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Potsdam-Mittelmark Ältere sollen die Enkeltricks durchschauen
Lokales Potsdam-Mittelmark Ältere sollen die Enkeltricks durchschauen
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00:30 23.06.2019
Plantagenplatz in Werder. Den Senioren fehlen Bänke in der Stadt zum Ausruhen. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Dorothea Slodowy (72), die Vorsitzende des Seniorenbeirats, erklärt, warum ihr das Thema Sicherheit besonders am Herzen liegt.

Frau Slodowy, die Stadt veranstaltet an diesem Freitag vorm Schützenhaus den 1. Seniorentag.ab wann ist man Senior?

Das ist schwer zu sagen, ab 55 oder 60, das muss jeder für sich entscheiden.

Ist Werder ein attraktiver Ort für Senioren?

Ja, ich denke schon, allein von der Natur her. Außerdem kann man viel Kultur, auch in Potsdam und Berlin, erleben. Auch gibt es eine gute Infrastruktur, was Ärzte und Apotheken betrifft.

Was könnte man verbessern?

Unser Anliegen als Seniorenbeirat ist, dass sich mehr Leute aufraffen und sich in die Stadtgesellschaft einbringen. Es gibt viel zu tun und wahrzunehmen! Unser neues projektbezogenes Konzept soll sich daher mit der Frage befassen, wie man in Werder aktiv und sicher älter werden kann.

Spalt zwischen Alteingesessenen und Neubürgern

Sie suchen ehrenamtliche Mitglieder für den Seniorenbeirat, es sind gar keine Männer dabei.

Leider nicht, die würden wir gerne dazunehmen, das gibt eine andere Dynamik. Der Seniorenbeirat existiert seit 1995, aber wir sind zurzeit nur zu fünft. Wir erfüllen auch eine Netzwerkfunktion zwischen den Institutionen und sind Ansprechpartner für ältere Bürger in der Stadt. Wir treffen uns am letzten Donnerstag im Monat im alten Rathaus, um Glückwünsche zu überbringen oder Ausflüge zu organisieren.

Spüren Sie einen Spalt zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen?

Ja, die mangelnde Beteiligung hat sicher auch damit zu tun.

Vor zwei Jahren hatte der Seniorenbeirat eine Umfrage durchgeführt…

… und die arbeiten wir jetzt ab. Es ging darum, was Senioren sich wünschen. Mit der Stadt diskutieren wir, was ist leistbar und was nicht. Die meisten Teilnehmer wünschten sich mehr Sitzbänke; das ist schwierig, weil dazu auch mehr Müllkörbe und ihre Leerung gehören. Ein bekanntes Problem sind ebenso fehlende öffentliche Toiletten, im Ortsteil Glindow gibt es beispielsweise gar keine.

Beim Programm des Seniorentags haben Sie Wert auf das Thema Sicherheit gelegt.

Genau, in all ihren Aspekten. Es geht um Unfallverhütung in der Wohnung, beispielsweise bei der Sturzprophylaxe. Ich war Gymnastiklehrerin und werde Übungen zeigen, die man zuhause selbst machen kann. Außerdem wird eine Tai-Chi-Lehrerin kleine Übungsformen vorstellen, um das Gleichgewicht zu trainieren. Die Veranstaltung ist auch als Weiterführung unseres letztjährigen Projekts „Gesünder älter werden in Werder“ zu betrachten.

Polizei informiert über Einbruchschutz

Welche Sicherheitsaspekte liegen Ihnen noch am Herzen?

Am Seniorentag wird die Polizei unter anderem über Einbruchschutz informieren. Die Veranstaltung begreifen wir aber auch als Einladung, um Ideen und Impulse aus der Bevölkerung aufzunehmen. Wir möchten in naher Zukunft noch weitere projektbezogenen Angebote zum Thema Sicherheit machen: Schutz vor Enkeltricks, vor betrügerischen Telefonanrufen, Sicherheit im Straßenverkehr und eventuell einen Workshop zur Zivilcourage. Darin könnte es darum gehen, wie man auf Provokationen im öffentlichen Nahverkehr reagiert.

Wen haben Sie noch in den Anlass eingebunden?

Dank großer Unterstützung durch die Stadt wird es ein vielfältiger Infotag: Der Fußballverein wird Würste grillen, die Kita Eichenhof sowie das Restaurant im Schützenhaus bieten Kaffee, Kuchen und Getränke an. Reisebüros aus Werder stellen Single-, Senioren- und Mehrgenerationenreisen vor. Es wird zu Wohnen, Betreuung, Pflege, Gesundheits- und Freizeitangeboten beraten. Zur Begrüßung um 10 Uhr singt der Seniorenchor des Hauses Casa Reha am Zernsee und lädt zum Mitsingen ein. Er hat sich für alle Bürger geöffnet, das ist ein schönes Integrationsprojekt. Anschließend spielt „Take it Easy“ Countrymusik mit einem Schuss Comedy. Um 15 Uhr läuft eine Modenschau. Den Abschluss macht der junge Niclas Freese mit Popsongs und Balladen.

Von Gabriele Spiller

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