Eine Ortsbuslinie für Stahnsdorf könnte die barrierefreie Fortbewegung innerhalb der Gemeinde künftig vereinfachen – eine entsprechende Initiative geht nun von der CDU aus. „Gerade ältere Menschen haben es in Stahnsdorf nicht leicht, wenn sie mit dem Bus unterwegs sind – sie müssen oft umsteigen, was mit dem Rollator oder mit Krücken nicht einfach ist“, kritisiert Wolfgang Brenneis (CDU) die aktuelle Situation des öffentlichen Verkehrs in seiner Gemeinde.
Der Weg zum Friedhof ist oft beschwerlich
In seinem näheren Umfeld hat er beobachtet, dass eine Haltestelle direkt vor einem Haus mit betreutem Wohnen abgeschafft wurde. „Jetzt haben die Bewohner die Wahl, ob sie rund einen Kilometer zur Waldschänke oder 700 Meter zur Potsdamer Allee gehen, um zum nächsten Bus zu kommen – das ist oft nicht einfach, wenn man schon älter ist.“ Der Weg zum Friedhof ist auch oft beschwerlich – zum Südwest-Kirchhof kommt man mit den Öffis gleich gar nicht, weiß Brenneis. Stahnsdorf sei eben ein Flächenort, das heißt, er hat eine große Ausdehnung. Dies hat zur Folge, dass mit öffentlichen Verkehrsmitteln meist nur die Hauptstraßen angefahren werden, Wohngebiete oft schlecht angebunden sind.
Um diesen Zustand zu verbessern, schlägt die CDU nun die Einrichtung einer Ortsbuslinie als Ergänzung zu den bestehenden Buslinien vor. Damit erfindet die Fraktion das Rad nicht neu, betont Brenneis – Bad Belzig und Teltow haben solche Angebote bereits im Programm. Für Stahnsdorf sieht er einen Ortsbus aber quasi als Muss. „Seit 2014 regt die Gemeinde immer an, familien- und seniorenfreundlich sowie barrierefrei zu sein und erstellt Leitbilder – diese sollten wir aber auch füllen!“ Der Wunsch, Stahnsdorf fahrradfreundlich zu machen, sei zwar schön, aber Leihräder seien nun einmal keine Lösung für ältere Menschen.
Angedacht ist eine Ringlinie mit Kleinbussen
Brenneis denkt an einen Kleinbus mit rund 20 Sitzen, der eine Route abfährt, über die Wohngebiete und die wesentlichen Umsteigepunkte des Ortes in der Art einer Ringlinie miteinander verbunden werden. Im ersten Vorschlag der CDU finden sich dabei neben der Waldschänke und der Alten Potsdamer Landstraße auch die Anni-Kraus-Straße, die Potsdamer Allee, die Bahnhofstraße bis zum Friedhof, Kienwerder, der Heideplatz, das Vogelviertel, der Umsteigepunkt in Güterfelde, zurück Richtung Hildegardstraße, Richtung Elisabethstraße, der Güterfelder Damm, die Annastraße Richtung Sputendorfer Straße, diese dann Richtung Lindenstraße, der Stahnsdorfer Hof und schließlich wieder die Waldschänke.
Brenneis schätzt, dass die Route rund eineinhalb Stunden dauern dürfte. Die Taktung solle sinnvoll und auch nach dem Bedürfnis des Busunternehmens eingerichtet sein, sagt er.
„Wenn das funktioniert, kann man auch größere Schleifen fahren“, stellt der CDU-Mann in Aussicht und denkt dabei etwa an das MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) in Teltow oder den Rathausmarkt in Kleinmachnow, die ohne Umsteigen aus Stahnsdorf erreichbar sein könnten. Bei der Finanzierung zählt Brenneis auf Potsdam-Mittelmark: „Der Landkreis hat Puffer für die Finanzierung von sinnvollen weiteren Linien – das kann für die Gemeinde also vielleicht sogar völlig kostenneutral werden.“ Er hofft, dass als Betreiber Regiobus überzeugt werden kann.
Von Konstanze Kobel-Höller