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Potsdam-Mittelmark Sodexo geht: Kocht die Kommune bald selbst?
Lokales Potsdam-Mittelmark Sodexo geht: Kocht die Kommune bald selbst?
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02:15 26.10.2017
Der bisherige Versorger verabschiedet sich eventuell aus Treuenbrietzen. Schulessen wird es aber trotzdem weiterhin geben.
Der bisherige Versorger verabschiedet sich eventuell aus Treuenbrietzen. Schulessen wird es aber trotzdem weiterhin geben. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Treuenbrietzen

Die Essensversorgung an den beiden Schulen der Stadt Treuenbrietzen und der Kindertagesstätte „Haus der Kleinen Strolche“ in Marzahna soll neu geregelt werden. Ende 2018 läuft der Vertrag für die Mittagsversorgung mit dem Caterer Sodexo aus. Ob die Firma den Standort hält, ist unklar. „Das entscheidet sich erst im nächsten Jahr“, sagt Regionalbetriebsleiter Marcel Vogel der MAZ.

Die Treuenbrietzener Stadtverwaltung erwägt, künftig selbst tätig zu werden. Deshalb wurde eine Steuergruppe „Mittagessen an städtischen Betreuungseinrichtungen“ ins Leben gerufen. Sie soll aus Eltern, Lehrern, Schülern, Experten und Vertretern des Bildungsausschusses sowie der Verwaltung bestehen. Die Gruppe will in den kommenden Monaten erörtern, „was wir tun können und was nicht“, sagte Jens Heinze vom Bürgeramt jüngst im Sozialausschuss.

Der Caterer Sodexo bereitet derzeit in einem Teil der Aula der Albert-Schweitzer-Grundschule täglich bis zu 3000 Portionen zu. Von dem Standort aus werden auch Einrichtungen in Nachbargemeinden beliefert. Das kommunale Objekt ist allerdings stark sanierungsbedürftig. „Für die Firma lohnt sich eine Investition nicht“, sagte Heinze. Die Stadt muss sich deshalb Gedanken machen, woher die 235 Essen ab 2019 kommen sollen, die derzeit von dem Caterer in ihre drei Einrichtungen geliefert werden. Mit der Steuergruppe soll das Problem rechtzeitig angegangen werden.

Die rund 40 Mitglieder der Gruppe treffen sich erstmals am 9. November in der Aula der Grundschule. Dazu sind auch interessierte Bürger eingeladen. Dabei sollen verschiedene Formen der Versorgung vorgestellt werden. „Denn die Möglichkeiten sind vielfältig und in den vergangenen Jahren stark gewachsen“, betonte Heinze.

Im kommunalen Gebäude der Schweitzer-Schule Treuenbrietzen betreibt der Caterer Sodexo eine Schulküche. Thomas Stage ist dort Betriebsleiter. Quelle: Thomas Wachs

Dafür haben sich mehrere Mitarbeiter des zuständigen Fachbereichs bereits angesehen, wie andere Bildungseinrichtungen die Mittagsversorgung gestalten. In der Blönsdorfer Grundschule beispielsweise wird das Essen von Sodexo aus Werder/Havel warm angeliefert. Das Personal vor Ort muss es dann nur noch an die Schüler ausgeben.

„Außerdem waren wir in Werbig bei Jüterbog“, sagte Heinze. Dort hat die Gemeinde Niederer Fläming eine eigene GmbH gegründet. Sie versorgt ihre Kita, die Grundschule in Werbig und ältere Einwohner mit dem täglich frisch gekochten Essen. „Wir möchten zunächst alle Möglichkeiten offen beleuchten, ohne dass bestimmte Varianten beispielsweise aus Kostengründen ausgeschlossen werden“, sagte Heinze.

Die Neuregelung der Mittagsversorgung ist laut Heinze besonders schwierig, weil die Gruppe vorerst ohne konkrete Zahlen arbeiten muss. Denn diese hängen von verschiedenen Faktoren ab: Soll eine Belieferung in Anspruch genommen werden? Wird das Essen vor Ort erwärmt oder nur ausgegeben? Welche Möglichkeiten bestehen für die Stadt, selbst zu kochen? Sogar die Gründung eines Vereins wäre möglich. Außerdem müsse geklärt werden, welche Einrichtungen der Stadt das neue Angebot nutzen werden, sagte Jens Heinze.

Erst danach könne die Stadt konkrete Aussagen zu möglichen Preisen treffen. „Bis die Steuergruppe aber nicht eine Richtung vorgegeben hat, wäre jede Zahl nur gelogen und ausgedacht“, erklärte der Rathausmitarbeiter.

Von Victoria Barnack

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