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Potsdam-Mittelmark Stammbahn-Initiative weitet Aktivität aus
Lokales Potsdam-Mittelmark Stammbahn-Initiative weitet Aktivität aus
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19:56 06.03.2018
Der erste Bahnhof der Berlin-Potsdamer Eisenbahn (Stammbahn) von 1838. Holzstich-Darstellung nach älterer Vorlage aus der Zeit um 1890.
Der erste Bahnhof der Berlin-Potsdamer Eisenbahn (Stammbahn) von 1838. Holzstich-Darstellung nach älterer Vorlage aus der Zeit um 1890. Quelle: Repro: Stephan Laude
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Kleinmachnow

Die Bürgerinitiative Stammbahn weitet ihre Aktivitäten aus. Sie will in diesem Jahr nicht nur die Einwohner des Südwestens von Berlin und der angrenzenden Kommunen Brandenburgs ansprechen, sondern auch die, die westlich von Potsdam zu Hause sind, vor allem die Berufspendler. Los geht es am 13. April mit einem Infostand am Bahnhof Brandenburg/Havel, später sollen Götz oder Groß Kreutz und Werder folgen.

Die Initiative verweist darauf, dass es auch dort ein erhebliches Bevölkerungswachstum gebe. Das bisherige Zugangebot reiche nicht aus und lasse viele Pendler das Auto nehmen. Die Berliner Stadtbahn kann keine zusätzlichen Regionalzüge aufnehmen; der Streckenabschnitt wurde von der Deutschen Bahn schon 2012 als überlastet klassifiziert.

Mit der Stammbahn stünde eine zusätzliche Regionalbahnverbindung aus Richtung Potsdam zum Berliner Hauptbahnhof zur Verfügung. Es ginge nicht mehr nur durch den Grunewald in die City, sondern auch südlich über Griebnitzsee, den Europarc Dreilinden, Düppel/Kleinmachnow und Schöneberg. Auf dieser Trasse wurde 1838, also vor 180 Jahren, die erste Eisenbahnlinie Preußens in Betrieb genommen, deshalb der Name Stammbahn. Die Bürgerinitiative, die bereits seit 19 Jahren aktiv ist, will auch mit dem Stammbahn-Jubiläum für ihr Anliegen werben. Die Trasse liegt weitgehend brach. Gegner des Wiederaufbaus argumentieren vor allem mit dem Eingriff in die Natur. An der Grenze zwischen Berlin und Kleinmachnow wird die Trasse gern als Spazierweg genutzt. Dort befinden sich auch Einfamilienhäuser.

Gegner des Wiederaufbaus der Stammbahn argumentieren vor allem mit dem Eingriff in die Natur. An der Grenze zwischen Berlin und Kleinmachnow wird die ehemalige Trasse gern als Spazierweg genutzt, sagen sie. Quelle: Stephan Laude

Befürworter und Gegner der Stammbahn treffen am 17. März auf dem zweiten Mobilitätsforum – das erste fand 2015 statt – im Rathaus Kleinmachnow aufeinander. Dort geht es nicht nur um die Stammbahn, sondern auch um die Straßen, das S-Bahn- und Busnetz im Südwesten Berlins und im Umland sowie die Teltower Marina. Auch ein Rad-, Wander- und Reiterwegekonzept soll erörtert werden. Veranstalter ist die Lokale Agenda 21, AG Regionale Mobilität TKS/Berlin-Südwest. Eingeladen sind alle interessierten Bürger der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf, Steglitz-Zehlendorf, Potsdam, Potsdam-Mittelmark und Großbeeren. Mit besonderem Interesse wird der Vortrag des Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn für Berlin, Alexander Kaczmarek, erwartet. Er spricht zum Thema „Bahnverkehr im Korridor der Region Berlin Südwest – Planungen der Länder Berlin und Brandenburg und die erforderliche Infrastruktur der DB AG“.

Mobilitätsforum am 17. März, 9 bis 16 Uhr, Bürgersaal Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10, Tagesordnung und Anmeldung: www.mobilitaetsforum.de

Von Stephan Laude