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Stahnsdorf Keiner will den Job übernehmen
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Keiner will den Job übernehmen
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19:20 26.04.2019
In Stahnsdorf gibt es Jagdpächter, aber niemanden, der Gemeindejäger werden möchte. Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa
Stahnsdorf

Einen Dorfjäger hat Stahnsdorf beschlossen und will nun auch einen gefunden haben – doch so ganz klar ist das nicht und auch die Vorstellungen, wie diese Funktion auszusehen hat, gehen innerhalb der Gemeinde offensichtlich sehr weit auseinander.

Jäger will keine Sonderstellung

„Es konnte ein Jäger gefunden werde, der die Aufgaben übernehmen könnte“, vermeldet Stahnsdorfs Verwaltung in einer Information zum Thema „Maßnahmen zur Eindämmung der Wildschweinpopulation“. Dieser wolle jedoch keine Sonderstellung haben, sondern wie die übrigen Jäger behandelt werden, stellt sich im Laufe des Textes heraus. Auch für eventuelle Sonderaufgaben, die ein Gemeindejäger zu übernehmen habe, möchte er nicht exklusiv verantwortlich sein, sondern auf all jene verteilen, die von den Jagdpächtern einen entsprechenden Begehungsschein erhalten haben.

Peter Hemmerden, einer der beiden angesprochenen Jagdpächter für Stahnsdorf und Kleinmachnow, weiß, wen die Gemeinde meint. „Der wollte aber lieber als normaler Jäger bei uns mitmachen und nicht als Gemeindejäger“, stellt er klar. Auch habe der betreffende Jäger keine Lizenz für die Jagd mit Pfeil und Bogen und überhaupt sei noch nicht definiert, wie die Aufgaben eines Dorfjägers aussehen würden. „Das muss noch mit mir und meinen Jägern abgesprochen werden.“ Mit der Gemeinde sei vereinbart worden, dass demnächst über solche Inhalte diskutiert werde.

CDU: Typisch Bürgermeister

Bei der CDU, die bei der kommenden Gemeindevertretersitzung einen Antrag auf die Einstellung eines hauptamtlichen Jägers stellt, ist man von der Stellungnahme der Gemeinde nicht gerade begeistert. Wolfgang Brenneis bezeichnet die Ereignisse als „klassische Arbeitsweise des Bürgermeisters: Wir tun so, als würden wir etwas umsetzen, in Wirklichkeit passiert aber nichts und alles bleibt gleich.“ Den Antrag wird seine Fraktion auf jeden Fall aufrecht halten: „Die Verhältnisse müssen sich einfach ändern!“

Auf den Kandidaten kommt es an

Laut Information der Gemeinde spricht jedoch vor allem eines gegen einen hauptamtlichen Gemeindejäger: Die Jagdpächter hätten klargestellt, dass sie einem solchen keinen Jagdschein ausstellen würden, heißt es. Den Vorschlag der Verwaltung, sich auf einen ehrenamtlichen Kandidaten zu einigen, könnten sie jedoch akzeptieren. Wolfgang Brenneis (CDU) kann das nicht nachvollziehen: „Ich frage mich, wieso diejenigen, die offensichtlich selbst mit dem Problem nicht fertig werden, sich so vehement gegen professionelle Hilfe wehren.“ Jagdpächter Hemmerden weist diese Behauptung von sich: „Das kann ich so nicht bestätigen! Wir lehnen das nicht grundsätzlich ab, wenn es zur Verbesserung oder Erleichterung der Situation führt. Das kommt darauf an, wer das ist.“

Die Zeit zum Jagen wird knapp

In Stahnsdorf war Ende Februar aufgrund des hohen Druckes durch die immer weiter in die Dörfer vordringenden Wildschweinrotten unter anderem beschlossen worden, dass ein Gemeindejäger verpflichtet werden soll. Der Beschluss ließ jedoch offen, ob dieser ehrenamtlich, in Teilzeit oder in Vollzeit tätig sein soll. Stahnsdorf ist außerdem die erste Gemeinde in Deutschland, in der die Jagd mit Pfeil und Bogen genehmigt werden soll.

Derzeit läuft die Ausschreibung für die wissenschaftliche Begleitung, die als Auflage gilt. Hemmerden, nach wie vor der einzige Jäger mit einer entsprechenden Bogenjagdlizenz, rechnet mittlerweile mit einem Start frühestens im Sommer, die Genehmigung gilt bis Ende Januar 2020. Die Verzögerung frustriert ihn jedenfalls: „In den paar Monaten werden wir auch nicht viel machen können.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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