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Stahnsdorf Ausweichverkehr gefährdet spielende Kinder
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19:34 24.06.2019
In der engen Siegfriedstraße in Stahnsdorf sind auffällig viele DHL-Autos vom und zum Postverteilzentrum unterwegs. Quelle: Stephan Laude
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Stahnsdorf

Etwa zwei Dutzend Anwohner rund um den Striewitzweg in Stahnsdorf trafen sich dieser Tage an einer Straßenkreuzung ihres Viertels mit Frank Piper, Leiter des Verkehrs- und Grünflächenamtes der Verwaltung, um sich bei ihm über die Verkehrsbelastung in ihrem Bereich zu beschweren. Die Straßen dort sind zwar zum großen Teil asphaltiert, aber schmal, Gehwege gibt es nicht, die Kurven sind eng und entsprechend unübersichtlich. Rechts und links stehen Einfamilienhäuser. Für deren Anwohner reichen die Straßen, für viel mehr nicht, sagen sie.

Autofahrer suchen Schleichwege

Stahnsdorf leidet unter dem Straßenverkehr. Am meisten staut es sich regelmäßig auf der Kreuzung am Stahnsdorfer Hof. Um Abhilfe zu schaffen, wird kräftig gebaut. In Richtung Süden ist die Ruhlsdorfer Straße weitgehend gesperrt, in Richtung Westen ist die Potsdamer Allee dicht. Zudem haben die Bauarbeiten an der Biomalzspange begonnen. Autofahrer weichen nicht nur auf die ausgeschilderten Umleitungen aus, sie suchen und finden auch gern Schleichwege – zum Beispiel rund um den Striewitzweg.

Der Staub legt sich auf den Laptop

An der Puschkinstraße, einem Abzweig von der Wilhelm-Külz-Straße, verbietet ein Verkehrsschild die Durchfahrt, die nur für „Anwohner frei“ ist. Aber so viele „Anwohner“, die dort durchfahren, gibt es gar nicht, klagen die Betroffenen. Vom und zum Postverteilzentrum im Gewerbegebiet sind vor allem viele DHL-Fahrzeuge unterwegs. „Auf den Straßen spielen Kinder“, sagte Patricia von Klewitz, Initiatorin des Bürgerprotestes. Ein Anwohner klagt über den Lärm, der von losen Steinen auf dem Asphalt erzeugt werde. Eine Frau schimpft über den Staub, der sich bis zu ihrem Laptop im Haus niederlege.

Kreisverkehrsbehörde muss entscheiden

Frank Piper erinnerte die Anwohner zunächst daran, dass die Straßen ihres Wohngebiets keine Spielstraßen seien. „Wenn Ihr Kind am Straßenverkehr teilnimmt, muss es das auch können.“ Doch er hatte auch einen Vorschlag zur Verkehrsminderung: Man könnte an der Ruhlsdorfer Straße die Zufahrt zur Tellstraße sperren, auch für Anlieger. Die Zufahrt ist der zweite Zugang zum Wohngebiet. Aber die Entscheidung darüber liegt bei der zuständigen Verkehrsbehörde des Landkreises in Werder. Nicht nur für die Anwohner, auch für Rettungs- und Müllwagen werde der Weg damit deutlich länger, gibt Piper zu bedenken. „Wenn auch nur ein einziger Anlieger dagegen ist, bekommen wir keine Genehmigung“, warnt der Fachbereichsleiter.

Die Gemeinde Stahnsdorf würde in der Ruhlsdorfer Straße die Zufahrt zur Tellstraße sperren lassen, um die angrenzende Siedlung vor dem Verkehr zu schützen. Doch die Entscheidung darüber liegt bei der Kreisverkehrsbehörde in Werder. Quelle: Stephan Laude

Olaf Hempelmann wohnt an der beschriebenen Zufahrt und würde auch einen Umweg auf sich nehmen, um zur Ruhlsdorfer Straße zu kommen. Er schlug zu einem Verbotsschild vorübergehend einen Findling oder einen Pflanzenkübel als zusätzliche Barrieren vor. Dauerhaft könnten zwei Kipp-Poller auf der Straße montiert werden, die von den Anwohnern mit einer Schlüsselvorrichtung abgesenkt werden könnten. Für Hempelmann ist nach eigenen Worten die Verkehrsbelastung nicht neu, über die diskutiert wurde. Er wohnt seit 15 Jahren an der erwähnten Ecke und verweist darauf, dass sie schon lange wegen des klassischen Staus am Stahnsdorfer Hof von Autofahrern als Schleichweg benutzt wird.

Fertiger Abschnitt soll Anwohner entlasten

Wie viele Autos sich durch die schmalen Straßen schlängeln, hat offenbar noch niemand gezählt. Auch Hempelmann kann nur vage schätzen: Vielleicht sind es fünf oder sechs pro Minute. Die Verkehrsspitze liege zwischen 14.30 Uhr und 17 Uhr, sagt er. Nachts kämen viele Lastwagen, die wohl ins Gewerbegebiet wollten.

Ende August dieses Jahres soll der erste Bauabschnitt der Ruhlsdorfer Straße fertig sein. Sie wird dann zwischen Mühlenstraße und Quermate in beiden Richtungen freigegeben. Das werde den Verkehr spürbar entlasten, wollte Frank Piper den Anwohnern etwas Hoffnung geben.

Von Stephan Laude

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