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Stahnsdorf Sturmtief „Sabine“: Wohnhaus muss unter Hochdruck repariert werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Sturmtief „Sabine“: Wohnhaus muss unter Hochdruck repariert werden
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16:03 08.02.2020
Sven Borchardt will das von rund 30 Menschen bewohnte Haus in der Wilhelm-Külz-Straße nach der Bombenexplosion sichern, bevor Sturm Sabine Deutschland erreicht. Quelle: Friedrich Bungert
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Stahnsdorf

Rund 30 Menschen wohnen in dem alten Fachwerkhaus in der Stahnsdorfer Wilhelm-Külz-Straße. Doch seit der Sprengung einer 500-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Nacht zum Sonnabend in unmittelbarer Nähe ist das Haus unbewohnbar.

Das soll sich schnell ändern: Nur wenige Stunden nach der kontrollierten Sprengung sind bereits Dachdecker am Werk.

„Wir können die Mieter nicht alleine lassen“

Hauseigentümer Sven Borchardt ist selbst in der Baubranche tätig – und hat am Samstagmorgen kurz nach der Detonation sofort Kontakt mit Firmen aufgenommen, damit die acht Wohnungen schnell wieder genutzt werden können.

Schon am Samstagvormittag sind Dachdecker am Werk. Quelle: Friedrich Bungert

Es hat sogar Heizkörper von den Wänden gerissen

Eigentümer Sven Borchardt sagt über die Folgen der Sprengung für sein Haus: „Im Dach gibt es großflächige Löcher. Die Druckwelle der Detonation hat die Ziegel herunter geweht. Alle Scheiben der Hausfront, die genau zur Weltkriegsbombe ausgerichtet ist, sind zerborsten oder die Fenster wurden aus dem Rahmen gedrückt und das Holz zersplittert.“

Stahnsdorfer Dachdecker sind sofort eingesprungen. Quelle: Friedrich Bungert

Versicherung lehnt sofortigen Einsatz eines Bausachverständigen ab

Enttäuscht ist Sven Borchardt von seiner Gebäudeversicherung. „Ich habe dort drei Mal angerufen und darum gebeten, dass ich einen Bausachverständigen beauftragen darf, um keine Zeit zu verlieren, aber ich durfte nur eine Schadensmeldung machen“, sagt er.

Die Druckwelle hat große Löcher in die Dachhaut gerissen. Quelle: Friedrich Bungert

Borchardt: „Ich hätte mir von der Versicherung mehr erwartet“

„Ich wurde von der Axa-Versicherung auf nächste Woche vertröstet. Da hätte ich mir mehr erwartet. Ich organisiere hier Handwerker, damit der Schaden durch den Sturm nicht unnötig größer wird, und werde nun im Stich gelassen“, sagt Borchardt.

Er geht von einem Schaden von über 100.000 Euro an Gebäude aus, „da fällt der Wochenendeinsatz eines Sachverständigen doch nicht ins Gewicht“, findet er. „Es geht doch nicht um einen kleinen Schaden, sondern um eine Bombenexplosion, da habe ich mir mehr erwartet“, sagt er.

Auch wenn er davon ausgeht, dass der Schaden von der Versicherung übernommen wird. „Schäden durch Explosionen oder Kriegsereignisse sind meines Wissens zwar nicht abgedeckt, aber ich kenne keinen Fall, wo eine Versicherung da nicht eingesprungen wäre.

Garagentore flogen heraus und beschädigten seine Oldtimer

Borchardt selbst wohnt in Kleinmachnow außerhalb des Sperrkreises. Doch auch neben dem Schaden am Gebäude wurden auch persönliche Dinge in seinem Besitz geschädigt. „Ich nutze die Garagen für meine Oldtimer. Die Garagentore hat es aus den Angeln gerissen, sodass meine drei Autos beschädigt wurden“, schildert Borchardt.

Borchardts Oldtimer wurden durch die Explosion ebenfalls beschädigt. Quelle: Friedrich Bungert

Sein Mustang-Cabrio von 1964 und ein Mercedes 107 aus den frühen Siebziger Jahren haben nun Beulen auf der Motorhaube und Lackschäden. Ein Mercedes SL 500 Cabrio ist vom Gestänge eines Garagentors schwerer beschädigt. „Das reichte bis in die Frontscheibe“, sagt Borchardt.

Aber für eine Auseinandersetzung mit seiner Kfz-Versicherung hat er an diesem Sonnabend keine Zeit. Sturm „Sabine“ naht.

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