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Stahnsdorf Mehrgenerationen-Campus Güterfelde: Was kostet ein Pflegeplatz?
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Mehrgenerationen-Campus Güterfelde: Was kostet ein Pflegeplatz?
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09:57 21.06.2019
Stahnsdorfer Senioren informierten sich am Mittwoch über den geplanten Mehrgenerationen-Campus in Güterfelde. Quelle: foto: Konstanze Kobel-Höller
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Stahnsdorf

„Was kostet denn so ein Pflegeplatz?“ Auch wenn das die erste und vielleicht persönlich dringlichste Frage an Sebastian und Anne Cathrin Schroedter war, die bei der Präsentation ihres geplanten Mehrgenerationencampus auf dem Areal der früheren Elisabeth-Klinik in Güterfelde vor den Stahnsdorfer Senioren gestellt wurde – für eine Antwort war es eindeutig noch zu früh. Sebastian Schroedter hofft, dass noch bis Anfang des nächsten Jahres der Bauplan und der Flächennutzungsplan bewilligt sind, erst dann kann überhaupt die Architektenplanung gestartet werden.

Wolfhardt, Anne und Sebastian Schroedter wollen die ehemalige Hautklinik in Güterfelde zu einem Elisabeth-Sanatorium umbauen. Quelle: Konstanze Kobel-Hoeller

„Es kann dann locker 2021 sein, dass wir mit den Erweiterungsbauten beginnen, mit dem Denkmal kann es schon früher losgehen.“ In ersteren sollen die bis zu 200 Pflegeplätze untergebracht werden, in der geschützten ehemaligen Klinik unter anderem Unternehmen, die im Pflegebereich tätig sind. Auch von Therapie, Wellness oder Ärzten ist die Rede. Gut 200 Arbeitsplätze sollen so auf dem Areal entstehen. Auch eine Kita mit Platz für 100 bis 120 Kindern ist als wichtiger Bestandteil geplant.

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Miteinander leben und arbeiten

„Das Ziel ist, Sie mit Ihren Erfahrungen, Werten und Vorstellungen mit den kleinen Menschen zusammenzubringen, dass Sie miteinander arbeiten und leben“, so Anne Cathrin Schroedter. Gemeinsames Singen und Basteln sollen auch Kindern ohne Großfamilie ein Gefühl von Oma und Opa vermitteln. Dass das Grundstück unbedingt seinen waldähnlichen Charakter behalten wird, soll ebenfalls den Kleinsten zugute kommen: „Es ist erschreckend, wie viele Kinder keine Käfer, Bäume oder Blumen mehr kennen.“

Angebot in der Seniorenwoche

Die Schroedters waren anlässlich der 26. Brandenburgischen Seniorenwoche unter dem Motto „Wir nehmen euch beim Wort“ eingeladen worden, ihre Ideen der älteren Generation vorzustellen und sie ernteten viel Zuspruch. Besonders interessiert zeigten sich die Senioren an der Frage der Finanzierung, aber auch ob es schon vergleichbare Angebote gibt, wollten sie wissen.

Hinsichtlich finanzieller Unterstützung habe man bereits erste Gespräche mit dem Land geführt. „Die Reaktionen waren verhalten, wir geben aber nicht auf.“ Inwieweit der öffentliche Verkehr in die Planungen miteinbezogen werde, da die Fläche doch „weitab vom Schuss“, liege, wurde ebenfalls gefragt. Hier nannte Sebastian Schroedter ein Beispiel von einem Pilotprojekt, das derzeit in Offenbach vorbereitet wird, bei dem ein Bus über eine Handy-App individuell gebucht werden kann. Dies könnte auch eine Möglichkeit für den Landkreis sein.

Auf die Frage nach dem Denkmalschutz, erklärte Schroedter, dass das Gebäude als solches mit seinem Klinikcharakter geschützt ist. Es seien keine Details wie etwa bestimmte Fliesenbeläge aufgeführt, man dürfe aber zum Beispiel nicht zu dicht daran bauen. Generell erfahre man tolle Unterstützung und Entgegenkommen von allen Seiten. „Wohl auch, weil man weiß, dass das wahrscheinlich die letzte Chance für das Sanatorium ist – und da dürfen beide Seiten keine überzogene Vorstellungen haben.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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