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Stahnsdorf Stahnsdorfer Hof schließt am Montag
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Stahnsdorfer Hof schließt am Montag
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20:50 26.06.2019
Am Sonntag könnten Stammgäste zum letzten Mal zum Schnitzelessen kommen – der Stahnsdorfer Hof schließt. Quelle: Foto: stich
Stahnsdorf

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge gaben die Pächter des Stahnsdorfer Hofes am Mittwoch bekannt, dass sie nach mehr als zehn Jahren den Betrieb des Gasthofes mit Montag einstellen. Damit schließt nach der Waldschänke ein weiteres Stahnsdorfer Traditionsrestaurant.

Verhandlungen über Mietvertrag gescheitert

Bei den Verhandlungen mit den Eigentümern zum neuen Mietvertrag habe es keine für beide Seiten zufriedenstellende Einigung über dringend notwendige Investitionen gegeben, so Thorsten Poredda. „Die Überlegung aufzuhören besteht schon seit vielen Jahren.“ Der Job sei eine große Belastung und habe das komplette Familienleben gefressen. Die gemeinsame, nun fünf Jahre alte Tochter werde jeden Abend von Oma ins Bett gebracht. Zusätzlich wären eben dringend Investitionen nötig, die er und seine Partnerin Martina Köthur, die Chefin des Hauses, als Pächter nicht aufzubringen bereit sind.

Bei einer Einigung hätten sie zwar weitergemacht, räumt er ein, doch es hätte Änderungen in der eigenen Organisation gegeben. So werden sich die beiden nun andere Jobs suchen. „Auf keinen Fall in der Gastronomie.“ Dennoch erinnert er sich gerne an die Highlights der vergangenen Jahre, etwa Live-Musik-Veranstaltungen, die von bis zu 1000 Gästen besucht wurden. „Hier haben sich Leute getroffen, die sich schon 20 Jahre nicht mehr gesehen haben, das war toll.“ Auch ans Gänseessen oder die Spargelsaison denkt er gerne zurück. „Und Schnitzel haben wir ohne Ende verkauft.“ Natürlich sei er traurig, auch weil ein Erfolg aufgegeben wird, der den beiden nicht zugetraut wurde.

Gasthof seit 1896 an dieser Stelle

Seit 1896 existiert der Gasthof, anfangs als „Restaurant zur Post“ geführt. Später wurde es zum Tanzlokal, wilde Feten wurden gefeiert, Schlägereien und Krawalle sorgten bis 1985 für zahlreiche Polizeieinsätze. Heute ist die Kreuzung zwischen Bäkedamm, Zehlendorfer Damm, Wilhelm-Külz-, Linden- und Ruhlsdorfer-Straße sogar nach dem Gasthof benannt: Wird von der „Kreuzung Stahnsdorfer Hof“ gesprochen, dann weiß jeder Einheimische Bescheid.

Poreddas Eindruck ist, dass der Stahnsdorfer Hof künftig auch nicht wieder vermietet werden soll – entweder werde er verkauft oder er bleibe leer. Mit den bestehenden baulichen Mängeln würde sich ohnehin kein neuer Mieter finden lassen. Die letzte Gelegenheit, im Stahnsdorfer Hof ein Schnitzel zu essen, ist am Sonntag. Da die jetzigen Pächter ihr gesamtes Inventar entfernen müssen, veranstalten sie am Freitag und Samstag, dem 5. und 6. Juli, einen Flohmarkt, in dem alle treuen Stammgäste die Möglichkeit haben, sich das eine oder andere Erinnerungsstück mitzunehmen. „Angefangen beim Espresso Löffel über Geschirr, Gläser, Töpfe, Pflanzen, Bestuhlung, Kühlschränke bis hin zum Profi-Herd muss alles raus.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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