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Stahnsdorf Gemeinsame Gymnastik gegen die Einsamkeit
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Gemeinsame Gymnastik gegen die Einsamkeit
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20:30 25.07.2018
Hoch das Bein – Stahnsdorfer Senioren sollen sich bald nicht nur fit halten können, sondern auch Spaß an den gemeinsamen Übungen haben.
Hoch das Bein – Stahnsdorfer Senioren sollen sich bald nicht nur fit halten können, sondern auch Spaß an den gemeinsamen Übungen haben. Quelle: dpa
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Stahnsdorf

Oma-Opa-Enkel-Gymnastik, Sport für Senioren ab 55 oder 65 Jahren, eine Tanzgruppe, die vielleicht auch auf Veranstaltungen auftritt, Sportspiele für Ältere, Gerätesport für Senioren, Bewegung mit Bändern und mit Bällen, Sitz- und Fingergymnastik sowie vielleicht sogar Gesellschaftstanz – für Stahnsdorfs ältere Generation könnte es schon bald neue Angebote im Sportbereich geben. Zu verdanken ist dies einer geplanten Zusammenarbeit des Seniorenbeirates mit dem RSV Eintracht 1949. Der Verein hat zwar selbst bereits einige entsprechende Angebote in seinem Programm. Doch die neuen Kurse sollen jeweils mittwochs in der Lindenhof-Grundschule stattfinden. Damit wären sie nicht nur für die Stahnsdorfer Senioren gut zu erreichen, sondern auch in unmittelbarer Nähe des Begegnungszentrums in der Lindenstraße.

Im Mittelpunkt steht der Wohlfühlfaktor

Michael Grunwaldt, Präsident des Sportvereins, bestätigt die Absicht: „Wir haben versprochen, dass wir dieses Vorhaben gern unterstützen und werden unser Wort halten. Wir sind guter Dinge, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“ Derzeit werde geprüft, ob die Zeiten der Lindenhof-Grundschule tatsächlich noch zur Verfügung stünden. Er sei aber optimistisch. Der RSV habe diese Termine länger nicht genutzt, und sofern niemand anderes sie inzwischen für sich beansprucht habe, hoffe er, dass es keine Probleme gebe. Auch mit einer Übungsleiterin des Vereins gebe es bereits Gespräche, ob sie die Kurse leiten möchte. Zu klären sei unter anderem auch, wann die Kurse starten könnten. „Wir sind auch sehr daran interessiert, Wünsche entgegen zu nehmen. Wir wollen uns ja auch bei den Inhalten, Belastungsgraden und Personengruppen abstimmen“, so Grunwaldt. Eventuell könne man künftig aber auch das eine oder andere Mitglied aus den Reihen der Senioren anleiten, eine entsprechende Gruppe zu leiten, regt er an.

Für Rosemarie Kaersten (Die Linke), Vorsitzende des Seniorenbeirates Stahnsdorf, ist diese Initiative sehr wichtig, um die Einsamkeit unter den älteren Menschen im Ort zu reduzieren. „Sich Wohlfühlen“ ist das oberste Ziel der Sportangebote, die in Vorbereitung sind. Daher soll es auch ausgedehnte Schnupperwochen geben, so Kaersten. Vier bis sechs Wochen möchte sie haben, „um zu sehen, ob die Interessenten die Teilnahme überhaupt schaffen.“ Auch dürfe niemand aus finanziellen Gründen ausgeschlossen sein, meint Kaersten und verspricht, Lösungen für entsprechende Fälle anzubieten.

Der größte Teil treibt Breitensport

„Wir sind nach allen Seiten offen“, erklärt Grunwaldt. „Von Seiten der Senioren war jedenfalls unheimlich viel Enthusiasmus erkennbar. Das muss jetzt nur noch in eine bestimmte Form gegossen werden.“ Noch sei man am Anfang und wolle sich bald noch einmal zusammensetzen und einige Rahmenbedingungen klären. Eventuell werde man auch zunächst behutsam beginnen, da erst Interessenten für die Angebote gefunden werden müssten. Er freue sich jedenfalls, dass sein Verein damit einmal öfter zeigen könne, dass er nicht nur für den Leistungssport stehe. „Von rund 3300 Mitgliedern sind vielleicht etwa 500 bis 600 leistungsorientiert. Alle anderen – also die große Mehrheit – machen Breitensport.“

Von Konstanze Kobel Höller