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Potsdam-Mittelmark Beim Stellmacher ging es richtig rund
Lokales Potsdam-Mittelmark Beim Stellmacher ging es richtig rund
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14:04 01.03.2018
In dem Damsdorfer Stellmacher-Museum kann man allerlei Werkzeuge und Maschinen bewundern, die füre den Beruf gebraucht worden sind. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Vom Wagenrad zur Harke, von Sensenstielen zur Mausefalle – der Stellmacher stellte alle möglichen landwirtschaftlichen Geräte und Dinge her, die die Bauern einst brauchten. Seit 2010 lädt das Stellmachermuseum in Damsdorf (Kloster Lehnin) Besucher ein, etwas über den ausgestorbenen Beruf des Stellmachers zu erfahren.

Das Stellmachermuseum in Damsdorf präsentiert viele Produkte des ausgestorbenen Handwerks. Und die Werkzeuge, mit denen sie hergestellt worden.

Geführt wird das Museum in der Alten Lindenstraße 3 in Eigenregie. Und ist damit eine echte Seltenheit.

Renate Fuchs (72) entrümpelte vor fast neun Jahren den Dachboden auf dem elterlichen Hof und fand Werkzeuge und Gegenstände ihres Großvaters, geboren 1895. Er hatte 1919 eine Stellmacherei auf dem Familiengrundstück eröffnet.

Erinnerungen an einen besonderen Beruf

Die Geräte und Produkte des Stellmachers machen heute den größten Teil der Ausstellung aus. „Das Museum ist eine Möglichkeit, die Erinnerung an meinen Großvater und meinen Vater zu erhalten“, sagt Fuchs. „Und natürlich an diesen tollen Beruf, der seit 20 Jahren ausgestorben ist“.

Vater Walter Richter arbeitete bis kurz vor der Wende als Stellmacher, doch im Zuge der Industrialisierung wurden seine Produkte Massenware und Maschinen ersetzten die Handarbeit auf den Feldern. Fuchs selbst führte die Familientradition des Berufes nicht fort.

In der Werkstatt groß geworden

Allerdings sei sie in der Werkstatt ihrer Ahnen groß geworden. „Ich habe viel ausprobiert damals“, erinnert sich Fuchs. „Da erlangte ich auch mein ganzes Wissen zur Holzbearbeitung“.

Und so restaurierte sie eigenhändig sämtliche Ausstellungsstücke. Insgesamt neun Monate wurde gewerkelt, bis das Museum endlich eröffnet werden konnte. Regelmäßig erhält Fuchs zudem Gegenstände von ihren Besuchern, die ebenfalls überholt werden müssen. Inzwischen nehme sie jedoch nur noch die ganz alten Stücke. „Sonst wird es zu viel“, sagt Fuchs. „Mittlerweile habe ich beispielsweise über 30 Hobel“.

Heuforken und Kellen

Durch Rekonstruktion verhalf die fingerfertige Museumsleiterin Heuforken, Kellen, die zum Umrühren von „Toter Oma“ (lose Wurst) genutzt wurden, Kornschaufeln und Schlitten zum neuen Glanz.

Die Stücke sehen teilweise neuwertig aus, ihr Alter ist ihnen nicht anzumerken. Auch einer der ersten Spaten wirkt beinahe wie frisch aus dem Baumarkt. Dieser ist etwa 200 Jahre alt, komplett aus Holz und hat lediglich am unteren Blatt einen Eisenbeschlag. Denn Eisen war früher kostbar.

Anfahrt und Öffnungszeiten

Das Stellmachermuseum befindet sich in der Alten Lindenstraße 3 in Damsdorf, 14797 Kloster Lehnin.

Das Museum ist barrierefrei.

Die Ausstellungsräume befinden sich in dem Frisiersalon, den Renate Fuchs lang Zeit betrieb.

Mit dem Auto erreicht man Damsdorf über die Autobahn 2 (Abfahrt Lehnin) oder die Bundesstraße 1 (Abzweig Jeserig oder Abzweig Groß Kreutz).

In diesem Jahr ist das Museum nur am Internationalen Museumstag am Freitag, 18. Mai, geöffnet. In der Zeit von 13 und 17 Uhr kann man sich die Exponate anschauen.

Führungen sind nach Vereinbarung jederzeit möglich. Anmeldungen unter 0160/4688136.

Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

Besonders gewieft sind auch die alten Mausefallen. In einer röhrenförmigen Konstruktion sollte das zu erhaschende Tier einen Garn durchbeißen, um an den Köder zu gelangen. Der durchtrennte Faden betätigte eine Schlinge, mit dessen Hilfe die Maus schließlich festsaß. Hier liegt die Herkunft des Sprichwortes „Da beißt die Maus keinen Faden ab“.

Fuchs selbst habe kein favorisiertes Stück in der Ausstellung, sie „liebt alles was nach Holz riecht“.

Kleine Schau über Holzschädlinge

Auf die natürlichen Feinde des Holzes wird im Museum ebenso eingegangen. In einem Nebenraum findet eine kleine Dauerausstellung zum Thema Holzschädlinge statt.

Bei Führungen erzählt hier Cathrin Rafalski, eine Bekannte der Museumsleiterin, vom Hausbock, Mehlkäfer, der Kornmotte und vom schlimmsten Schädling: dem Echten Hausschwamm, der bereits in der Bibel Erwähnung fand. Gerne gibt Rafalski Tipps, wie man sich dieser entledigt.

Offen am Internationalen Museumstag

Das Museum ist zum Internationalen Museumstag am 18. Mai von 13 und 17 Uhr geöffnet. Darüber hinaus muss man sich bei Renate Fuchs anmelden. Sie führt dann durch die Ausstellung und bietet Besuchern selbst gebackenen Kuchen und Kaffee im hauseigenen Café an. Besucher mit kleinen Gästen bekommen ein besonderes Angebot.

Die Kinder dürfen selbst anpacken, ausprobieren und in einer kleinen Werkstatt unter Aufsicht hobeln und feilen.

Von Tobias Wagner

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