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Potsdam-Mittelmark Spatenstich am alten Obstzüchterhaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Spatenstich am alten Obstzüchterhaus
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18:25 01.03.2018
Walter Kassin, Steffen Lehmann, Manuela Saß, Christian Große, Norbert Seidel und Jorinde Bugenhagen (v.l.) beim symbolischen Spatenstich vor dem Lindowschen Haus. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Räucherkammer, Schweinetröge und eine Obsthütte: Im und am Lindowschen Haus in Werder scheint die Zeit stehen geblieben. Vieles erinnert an seinen Ursprung als Obstzüchterhof am Fuße der Schuffelgärten und des Galgenberges. Mehr als 20 Jahre herrschte Stillstand am Plantagenplatz, doch damit ist es nun vorbei. Wie berichtet, wird das denkmalgeschützte Gehöft seit Jahresbeginn saniert und um einen Neubau ergänzt. Das kommt gerade zur rechten Zeit, denn die Stadt braucht dringend mehr Platz für ein Besucherzentrum und den Bürgerservice. Beides soll im fertig sanierten Anwesen unterkommen, voraussichtlich im Frühjahr 2019, wie der 1. Beigeordnete, Christian Große (CDU), sagte. Am Donnerstag haben Beteiligte der Stadt, der Planungsgruppe, des Denkmalschutzes und des Werderschen Obst- und Gartenbauvereines symbolisch einen Spartenstich gesetzt. „Das Haus liegt uns schon lange am Herzen“, erklärte Christian Große.

Vor zweieinhalb Jahren hatte es erste Pläne gegeben, es als Besucherzentrum auszubauen. Werder sei bei den Touristen gefragt, weshalb ein zentralerer und größerer Anlaufpunkt nötig ist, so der Vize-Bürgermeister weiter. Laut gestern vorgelegten Zahlen des Landesamtes für Statistik liegt Werder auf Rang 10 der beliebtesten Reiseorte und ist sogar das beliebteste Ziel in der Reiseregion Havelland. Mehr als 9600 Gäste haben im vorigen Jahr die enge Tourist-Information auf der Insel besucht und es könnten weiter mehr werden. Denn das Interesse am Urlaub in der Blütenstadt ist gleichbleibend groß. Knapp 277 000 Übernachtungen und 79 144 Gästeankünfte wurden 2017 gezählt. Bei den Übernachtungen konnte die Stadt damit einen Anstieg von acht Prozent im Vergleich zu 2016 erzielen. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,6 Prozent.

„Details machen das Projekt spannend“

Die Tourist-Information soll im vorderen Bereich des Lindowschen Hauses, das aus drei Flügeln besteht, unterkommen. Dieser war das frühere Wohnhaus. Dort sei auch eine Ausstellung regionaler Produkte geplant. Der Neubau wird an die offene Seite gesetzt und soll gemeinsam mit der Remise den Bürgerservice beherbergen, der sich derzeit noch im Schützenhaus befindet. Den früheren Stall, der Remise und Wohnhaus verbindet, sollen beide Bereiche gemeinsam nutzen. „Ziel ist es, das Gehöft als Ganzes auch für die Nachwelt verständlich zu machen“, erklärte Jorinde Bugenhagen von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

Wo es geht, werden Originalteile erhalten, wie beispielsweise gemusterte Fliesen in der Küche, bauzeitliche Fenster, die Räucherkammer im Dachgeschoss oder die Kellergewölbe. Ein Schweinetrog aus dem einstigen Stall bleibt ebenfalls. „Eine ganze Reihe von Details macht das Projekt spannend“, sagte Projektplaner Norbert Seidel, der auch maßgeblichen Anteil an der Restaurierung der Bismarckhöhe in Werder hatte.

Seit kurz nach der Wende steht das Haus leer

Das Dach des Lindowschen Hauses muss wegen des schlechten Zustandes durch pflanzlichen und tierischen Befall abgerissen werden, berichtete Jorinde Bugenhagen. Ein Bauforschungsbüro wird sich die Reste genau ansehen und zum Beispiel anhand von beim Bau verarbeiteten Holzteilen ermitteln, wann das Lindowsche Haus genau gebaut wurde. „Bislang steht nur fest, dass es vor 1839 gewesen sein muss“, so die Denkmalpflegerin weiter. Auch im Außenbereich wird sich einiges tun. Abgesehen von Fahrrad- und Autoparkplätzen sowie Flächen, die für Elektro-Tankstellen vorgesehen sind, wird das Gelände der Tradition folgend mit Kultur- und Zierbäumen wie Kirsche, Aprikose und Apfel bepflanzt. Walter Kassin vom Obst- und Gartenbauverband wünscht sich einen nahtlosen Übergang zu den Schuffelgärten. Seit kurz nach der Wende steht das Haus leer, nachdem es 1985 für die Nutzung als Obstbaumuseum zuletzt renoviert wurde. Lange war es in Privatbesitz, bis es die Stadt Werder 2009 gekauft hat.

Die Gesamtkosten für die Sanierung liegen bei 2,5 Millionen Euro. 80 Prozent davon übernimmt die Städtebauförderung des Landes Brandenburg.

Warum das Anwesen Denkmalwert hat

Den Wert eines Denkmals erhält das Lindowsche Haus dadurch, dass es ein Beispiel für ein Obstbauerngehöft ist, wie es einst für Werder typisch war. Die Anlage dokumentiert Stadtgeschichte und den Haupterwerbszweig der Bewohner. So schreibt es das Landesamt für Denkmalpflege in einer Bewertung im Jahr 1992.

Es handelt sich um das vermutlich letzte in dieser Vollständigkeit einschließlich Vorplatz und Nebengebäuden erhaltene Gehöft. Dazu zählt auch die Obsthütte direkt an der Straße Plantagenplatz.

Von Luise Fröhlich

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