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Stahnsdorf Kneipe, Kita, Klub: Was wird aus der Stahnsdorfer Waldschänke?
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Kneipe, Kita, Klub: Was wird aus der Stahnsdorfer Waldschänke?
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19:33 24.10.2019
Noch vor wenigen Jahren war die Waldschänke eine beliebte Gaststätte in Stahnsdorf. Quelle: Ute Sommer
Stahnsdorf

Wird die ehemalige Stahnsdorfer TraditionsgaststätteWaldschänke“ nun zur Kita? Nachdem vor wenigen Monaten die Kleinmachnower Künstlerin Denise Obluda die Idee hatte, in dem seit bald zwei Jahren leerstehenden Gebäude ein Varieté mit Cocktailbar zu eröffnen, hat nun die AfD den Vorschlag eingebracht, dort künftig Kinder betreuen zu lassen.

AfD: Stahnsdorf braucht Kita-Plätze

Der Gemeinde fehlen Betreuungsplätze und dies sei ein Haus im eigenen Besitz, heißt es in einem Antrag an die Gemeindevertretung. Die gute öffentliche Verkehrsanbindung sei ein Vorteil und nach Eröffnung der Biomalzspange sei für den Standort eine Verkehrsberuhigung zu erwarten.

Die Verwaltung winkt auf MAZ-Nachfrage ab: Die räumlichen Kapazitäten reichen nicht aus, die Sanitärbereiche sind für einen Kita-Betrieb nicht nutzbar, das Gebäude ist nicht barrierefrei, ein zweiter Rettungsweg müsste geschaffen werden, die vorhandene Treppe entspreche nicht den Brandschutzvorschriften und auch die Außenanlage spreche dagegen. Schließlich sei auch davon auszugehen, dass teerhaltige Schadstoffe gefunden werden. Dies würde kostenintensive und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nötig machen.

Die Gaststätte Waldschänke in Stahnsdorf steht leer. Die Einrichtung ist teilweise altertümlich.. Quelle: Stephan Reitzig /Gemeinde Stahnsdorf

Bürgermeister Bernd Albers (BfB) möchte lieber die Bürger mitentscheiden lassen: In einer Online-Umfrage sollen sie wählen können, ob die Waldschänke bestehen bleiben und als Bürgerhaus, Jugendfreizeiteinrichtung, Varieté, Gastronomie betrieben werden soll oder ob sie abgerissen und von der Gemeinde durch einen Neubau für ein Bürgerhaus, eine Jugendfreizeiteinrichtung, ein Varieté, eine Gastronomie oder doch eine Kita ersetzt werden soll oder ob sie verkauft werden soll.

Fraktionen lehnen Kita in der Waldschänke ab

Mit der Idee von Kinderbetreuung in der Waldschänke können sich auch andere Fraktionen nicht so richtig anfreunden. „Die Räume sind desolat. Daraus eine Kita zu machen, ist unmöglich. Außerdem liegt das Haus dafür auch verkehrlich ausgesprochen schwierig und die Außenflächen fehlen“, sagt etwa Christian Kümpel (FDP). Ähnlich sieht das auch Wolfgang Brenneis (CDU), der am liebsten ein Gesamtkonzept für alle drei Gebäude hätte, über deren Verwendung sich Stahnsdorf Gedanken machen muss: Waldschänke, Ruhlsdorfer Straße 1 und das Feuerwehrdepot auf dem Dorfplatz. Jedoch würde er mit Blick auf die finanzielle Lage der Gemeinde einen Verkauf der ehemaligen Gaststätte bevorzugen – für den nächsten Haushalt soll ein Kredit in Höhe von 22 Millionen Euro beschlossen werden.

Im alten Gastraum hängt eine Lampe aus der Decke. Quelle: Stephan Reitzig /Gemeinde Stahnsdorf

Jede teure Sanierung der Waldschänke lehnt nicht nur er ab, sondern auch Dietmar Otto (SPD), der ebenfalls für einen Verkauf ist. „Dafür kann man eine Menge Geld bekommen für Sachen, die wir brauchen.“ Ein weiteres Bürgerhaus hielte er nicht für so gelungen, die Region brauche vielmehr einen großen Veranstaltungssaal. Stahnsdorf solle sich daher überlegen, mit dem Erlös aus der Waldschänke den Stahnsdorfer Hof zu kaufen.

Seit zwei Jahren Leerstand

Die Waldschänke im Eigentum der Gemeinde Stahnsdorf ist mehr als 100 Jahre alt.

Vor knapp zwei Jahren haben die langjährigen Pächter, Gunther und Uwe Lassotta, die Traditionsgaststätte geschlossen.

Seitdem wurde das Haus zweimal zur Verpachtung ausgeschrieben: Anfang 2018 und Anfang 2019. Insgesamt wurden elf Interessenten in Erwägung gezogen, doch es kam zu keinem Vertragsabschluss, zumeist wegen des hohen Sanierungsaufwandes oder wegen der festgelegten Pachtdauer.

Die Sanierungskosten wurden von einem Berliner Ingenieurbüro auf 214.000 Euro geschätzt.

Das Haus war inzwischen bereits als Standort für ein Restaurant, eine Bar, ein Bürgerhaus oder ein Varieté mit Cocktailbar im Gespräch.

Thomas Michel (Grüne) möchte ebenfalls eine vergleichende Betrachtung der Gemeinde-Standorte, unter welchen Bedingungen wo welche Nutzung möglich ist. „Wir brauchen auch etwas für Kultur, Jugend und so weiter. Bevor wir über Vor- und Nachteile nicht mehr Klarheit haben, halte ich eine Festschreibung nicht für sinnvoll.“

Das alte Kellergewölbe. Quelle: Stephan Reitzig /Gemeinde Stahnsdorf

Michael Grundwaldt (BfB) sieht keine Chance, in dem bestehenden Gebäude eine Kita unterzubringen. Er hält die geplante Befragung für sinnvoll – „mit der Selbstbindung, dass man das, was da rauskommt, auch umsetzt“. Die Bürger müssten das Vorhaben ja auch annehmen.

Von Konstanze Kobel-Höller

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