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Teltow Discofox im Landhotel
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Discofox im Landhotel
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20:33 08.01.2019
Karola und Sebastian Keller, Inhaber der gleichnamigen Tanzschule in Berlin, wollen im Teltower Landhotel Diana künftig Tanzkurse für alle Altersgruppen anbieten. Quelle: Tanzschule Dieter Keller
Teltow

Große Änderungen bringt das neue Jahr in der Teltower Kulturszene mit sich: Der Kulturklub verlässt das Hotel Diana – in dem künftig stattdessen regelmäßig Tanzkurse angeboten werden. Die renommierte Steglitzer Tanzschule Dieter Keller betreibt im Landhotel künftig eine Filiale: „Wir möchten die Tanzkultur in die Region bringen“, sagt Sebastian Keller (31), der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Ehefrau Karola betreibt. Vier bis fünf Kurse für alle Altersstufen sollen ab September im Veranstaltungssaal angeboten werden, ab März ist man bereits mit zwei Tagen – Dienstag und Mittwoch – vor Ort. Auch das beliebte Sonntagsbrunch möchte er wiederbeleben, denn die Kellers werden auch die Küche für Events reaktivieren. Hier hofft er auf eine Kooperation mit der Restaurantkette Tomasa.

Stadt unterstützt Kulturklub

Zusätzlich nimmt das Paar dem Besitzer André Franell die Koordination der Veranstaltungen ab, etwa der Hochzeiten, die in dem ehemaligen Kinosaal stattfinden, und möchten auch eigene Events anbieten, so denkt Keller etwa an ein Seniorencafé mit Tanz. Im September ist jedenfalls erst einmal eine große Eröffnungsparty geplant, Schnupperworkshops sollen helfen, Eindrücke von den Kursen zu gewinnen, die geboten werden.

Damit hat Franell rasch eine effiziente Nachnutzung für den Raum gefunden, nachdem sich der Kulturklub Teltow dazu entschieden hatte, seinen Sitz zu verlegen: „Wir werden ab 2019 unsere Veranstaltungen im Stubenrauchsaal machen, da das Landhotel Diana das Restaurant geschlossen hat, um weitere Hotelzimmer zu bauen“, erklärt Julia Gámez Martín vom Kulturklub Teltow, „Sehr traurig und schade um das Restaurant und die Shows dort. Aber ich hoffe, dass die Leute trotzdem kommen.“ Franell habe ihr für 2020 keine Buchungen zusagen können. „Ich kann nicht dort etwas weiter aufbauen, was keinen Bestand hat.“ Der Bürgermeister habe dem Kulturklub den Stubenrauchsaal angeboten und unterstütze den Klub, so Gámez Martín.

Das Diana-Hotel in Teltow hat sein Restaurant geschlossen, um weitere Hotelzimmer einrichten zu können. Damit hat es dem Kulturklub Teltow eine wichtige Veranstaltungsmöglichkeit entzogen. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Genau dieser Punkt stößt Franell auf: Er hat das Gefühl, der Kulturklub wurde abgeworben. „Ich bin ganz schön enttäuscht von der Stadt Teltow“, sagt er. Dem Klub sei seines Wissens nach angeboten worden, dass Tontechnik, Auf- und Abbau, Marketing und Raumkosten im Stubenrauchsaal übernommen würden – da habe sich Gámez Martín dann wohl aus Kostengründen dafür entschieden. „Da konnte ich nicht mithalten“, ergänzt er.

Hier hakt die Sängerin, die derzeit auch auf Rückmeldungen zu ihren Förderanträgen für den Kulturklub wartet, ein: „Im Grunde ist es einfach schwer, einen wirtschaftlichen und einen künstlerischen Betrieb zusammen zu bringen. Er muss Geld verdienen, wir wollen Kultur machen.“ Durch die neue Lösung würden die Wochenenden im Hotel für Hochzeiten und andere Festivitäten nicht blockiert, und mit der Stadt Teltow habe der Kulturklub einen zuverlässigen Partner. „Deshalb glaube ich, dass es für alle Seiten eine Win-Win-Situation ist.“ Sie wolle Franell aber auf keinen Fall als den Bösen hinstellen. „Es war unsere Entscheidung – mehr Planungssicherheit und Unterstützung von der Stadt.“

Tanzschule startet mit Kinderkurs, Hip Hop und Discofox

Das Landhotel Diana entstand vor rund zwei Jahren nach Umbauten aus dem ehemaligen Kino in der Teltower Potsdamer Straße.

Mit Ende November des Vorjahres wurde der Restaurantbetrieb komplett eingestellt, um stattdessen weitere Hotelzimmer und einen Frühstücksraum einzurichten. Der Veranstaltungssaal sollte bestehen bleiben, ein Caterer wurde dazu angeboten.

Die Tanzschule Keller ist seit 1875 in Berlin etabliert. In Teltow möchte sie mit Kinderkursen (ab drei Jahre), Hip Hop, Grundstufe- und Fortgeschrittenen-Kursen und einem Discofox-Grundkurs starten.

Auch die Kurse in Berlin können von Tanzschul-Mitgliedern besucht werden, so dass insgesamt mehr als 180 Angebote wahrgenommen werden können.

Juia Gámez Martín (32) ist Sängerin und Songwriterin. Sie ist in Teltow aufgewachsen und Mitgründerin des Kulturklubs Teltow. Die Termine des Klubs können unter https://www.kulturklubteltow.de eingesehen werden.

Die Vorwürfe Franells gegenüber der Stadt kann Teltows Pressesprecher Jürgen Stich nicht nachvollziehen: „Der Kulturklub ist auf die Stadt zugekommen und hat um Unterstützung zur Durchführung der Veranstaltungen gebeten“, schildert er. Wie jeder Verein werde auch der Kulturklub etwas dafür tun müssen – das werde alles in einer Kooperationsvereinbarung festgelegt. Es liege jedenfalls im Interesse der Stadt, das kulturelle Angebot zu erhalten, betont er. „Sie sind am alten Standort offenbar nicht mehr klargekommen. Aber dass die Stadt den Kulturklub abgeworben hat – das ist völlig falsch!“

Kleinmachnow als Vorbild

Alles sei sehr plötzlich gekommen, und innerhalb eines Monats habe sie die Shows verlegen müssen, erzählt Gámez Martín. Aus diesem Grund finde auch ein Termin – der von Nessi Tausendschön (25. Mai) – in den Kleinmachnower Kammerspielen statt. Generell würde man gern öfter mit der Kleinmachnower Spielstätte kooperieren, aber das sei noch nicht fix. Das Anliegen des Kulturklubs sei es doch vor allem, die Kultur in der Stadt zu aktivieren, denn Kleinmachnow habe ohnehin schon ein tolles Programm. Ein solches möchte man auch in Teltow weiter anbieten. „Die Sneak Shows werden super angenommen und die Solo Shows auch immer mehr“, erzählt Gámez Martín. Die letzte Show im Diana habe rund 100 Besucher gehabt, das sei toll, ist sie begeistert.

Von Konstanze Kobel-Höller

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