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Potsdam-Mittelmark Stahlverarbeiter kündigt Schallschutz an
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahlverarbeiter kündigt Schallschutz an
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17:03 28.03.2017
Die Produktionshalle der Ruhl GmbH im Golzower Gewerbegebiet liegt wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt.
Die Produktionshalle der Ruhl GmbH im Golzower Gewerbegebiet liegt wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt. Quelle: Marion von Imhoff
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Golzow

Anwohner des Golzower Gewerbegebietes haben mit ihren Klagen über Lärm jetzt offenbar Erfolg. Der Hintergrund: Gegen das stahlverarbeitende Unternehmen Ruhl GmbH & Co. KG im Golzower Gewerbegebiet liegen nach Angaben des Amtes Brück „eine Vielzahl von Beschwerden über einen längeren Zeitraum“ wegen Lärms vor. Dazu gab es jetzt einen Vorort-Termin mit Vertretern von Behörden und des Golzower Bauausschusses. In der jüngsten Gemeinderatssitzung trug Wolfgang Neumann, der Vorsitzende des Bauausschusses, das Fazit vor.

Das Ergebnis könnte für Erleichterung bei den betroffenen Anwohnern führen. Demnach ist das Unternehmen aufgefordert, für mehr Lärmschutz zu sorgen. So soll ein Wall errichtet und auch die Halle besser geräuschgedämmt werden.

Wie Kämmerin Melitta Boese vom Amt Brück der MAZ auf Anfrage mitteilte, soll nach Auskunft des Unternehmens noch bis Ende März der dafür nötige Bauantrag eingereicht werden. Wie der kaufmännische Leiter der Ruhl GmbH, Martin Schoepfel, am Dienstag sagte, sollen die Arbeiten für besseren Lärmschutz in diesem Jahr über die Bühne gehen. Es soll eine Schallschutzmauer errichtet und die Halle mit Isolierstoff gedämmt werden. „In Zusammenarbeit mit einem externem Ingenieurbüro sind Schallschutzmaßnahmen in der finalen Planung, die voraussichtlich bis zum Jahresende als Baumaßnahme abgeschlossen sein werden“, so Schoepfel. „Es ist klar, dass die Produktion mit Stahl Lärm macht, man muss aber auch sehen, dass jeder in Brandenburg für Arbeitsplätze dankbar ist“, so Schoepfel weiter.

An dem Betriebsstandort wird Stahl verarbeitet. Der Lärm, der aus der großen Halle dringt, ist weithin zu hören. Der Betrieb mit einem mehrere tausend Quadratmeter großen Gelände liegt am Rande des Gewerbegebietes und wenige hundert Meter entfernt von Wohnhäusern.

Das Unternehmen mit Sitz im bayerischen Marktbreit nahm das Ruhl-Werk in Golzow Ende 1996 in Betrieb. Die Ruhl-Gruppe beschäftigt derzeit eigenen Angaben zufolge 700 Vollzeitbeschäftigte, davon „mehrere Dutzend“ in Golzow. Das Unternehmen betreibt sechs Standorte in Deutschland und einen in Ungarn. Golzow ist die einzige Zweigstelle in Ostdeutschland. Der Jahresumsatz der Ruhl GmbH überschreite die 250 Millionen Euro per 31. Dezember 2015, teilt der kaufmännische Leiter mit. Die Ruhl-Gruppe ist ein baustahlverarbeitendes Unternehmen für den Hoch- und Tiefbau. Betonstahl wird gebogen und geschnitten. Die Firma bezeichnet sich als zu den europaweit führenden der Branche.

Das Golzower Gewerbegebiet hat noch eine freie Fläche von knapp 80 000 Quadratmeter. Es ist derzeit bekanntlich die Ansiedlung eines 50 000  Quadratmeter großen Solarparks im Gespräch. Neben der Ruhl GmbH hat im Gewerbegebiet die Biogas Golzow GmbH ihren Sitz.

Von Marion von Imhoff