Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Stahnsdorf Stahnsdorfer muss Wildschweinen den Weg frei machen
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Stahnsdorfer muss Wildschweinen den Weg frei machen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:57 31.07.2019
Zum Schutz des Blühstreifens vor seinem Grundstück hat Detlef Gießner einen provisorischen Wildschutzzaun errichtet. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Stahnsdorf

 Eigentlich will Detlef Gießner in Stahnsdorf nur etwas für den Arten- und Insektenschutz tun. Seit mehr als 17 Jahren bepflanzt er mit seiner Frau gezielt einen etwa fünf Meter breiten Streifen vor seinem Grundstück, den der Landwirtschaftsbetrieb Agro Saarmund bei der Bestellung des benachbarten Feldes stets ungenutzt lässt, mit Blumen und Sträuchern. Das lief bislang reibungslos, denn die Agro Saarmund hatte nichts dagegen einzuwenden, sagt Gießner.

Als vor etwa zwei Jahren die Wildschweine kamen und das Feld sowie den Blühstreifen umpflügten, entschlossen sich die Gießners, die Pflanzen mit einem hüfthohen provisorischen Wildschutzzaun gegen die Rotten zu sichern. „In jüngster Zeit werden wir des Nachts zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens mehrfach von mindestens 30 Wildschweinen heimgesucht“, erklärt der Mitarbeiter der Geschäftsführung eines Berliner Krankenhauses. 170 Euro hat er für den Wildschutzzaun ausgegeben.

Wenn ein Zaun zu einer baulichen Anlage wird

Jetzt soll Gießner sein Provisorium wieder abbauen. Das verlangt die Bauaufsicht des Landkreises Potsdam-Mittelmark von ihm. Der Blühstreifen liegt nämlich schon im sogenannten Außenbereich, in dem nach dem Baugesetz keine baulichen Anlagen errichtet werden dürfen. Gießners Zaun ist in den Augen der Behörde solch eine bauliche Anlage – egal, ob provisorisch oder nicht. Dann aber werden die Wildschweine den Blühstreifen genauso verwüsten wie die Flächen vor den Grundstücken seiner Nachbarn, befürchtet Gießner.

Die Bauaufsicht des Landkreises hatte auf einen Hinweis der Gemeindeverwaltung Stahnsdorf hin ein anderes Grundstück in der Straße kontrolliert, in der die Gießners wohnen, und bei diesem Grundstück offenbar eine ordnungswidrige Bebauung festgestellt. Inwieweit die Behörde aus eigenem Interesse über das angezeigte Grundstück hinaus auch die benachbarten Flächen inspizierte und dabei vielleicht den Wildschutzzaun entdeckte, entziehe sich ihrer Kenntnis, teilte die Gemeindeverwaltung dem promovierten Mediziner auf dessen Anfrage mit. Vergeblich appellierte Detlef Gießner an Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger), sich bis zu einer Entspannung der Wildschwein-Lage bei der Bauaufsicht für eine Duldung des Wildschutzzaunes einzusetzen. Die Gemeinde sei „in diesen Verfahrensablauf nicht einbezogen“, weil „nur die zuständige Bauordnungsbehörde prüfen und entscheiden darf“, ließ Albers seine Fachabteilung dem Insektenfreund mitteilen.

Bereits fünfstelliger Schaden durch Wild entstanden

Auch die Agro Saarmund hat mit den Wildschweinen, die Nacht für Nacht ihr Feld verwüsten, große Probleme. „Der Schaden, den das Wild bisher angerichtet hat, beläuft sich mittlerweile auf einen fünfstelligen Betrag“, sagt Geschäftsführer Ulrich Benedix. Nach der Ernte des betroffenen Feldes will er das Ergebnis mit dem Ertrag eines Schlages vergleichen, der nicht von den Wildschweinen zerstört wurde, um den genauen Verlust ermitteln zu können.

Benedix hat sich mit den zuständigen Jagdpächtern in Stahnsdorf getroffen, eine Lösung gegen die Plage haben sie nicht gefunden. „Die Bebauung in der Nachbarschaft ist so verzwickt, dass die Jäger kein freies Schussfeld haben“, kann er ihr Problem verstehen. Selbst ein Fangschuss auf ein Tier in einer Lebendfalle sei zu riskant, sieht Benedix ein. „Da braucht es nur mal einen Querschläger geben... .“ Benedix hatte sehr auf die Bogenjagd gesetzt und ist nun enttäuscht, dass sich keine wissenschaftliche Begleitung dafür fand. Mit den Jägern gäbe es eine gute Zusammenarbeit, man suche gemeinsam nach einer Lösung, bestätigt er.

Sollte der Landwirtschaftsbetrieb eine Rechnung für den Wildschaden aufmachen, so will er sie an die betreffende Jagdgenossenschaft beziehungsweise an den Pächter schicken. Wer das jeweils ist, steht in den Jagdpachtverträgen, sagt Benedix.

Von Heinz Helwig

Kleinmachnow Volkssolidarität will sich zurückziehen Seniorenklub droht das Aus

Der traditionsreichen Seniorenfreizeitstätte „Toni Stemmler“ in der Hohen Kiefer 41 in Kleinmachnow droht offensichtlich zum Jahresende die Schließung. Die Volkssolidarität als Träger will sich aus wirtschaftlichen Gründen aus Kleinmachnow zurückziehen.

26.07.2019
Stahnsdorf Neue Haltestellentafeln in der Region Auf die Minute informiert

Die Regiobus Verkehrsgesellschaft will in den nächsten Wochen in der Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) an Schwerpunkthaltestellen neue Informationstafeln installieren. Sie sollen den Fahrgästen die genaue Ankunftszeit des Busses anzeigen.

24.07.2019

Von wegen, im Zeitalter der Smart Devices hätten Kinder nur einen virtuellen Bezug zu ihrer Umwelt – die Macher des Lernort-Naturmobils staunten nicht wenig, wie viel die Stahnsdorfer Hortkinder schon über Wald und Flur wussten.

24.07.2019