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Potsdam-Mittelmark Auftakt zum Stadtjubiläum
Lokales Potsdam-Mittelmark Auftakt zum Stadtjubiläum
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00:34 09.04.2015
Bäckermeister Gerhard Neuendorff mit einem Stück der kunstvoll verzierten Käsetorte.
Bäckermeister Gerhard Neuendorff mit einem Stück der kunstvoll verzierten Käsetorte.   Quelle: Christel Köster
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Teltow

 Eine Kalorienbombe der besonders leckeren Art vermachten die Bäckermeister Gerhard Neuendorff und sein mehrfach preisgekrönter Sohn Thomas Neuendorff Teltow zum runden Geburtstag. Unter anderem 105 Eier, 15 Kilogramm Magerquark, zehn Liter Sahne, dazu kiloweise Zucker und Mehl steckten in der mit dem 750-Jahre-Logo und Teltower Rübchen verzierten Käsetorte, die am Ostermontag von den Gästen vernascht werden durfte. Zum 750. Teltower Stadtjubiläum kamen die Gratulanten aus nah – darunter Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD), sein Stahnsdorfer Kollege Bernd Albers (Bürger für Bürger), Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein und Landtagsabgeordneter Sören Kosanke (beide SPD) – und fern. Denn auch die Oberhäupter der drei Partnerstädte in Ahlen (Nordrhein-Westfalen), im französischen Gonfreville und im polnischen Zagan waren im Stubenrauchsaal des Rathauses erschienen. Mit dem von RBB-Wetterfee Ulrike Fink charmant moderierten Festakt wurde der Reigen zu den Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums eingeläutet.

Keine Feier ohne Kuchen, keine Feier ohne Geschenke: Im Namen „seiner“ Teltower nahm Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) Kunstwerke aus den Händen seines Amtskollegen Jean-Paul Lecoq und Marian Swiatek entgegen. Allein der Ahlener Verwaltungschef Benedikt Ruhmöller (CDU) hatte das Bild, auf dem der Künstler Martin Hatscher die Marktplätze beider Städte vereint sind, „vergessen, mitzubringen“. Wird nachgeholt.

Keine Feier ohne warme Worte: Eine besondere Liebeserklärung machte Schmidt seiner Stadt: „Wer Eintönigkeit sucht, ist hier fehl am Platz.“ So zeigt das Logo zum Jubiläum eben symbolhaft den Dreiklang aus Teltowkanal, Rübchen und Technologie. Heute zählt Teltow mehr als 25 000 Einwohner, Landrat Wolfgang Blasig (SPD) hält eines Tages sogar 40 000 für möglich, denn: „Diese Stadt hat Potenzial!“

Wer sich wundert, dass es ausgerechnet an einem Feiertag den Festakt mit einem Gottesdienst in der Andreaskirche gegeben hat, dem sei gesagt, dass Markgraf Otto III. höchstselbst am Ostermontag, dem 6. April des Jahres 1265, Teltow das Stadtrecht zuerkannt hatte.

Der nächste Höhepunkt zum Stadtjubiläum wirft schon seine Schatten voraus: Am 23. Mai ist großer Bahnhof am Bahnhof angesagt: Dann bekommt Teltow seinen eigenen S-Bahn-Zug. Das ist nicht ganz wörtlich zu nehmen, aber immerhin spendiert die Deutsche Bahn über ihre S-Bahn-Gesellschaft den Teltowern den Namenszug ihrer Stadt auf der Lok eines S-Bahn-Zuges vom Typ BR 481. „Die Taufe soll auf dem Bahnsteig erfolgen und mit Rübchenschnaps durchgeführt werden“, sagt Stadtsprecherin Andrea Neumann, die mit dem Bereich Stadtmarketing den Tag vorbereitet. Wie sie sagte, werde S-Bahn-Chef Peter Buchner nach der Taufe ein Zugmodell an Teltows Bürgermeister überreichen. Per Unterschrift auf einer Erinnerungstafel wird alles „besiegelt“.

Mit der Zugtaufe in Teltow setzt die S-Bahn Berlin verschiedene Aktionen fort, die anlässlich ihres eigenen 90-jährigen Bestehens im Jahr 2014 begonnen worden sind. Die Zugtaufen in diesem Jahr werden auch von Bahn bezahlt. „Um unsere Verbundenheit zu den Berliner Bezirken und Brandenburger-Gemeinden auszudrücken, wurden die Zugtaufen ins Leben gerufen. Bis Ende 2016 sollen 24 Züge getauft werden. Als Taufpaten wurden die Gemeinden ausgewählt, in denen ein Endbahnhof liegt“, teilte Burkhard Ahlert, Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage mit. Besonders schön sei es, wenn die Taufe mit einem besonderen Ereignis für den Taufpaten verbunden werden kann wie etwa zu den Stadtjubiläen in Bernau (Landkreis Barnim) und jetzt in Teltow (Potsdam-Mittelmark).

Darüber hinaus begeht Teltow an dem Tauftag ein weiteres kleines Jubiläum: Nach dem Mauerfall war der Wiederanschluss der S-Bahn im Jahre 2005, also vor 10 Jahren, erfolgt. Die S-Bahn verkehrt heute im 10-Minuten-Takt zwischen Berlin und Teltow und hatte immerhin 7000 Fahrgäste, die im vergangenen Jahr an einem durchschnittlichen Werktag am S-Bahnhof Teltow-Stadt ein- und ausgestiegen sind. Dort soll sich die Situation für die Pendler noch verbessern, die ihre Pkw und Fahrräder abstellen und in die Bahn umsteigen wollen. Als Ergebnis des Bürgerhaushaltes soll bis zum Jahresende eine Machbarkeitsstudie vorliegen, inwieweit noch mehr Stellplätze für Fahrräder und Kraftfahrzeuge rund um den Ahlener Platz in S-Bahnhof-Nähe eingerichtet werden müssten. „Mehr könnten es wohl immer sein“, sagt Stadtsprecherin Neumann, obwohl auch die öffentlichen Busse quasi vor der Bahnhofstür halten. Momentan gibt es dort 116 Stellplätze für Fahrräder und 74 für Autos.

Zum Vormerken: Am 12. Juli lädt Teltow zum großen Festumzug durch die Stadt ein.

Von Ricarda Nowak und Claudia Krause

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