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Stahnsdorf Dorf wappnet sich gegen Feuer
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Dorf wappnet sich gegen Feuer
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19:53 20.07.2018
Das war knapp: Das abgebrannte Feld in Güterfelde reicht bis an die Wohnhäuser heran.
Das war knapp: Das abgebrannte Feld in Güterfelde reicht bis an die Wohnhäuser heran. Quelle: Feuerwehr
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Güterfelde

Nach dem verheerenden Brand eines Getreidefeldes am 4. Juli am Ortsausgang von Stahnsdorf nach Güterfelde sind in der Gemeinde Stahnsdorf Forderungen laut geworden, Brandschutzgräben an Rändern von Feldern und Wiesen zu ziehen, die an Wohnviertel grenzen. Das Feuer hatte auf einer Fläche von etwa sechs Hektar das Korn vollständig vernichtet. Die Feuerwehr konnte noch rechtzeitig ein Übergreifen der Flammen verhindern. Lediglich ein Gartenhäuschen auf einem Grundstück war angebrannt worden.

Ein fünf bis sieben Meter breiter Graben

Nun will die CDU Stahnsdorf in der Sitzung der Gemeindevertreter im September den Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) beauftragen, entsprechende Flächen im Gemeindegebiet zu überprüfen und gegebenenfalls durch solche Brandschutzgräben von Wohnvierteln beziehungsweise angrenzenden Waldflächen abschotten zu lassen. Ähnlich will sich dem Vernehmen nach auch die Stahnsdorfer SPD positionieren. Albers soll auch mit der Agrargenossenschaft Agro Saarmund, die die Fläche bei Güterfelde gepachtet hat, über einen Schutzstreifen verhandeln. Je nach Ermessen müssten die Brandschutzgräben zwischen fünf und sieben Metern breit sein, heißt es. Eine gesetzliche Vorschrift für solche Maßnahmen gäbe es nicht, sagt Marcel Petri, Ortswehrführer von Güterfelde und stellvertretender Wehrführer der Gemeinde. „Wir hatten nur Glück, dass das Getreide aufgrund der Trockenheit nicht sehr hoch stand. Sonst hätte es böse ausgehen können.“ Güterfelde ist kein Ausnahmefall. Solch ein Brand könnte auch am Wohngebiet Schmale Enden I in Stahnsdorf, in der waldreichen Siedlung Kienwerder in Güterfelde oder in Schenkenhorst und Sputendorf ausbrechen, warnt der Feuerwehrmann.

Anwohner aus der Stahnsdorfer Starstraße hatten am 4. Juli die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie zunächst selbst versucht hatten, mit dem Gartenschlauch das Feuer zu bekämpfen. Doch gegen die etwa fünf Meter hohe Wand kamen sie nicht an. „Die Frauen hatten Tränen in den Augen“, sagt Anwohner Thomas Rossnagel. Mit einem 50-Liter-Fass Bier bedankte er sich am Donnerstag bei der Ortsfeuerwehr Güterfelde für deren raschen Einsatz. Daran hatten sich auch Feuerwehren aus den anderen Stahnsdorfer Ortsteilen sowie aus Ruhlsdorf und Güterfelde beteiligt. „Man ist einfach dankbar, wenn die Feuerwehr schnell vor Ort ist“, begründet Rossnagel seine Aktion.

Stahnsdorfer im „Löscheinsatz“: Anwohner Thomas Rossnagel (l.) bedankte sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Güterfelde mit einem 50-Liter-Fass Bier für deren rettenden Einsatz. Quelle: Gesine Michalsky

Bei der Güterfelder Feuerwehr kamen die außergewöhnliche Spende und das nachbarschaftliche Engagement natürlich sehr gut an. „Wir werden uns darum kümmern, dass es für die beteiligten Kameraden einen gemütlichen Abend geben wird“, versprach die Vorsitzende des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Güterfelde, Sissy Petri. Die ehrenamtlichen Kameraden der Güterfelder Feuerwehr waren am Brandabend als erste mit einem 3000-Liter-Löschwagen aus ihrem Depot in der Großbeerenstraße zu der gewaltigen Feuersbrunst erschienen. Die Einsatzleitung hatte seinerzeit Gino Toll übernommen. „Dieser Einsatz war auch für uns etwas nicht Alltägliches. Das Feuer ist regelrecht losgerannt, als wir eintrafen“, erinnert sich Petri.

Wind treibt Feuer vor sich her

Der plötzlich aufkommende Wind spielte mit dem Feuer und trieb es rasend schnell vor sich her, beschreibt der Ortswehrführer die Situation. Die Stahnsdorfer Feuerwehren waren zuerst an dem Brandort angekommen. Später kamen ihnen die anderen Einsatzmannschaften aus Ruhlsdorf und Kleinmachnow zu Hilfe. Die vier Löschwagen, die bereits tapfer gegen das aufflammende Feuer ankämpften, wurden später von einem Großlöschfahrzeug der Teltower Feuerwehr mit einem Wassertank von 8000 Litern unterstützt. Nach einer Viertelstunde hatten die 65 Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle. Während des Einsatzes hatte die Polizei die Ortsverbindungsstraße zwischen Stahnsdorf und Güterfelde abschnittsweise komplett sperren müssen. Nach den Löscharbeiten hatte ein Traktor das betroffene Feld zur Sicherheit noch einmal komplett umgepflügt.

Stahnsdorfs CDU nimmt diesen Vorfall zum Anlass, Bürgermeister Albers noch einmal darauf hinzuweisen, wie dringend das neue Feuerwehrgerätehaus am Güterfelder Damm gebraucht werde. Dafür muss die Fläche jedoch aus dem Status eines Landschaftsschutzgebietes herausgelöst werden, was Albers nun forcierter betreiben soll. Nach Ende der parlamentarischen Sommerpause im Herbst wollen die Christdemokraten darauf drängen.

Von Gesine Michalsky