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Stahnsdorf Kämmerin muss Geschenk zurückgeben
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Kämmerin muss Geschenk zurückgeben
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02:22 21.05.2018
Ein Korruptionsfall für die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf: Unschuldige Bauern-Hortensien. Quelle: Teltower Stadtblattverlag
Stahnsdorf

Kämmerin Doris Höhne muss ein Geschenk der Stahnsdorfer Gemeindevertreter zu ihrem Abschied aus der Verwaltung zurückgeben. In der jüngsten Sitzung des Gemeindeparlamentes wollten sich die Abgeordneten bei Stahnsdorfs Schatzmeisterin für die faire und immer korrekte Zusammenarbeit bedanken. Es war die letzte Sitzung, an der die Amtsinhaberin teilnahm, bevor sie in die Verwaltung ihrer Heimatgemeinde Nuthe-Urstromtal wechselt. Alle Fraktionen hatten dafür Geld gespendet. FDP-Mann Christian Kümpel verfasste und rezitierte sogar ein Gedicht. Gemeindevertreterin Ines Schröder-Blohm (CDU) hatte für 70 Euro eine stattliche Bauern-Hortensie besorgt und das schwere Pflanzenpräsent mit ihrem Parlamentskollegen Thomas Michel (B 90/Grüne) in den Sitzungssaal geschleppt. Eine Flasche guten Weines gab’s obendrein – und nun das!

Höhne musste ihr Abschiedsgeschenk am Folgetag dem Antikorruptionsbeauftragten Robert Fechner übergeben. Nach der Antikorruptionssatzung der Gemeinde Stahnsdorf ist allein schon der Versuch der Bestechung ein Vergehen. Aber wem hätte die stets unbestechliche Doris Höhne in den letzten Tagen in Stahnsdorf noch einen Vorteil verschaffen sollen? Spielt keine Rolle, Satzung ist Satzung. Zumal die Kämmerin 2015 selbst an der Vorschrift mitgearbeitet hatte. „Trotzdem, als Betroffene tut es schon weh“, sagt sie.

Also meldete Doris Höhne pflichtgemäß das Präsent dem Antikorruptionsbeauftragten Fechner. Es folgte ein Sechs-Augen-Gespräch, an dem auch Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) teilnahm. „Im Ergebnis der sachlichen Erörterung entschloss sich die Kämmerin aus eigenem Antrieb dazu, das Geschenk zu übergeben“, sagt Gemeindesprecher Stephan Reitzig.

Nun muss Gemeindevertretervorsteher Michael Grunwaldt (Bürger für Bürger/Die Neuen) den Blumentopf wieder abholen. Was mit ihm passiert, ist offen. „Uns ist die Satzung schon bekannt. Wir sind aber von einer privaten Sammlung ausgegangen, da Frau Höhne das Haus verlässt“, erklärt er. Ob jetzt ein Abgeordneter die Hortensie in seinen Garten pflanzt und die anderen auszahlen muss, ist ungewiss. Grunwaldt will das Thema im Gemeinderat ansprechen, ob es Modifikationen bei Abschiedsgeschenken geben kann. CDU-Fraktionschef Wolfgang Brenneis ist stinksauer. Er hat für die nächste reguläre Sitzung beantragt, den Vorfall öffentlich auszuwerten und zu diskutieren.

Von Heinz Helwig

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