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Potsdam-Mittelmark Sternfreunde laden zum Himmelsblick ein
Lokales Potsdam-Mittelmark Sternfreunde laden zum Himmelsblick ein
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08:05 28.12.2019
Der Vereinsvorsitzende Klaus Rosenmüller. Quelle: Elvira Minack
Beelitz

Exakt 183 Stufen sind es vom Eingang des ehemaligen Wasserturms in der Beelitzer Karl-Liebknecht-Straße bis hinauf zum Teleskop der heutigen Sternwarte. Diejenigen, die dort hinaufklettern sind zum einen die Mitglieder des Vereins Sternfreunde Beelitz, zum anderen Kitakinder, Schüler der Diesterweg-Grundschule und an Astronomie interessierte Besucher. Ganz bewusst haben die Vereinsmitglieder ihrem Kleinod den Namen „Volks- und Schulsternwarte“ gegeben. Das Teleskop soll möglichst vielen Beelitzern und Gästen der Stadt zugutekommen.

Was ist so faszinierend am Himmel, dass man sich wie der Vereinsvorsitzende Klaus Rosenmüller ein Teleskop für Zuhause kauft? „Die Sterne und die Planeten“, antwortet er zuerst eher nüchtern, dann gerät er ins Schwärmen.

Der alte Wasserturm. Quelle: Elvira Minack

„Vieles, was im Weltraum passiert, ist für uns nicht zu begreifen. Es ist unendlich weit entfernt. Und nicht nur das. Wir schauen stets in die Vergangenheit. Wenn wir zum Beispiel die Sonne sehen, dann sehen wir sie so, wie sie vor gut acht Minuten ausgesehen hat. Beim Mond sind es bereits 1,3 Sekunden.Aber wir können uns mit einem Teleskop die Sterne und Planeten näher heranholen. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Als ich durch unser Teleskop zum ersten Mal den Saturn und seine Ringe erkennen konnte, bin ich vor Freude an die Decke gesprungen.“

Diese Freude am Entdecken wollen die 20 Vereinsmitglieder, die größtenteils bereits im Alter jenseits der 50 sind, unbedingt weitergeben an Kinder und Jugendliche. Das sei auch deshalb wichtig, so Kassenwart Karl Morlock, weil es das Unterrichtsfach Astronomie in den Schulen leider nicht mehr gäbe. „Astronomie für Kinder“ ist ein wichtiger Themenschwerpunkt im Vereinsleben.

Sehr gut funktioniert die Zusammenarbeit mit Kitas wie der in Fichtenwalde. Wie gut es den Kindern im Turm gefällt, zeigen Zeichnungen, die im Treppenhaus auf jedem Podest hängen. Die Mitglieder um Rosenmüller gehen auch zu den Kitas und sprechen dort etwa über die Sternbilder. „Die Kinder“, so Morlock, „wissen meist, unter welchem Sternzeichen sie geboren sind. Dass es viel mehr Sterne und Sternbilder gibt, bestaunen sie mit großem Interesse.“

Blick vom Beelitzer Wasserturm auf Beelitz. Quelle: Elvira Minack

Eine enge Zusammenarbeit pflegt der Verein mit der Diesterweg-Grundschule in Beelitz. Dieses Jahr waren nicht nur die Viertklässler zur Beobachtung auf dem Turm. Vereinsmitglieder fuhren auch zu den Schülern in einer Ferienanlage in Petzow und beobachteten mit ihnen vom freien Feld aus den Sternenhimmel. Für das Schulfest bauten die Astronomiefreunde drei Teleskope auf dem Schulhof auf.

„Den Kindern macht das große Freude, denn es ist schon ein Unterschied, ob sie den Mond mit bloßem Auge betrachten oder durch das Teleskop viele Details, wie zum Beispiel Krater sehen können“, weiß Rosenmüller. Deshalb ist er enttäuscht darüber, dass es bei anderen Schulen kein Interesse gibt. Eine gut gehende Zusammenarbeit mit dem Beelitzer Gymnasium sei eingeschlafen, nachdem der engagierte Lehrer die Schule verlassen hatte.

2019 war für Astronomen ein spannendes Jahr. Am 16. Juli gab es eine partielle Mondfinsternis. Die zahlreichen Besucher auf dem Turm konnten bei guter Sicht zudem Jupiter und Saturn beobachten. Den sogenannten Merkurtransit – wenn sich der Merkur vor die Sonne schiebt – konnten Interessenten am 11. November verfolgen. Diesen Transit gibt es erst wieder im November 2032.

Und was halten Astronomen von Horoskopen? Morlock und Rosenmüller lachen. „Das können wir nicht ernst nehmen“, sagen sie.

Die Sternfreunde Beelitz

Der Sternfreunde Beelitz e.V. hat sich 2004 gegründet. Die Sternwarte befindet sich im alten Wasserturm in der Karl-Liebknecht-Straße 4a. Das Teleskop ist eine Schenkung des Vereins zur Rettung des Wasserturms.

Nur eines der 20 Mitglieder hat beruflich mit Astronomie zu tun. Vier Frauen gehören zum Team.

Jeden dritten Freitag im Monat bieten die Vereinsmitglieder in der Alten Posthalterei in Beelitz interessierten Besuchern im „Astronomietreff“ Vorträge zum Thema an. 2020 werden u.a. diese Themen besprochen: Sternbilder und ihre Erkennung, Altersbestimmung von Sternen, Historische Instrumente der Astronomie. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Bei klarem Himmel können die Besucher danach in der Sternwarte die Sterne und Planeten beobachten.

Gleich zu Jahresbeginn 2020 – am 10. Januar – kann eine Halbschattenmondfinsternis beobachtet werden. Ab 17.45 Uhr ist der Wasserturm an diesem Tag für Besucher geöffnet.

Höhepunkte im Vereinsjahr werden der Tag der Astronomie am 28. März zum Thema „Venus, Mond und die sieben Schwestern“ und der Tag des offenen Denkmals am 6.September sein. Am letzteren Tag sind nicht nur Wasserturm und Sternwarte geöffnet. Es gibt auch ein Treffen auf freiem Feld, bei dem Sternbilder aufgefunden und bestimmt werden können.

Der Vereinbietet Kindertagesstätten und Schulen Sternwartenbesichtigungen an. Außerdem kooperiert er mit dem Baumwipfelpfad in Beelitz-Heilstätten. Mit Hilfe transportabler Teleskope können die Pfadbesucher den Himmel beobachten.

Einzelpersonen und Gruppen sind willkommen und können sich zu Besuchen anmelden. Die Besichtigungen sind kostenlos.

Die Stadt Beelitzunterstützt den Verein finanziell bei der Kinder- und Schularbeit.

Weitere Infos unter: www.sternwarte-beelitz.de

Wenn Rosenmüller also sagt, 2020 werde ein astronomisch schlechtes Jahr, dann kann man sicher sein, dass er nicht von Vorhersagungen in Horoskopen spricht. Stattdessen meint er, dass es im neuen Jahr in Deutschland nicht viel Spektakuläres zu sehen geben wird. Die ringförmige Sonnenfinsternis am 21. Juni und die totale Sonnenfinsternis am 14. Dezember sind nur an der Südhalbkugel zu sehen.

Aber für die Halbschattenmondfinsternis am 10. Januar und die Supermonde, auch Blutmond genannt, am 9. März und 8. April – der Mond wird sehr nah an der Erde sein – lohnt sich ein Aufstieg über die 183 Stufen auf jeden Fall.

Von Elvira Minack

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