsdam-Mittelmark am Dienstag mit. Wasserproben, die aufgrund einer Meldung vom 9. Juni an der Badestelle Kähnsdorf entnommen wurden, hätten den Verdacht bestätigt. Eine Kontrolle am 12. Juni hätte ergeben, dass kein Befall mehr an dieser Stelle vorlag. Allerdings hätten besorgte Anrufe von Badegästen darauf hingewiesen, dass nun an einer anderen Stelle des Sees Blaualgen aufgetreten wären. An welcher, wurde vom Landkreis nicht konkretisiert. Da es am Wochenende geregnet habe, könne es sein, dass der Befall inzwischen wieder verschwunden sei, heißt es weiter.

Blaualgen treten in nährstoffreichen, langsam fließenden, stehenden oder rückgestauten Gewässern auf. Am besten wachsen sie bei bei hoher Lichtintensität, einem Überangebot von Phosphor und Stickstoff sowie anhaltenden sehr warmen Temperaturen. Daher kann es im Sommer zu einem explosionsartigen Anstieg ihrer Biomasse kommen.

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Der Seddiner See hatte im Juni schon mit Blaualgen zu tun. Quelle: Bernd Gartenschläger

Bei Auftreten von Blaualgen in einem Gewässer wird kein Badeverbot ausgesprochen, sondern es wird nur vom Baden abgeraten. Die Toxine, die von diesen Bakterien gebildet werden, können beim Verschlucken von Wasser aufgenommen werden und Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall verursachen. Besonders empfindliche Menschen können auch unter Hautreizungen, Quaddeln und Atemnot leiden. Vor allem Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter seien durch ihr Spielverhalten gefährdet, warnt der Landkreis. Auch Hunde sollten bei Blaualgenbefall besser nicht ins Wasser.

Raus aus dem Wasser

Er gibt folgende Verhaltenshinweise:

* Sollte man die Füße nicht mehr sehen, wenn man bis zu den Knien im Wasser steht, empfiehlt es sich, auf das Baden zu verzichten. * Beim Baden kein Wasser schlucken.* Kein Aufenthalt in Bereichen mit sichtbaren Schlieren.* Kinder sollen nicht in Gewässern mit Verdacht auf Blaualgen spielen oder planschen.

Sollten Beschwerden nach dem Baden auftreten, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen und den Fachdienst Gesundheit zu informieren.

EU-Badestellen mit hervorragender Qualitätseinstufung

Außerdem hat der Landkreis bekanntgegeben, dass von seinen acht EU-Badestellen sieben die Qualitätseinstufung „ausgezeichnet“ erhalten haben: Am Glindower See sind dies das Strandbad Glindow und das Blütencamping „Riegelspitze“ in Werder, am Plessower See das Strandbad Werder, am Schwielowsee die Strandbäder Caputh und Ferch sowie am Beetzsee der Campingplatz Gortz und in Päwesin das KiEZ Bollmannsruh. Die Badestelle am Campingplatz Butzow am Beetzsee wurde mit „gut“ bewertet.

Die Badesaison beginnt für diese Badestellen in diesem Jahr am 13. Juli und dauert bis 6. September. Die Untersuchung der Wasserqualität findet an den EU-Badestellen jeweils am 29. Juni, dem 27. Juli und dem 24. August statt. Informationen zu den Ergebnissen gibt es auf der Internetseite des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz.

Die Überwachung der lokalen Badestellen beginnt bereits am 22. Juni. Im Juli, August und September finden weitere Entnahmen von Wasserproben statt. Hier wird das Ende der Badesaison voraussichtlich der 15. September sein.

Von Konstanze Kobel-Höller