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Stahnsdorf S-Bahn nach Stahnsdorf
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21:33 06.05.2019
Vielleicht hält in der nächsten Wahlperiode eine S-Bahn am Bahnhof Stahnsdorf. Quelle: Archiv
Stahnsdorf

Im Streit gehen Stahnsdorfs Gemeindevertreter am Ende ihrer Wahlperiode auseinander. Es ist ihnen in den zurückliegenden fünf Jahren nicht gelungen, sich auf einen passenden Standort für eine dringend benötigte neue Feuerwache für die freiwillige Feuerwehr im Ort zu einigen. Schon zu Beginn ihrer Amtszeit hatten sie sich mehrheitlich dafür entschieden, den bereits gefassten Beschluss zur Freifläche neben dem Gemeindezentrum in der Annastraße wieder aufzuheben und nach einem vielleicht geeigneteren Platz für das Feuerwehrdepot zu suchen.

Mag am Anfang noch das ehrliche Bestreben nach einer optimalen Alternative für die Feuerwache gestanden haben, so verstärkte sich in den jüngsten Jahren immer mehr der Eindruck eines politischen Machtspiels in einer Gemeindevertretung, die sich in zwei Blöcke gespalten hat und intrigante Schachzüge gegeneinander über die Lösung des eigentlichen Problems der Feuerwehr stellt.

Kein Osterfeuer seit zwei Jahren

„Die Spaltung der Gemeindevertretung in zwei Blöcke tut der Gemeinde überhaupt nicht gut“, erkannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Brenneis am Rande der letzten Sitzung dieser Legislatur am vergangenen Donnerstag. Diesen Satz sollte sich die neue Gemeindevertretung in Stahnsdorf nach der Kommunalwahl am 26. Mai in die Präambel ihrer Geschäftsordnung schreiben. Aus Protest gegen das endlose Hickhack um den künftigen Standort ließen die Kameraden bereits zweimal das Osterfeuer ausfallen, das die Stahnsdorfer in jedem Jahr zusammenführt und zur Festigung der Dorfgemeinschaft beiträgt. Dass Feuerwehrleute auch Wähler sind, daran werden sie die Bewerber für den neuen Gemeinderat mit ihrer Abstimmung am 26. Mai erinnern.

Wo soll die Freiwillige Feuerwehr Stahnsdorf ihren künftigen Standort haben? Diese Frage muss die neue Gemeindevertretung nach dem 26. Mai beantworten. Quelle: Bernd Gartenschläger

Dabei haben Stahnsdorfs Gemeindevertreter doch bewiesen, was sie gemeinsam für die Entwicklung ihrer Gemeinde erreichen können. Eine technische Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der S-Bahn-Line von Teltow nach Stahnsdorf hat Brandenburgs Landesregierung davon überzeugt, dieses Projekt in den Landesnahverkehrsplan aufzunehmen. Sicher werden die Stahnsdorfer in der kommenden Wahlperiode die Jungfernfahrt erleben können.

Wie dringend die Gemeinde diesen Nahverkehrsanschluss braucht, zeigen die Pendlerströme von und nach Berlin oder Potsdam, die sich alltäglich über Stahnsdorfs Straßen ergießen. Mehr als zwei Jahrzehnte mussten vergehen, bis im Herbst dieses Jahres die so genannte Biomalzspange – eine Entlastungsstraße für Stahnsdorf und Teltow – endlich beide Kommunen vor einem Verkehrsinfarkt bewahren wird.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich starteten Stahnsdorfs Bauamtsleiter Frank Piper, Teltows Bauausschussvorsitzender Helmut Tietz, Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) und Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (BfB, v. l.) den Bau der sogenannten Biomalzspange. I, Herbst soll die Entlastungsstraße fertig sein. Quelle: Heinz Helwig

Stahnsdorfs Image einer „familienfreundlichen Kommune“, das ihr sogar beurkundet wurde, hat vor allem junge Zuzügler in die Gemeinde gelockt. Die logische Konsequenz daraus war das Familienzentrum im Jugend- und Freizeitzentrum „Clab“ in Stahnsdorf. Aber auch Behörden und namhafte Wirtschaftsunternehmen haben den lukrativen Standort der Gemeinde erkannt. Die Reiterstaffel der Bundespolizei im Berliner Grunewald entschied sich auf der Suche nach einem besseren Quartier für Stahnsdorf, und der führende Hersteller von Silizium-Drucksensoren Endress + Hauser erweitert bereits seine Niederlassung im Gewerbegebiet. Die Flächen im „Techno Park“ Stahnsdorf sind ausverkauft.

Die Reiterstaffel der Bundespolizei hat ebenfalls den lukrativen Standort Stahnsdorf für sich entdeckt und zog von Berlin-Grunewald in die Gemeinde. Quelle: Gemeinde Stahnsdorf

Auch an die Ortsteile haben Stahnsdorfs Gemeindevertreter gedacht. Die Schenkenhorster Sportler bekamen ein neues Vereinsheim. In Sputendorf wurde das Bürgerhaus mit der Sanierung eines Nebengebäudes erweitert. Das ungeordnete Parken am Güterfelder Haussee, der in der warmen Jahreszeit von zahlreichen Badegästen besucht wird, hat mit einem neuen Parkplatz und einem Konzept rund um den Haussee ein Ende. Die Sputendorfer können jetzt auf kurzem (Rad)Weg ins benachbarte Struveshof (Teltow-Fläming) radeln, nachdem Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch (Wir Vier) die Gemeindevertreter und die Verwaltung immer wieder hartnäckig an ihr Versprechen aus dem Bürgerhaushalt Stahnsdorf erinnern musste.

Den Radweg nach Struveshof haben sich die Sputendorfer hart erstritten. Jetzt ist er auch ordnungsgemäß als Fahrradstraße ausgeschildert. Quelle: Privat

Nach mehreren gescheiterten Verpachtungsversuchen muss der neue Gemeinderat nun überlegen, wie die Traditionsgaststätte „Waldschänke“ demnächst genutzt werden soll. Stahnsdorf braucht ein Bürgerhaus mit einem Veranstaltungssaal, fordern viele in der Gemeinde. Vor allen anderen aber haben wohl Stahnsdorfs Feuerwehrleute berechtigt den Anspruch, zu erfahren, wann sie wo ihre neue Feuerwache in Betrieb nehmen können.

Ob das traditionsreiche Restaurant „Waldschänke“ ein Bürgerhaus für die Stahnsdorfer oder anderweitig genutzt werden soll, müssen die neuen Gemeindevertreter nach dem 26. Mai entscheiden. Quelle: Heinz Helwig

Von Heinz Helwig

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