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Potsdam-Mittelmark Streit um den Ausbau der Margaretenstraße
Lokales Potsdam-Mittelmark Streit um den Ausbau der Margaretenstraße
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13:28 21.02.2018
Laut einer Verkehrszählung der Stadt sind etwa 900 Fahrzeuge täglich auf der Margaretenstraße unterwegs.
Laut einer Verkehrszählung der Stadt sind etwa 900 Fahrzeuge täglich auf der Margaretenstraße unterwegs. Quelle: Luise Fröhlich
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Werder

Für einen voll besetzten Saal sorgte das Thema Ausbau der Margaretenstraße beim Bauausschuss der Stadt Werder am Mittwochabend. Viele Anwohner und Vertreter der Nachbarschaftsinitiative waren zu der Sitzung gekommen, um zu erfahren, wie die Straße, die unter anderem am Strandbad entlang führt, künftig aussehen soll. Bauamtsleiter Ralf Schwarzer betonte mehrmals, dass man sich derzeit erst in der Vorplanung befinde und die Verwaltung dringend einen Beschluss und damit eine Grundlage brauche, um überhaupt weitermachen zu können.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatten sich die Anwohner gegen die Pläne der Stadt gewehrt, eine sechs Meter breite Fahrbahn zu bauen. Sie forderten, die Straße nur auf 4,75 Meter zu begrenzen und sie für den Schwerlasttransport zu sperren. Im November gab es noch einmal ein Gespräch mit der Nachbarschaftsinitiative „Margaretenstraße/Am Plessower See“ und dem Bauamt, bei dem ein Kompromiss ausgehandelt werden sollte. „Wir sind hier schon über unsere Schmerzgrenze gegangen“, sagte Bauamtsleiter Ralf Schwarzer. Viele Fragen der Anwohner könnten aber in der Phase der Vorplanung nicht beantwortet werden. „Dass die Straße ausgebaut werden muss, stellt ja niemand infrage“, so Schwarzer weiter. Denn momentan passt nur ein Auto auf die Breite der Margaretenstraße, bei Gegenverkehr muss auf die unbefestigten Wege am Rand ausgewichen werden. Demnach entspricht sie nicht den Standards einer Haupterschließungsstraße.

Anwohner müssen sich an den Kosten beteiligen

Die Baukosten von schätzungsweise 930 000 Euro müssen die Anwohner anteilig mit tragen. Wie der Planer Thomas Habig bei der Sitzung am Mittwochabend erklärte, soll die Fahrbahn nun in dem Abschnitt der beidseitigen Bebauung durch Wohnhäuser nur fünf Meter breit sein. „Ohne den Anwohnern Teile der Grundstücke abzukaufen, kommen wir trotzdem nicht aus“, erklärte er. Die Anwohner aber fürchten zu enge Ein- und Ausfahrten und dass sie ihre Zäune versetzen müssen. Derzeit sei man noch mit sieben Anliegern in der Verhandlung.

„Wir sind im Grundsatz nicht zu einer Übereinkunft gekommen und haben noch erheblichen Diskussionsbedarf“, erklärte Andreas Naumann, ein Vertreter der Initiative. Joachim Lindicke (SPD) schloss sich dem Standpunkt der Initiative an: „Die Interessen sind noch nicht ausreichend berücksichtigt worden.“ Ein gemeinsam mit den Fraktionen Linke und Grüne gestellter Antrag auf Verschiebung des Themas in den nächsten Bauausschuss wurde mehrheitlich abgelehnt.

Fünf Meter Breite reichen laut Planer nicht aus

Die Anwohner fragten sich auch, warum eine Breite von fünf Metern für die gesamte Länge des auszubauenden Straßenabschnitts (etwa 700 Meter) nicht ausreicht. Habig zufolge können sich nur bei sechs Metern zwei Lkws begegnen. Damit die neue Straße nicht zu einer Rennstrecke wird, bleibt die Begrenzung auf 30 Stundenkilometer bestehen, was auch ein wichtiges Anliegen der Bürger gewesen sei. Zusätzlich sollen mehrere Einengungen den Verkehr beruhigen. Für die Sicherheit der Fußgänger und Schulkinder sorgt ein 1,20 Meter breiter Gehweg. Wegen der Fahrbahnverbreitung müssen einige Bäume am Rand des Stadtparks weichen, sagte Habig.

Mehrheitlich ist dieser Vorschlag vom Bauausschuss befürwortet und weiterempfohlen worden. Entscheiden werden die Stadtverordneten darüber in ihrer Sitzung am 9. März. Aber auch danach wollen Bauamt und Planungsbüro weiter mit den Anwohnern in Verbindung bleiben und Details ausarbeiten.

Von Luise Fröhlich