Corona in Potsdam: Teltower Fotograf verschenkt Hochzeits-Foto-Shootings an Corona-Helden
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Teltow Fotograf verschenkt Hochzeitsreportagen an Corona-Helden in Potsdam und Umgebung
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Corona in Potsdam: Teltower Fotograf verschenkt Hochzeits-Foto-Shootings an Corona-Helden

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08:34 31.08.2020
Lassen Sie Ihre Hochzeit wie Linda und Enrico Richter im Juli von Dirk Pagels fotografieren. Quelle: Dirk Pagels
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Potsdam/Mittelmark

Klatschen für Corona-Helden – das allein genügt Dirk Pagels nicht. Der Teltower Fotograf will denjenigen, die in der Shutdown-Krise durchhalten mussten und sogar Gesundheitsrisiken eingingen, etwas Besonderes schenken, ihnen seinen Respekt erweisen: Er verschenkt sich selbst als Hochzeitsfotograf.

Der Fotograf ist fünf Stunden dabei

Zwei Paare aus dem MAZ-Leserkreis aus Potsdam und Potsdam-Mittelmark sollen in den Genuss kommen, dass Pagels sie an ihrem hoffentlich glücklichsten Tag des Lebens fünf Stunden lang begleitet und alles fotografisch festhält. „Ich mache eine Hochzeitsreportage, mit Bildern von der Zeremonie, dem Paar, den Gästen, der Location“, erklärt er.

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Wenn die Braut vor Freude weint ...

Die frischgebackenen Eheleute erhalten die Fotos digital, gemeinsam mit Pagels gibt es noch eine Nachbesprechung und erste Sichtung. „Da wird es oft emotional“, erzählt der Fotograf. „Und wenn mir dann die Braut weinend um den Hals fällt und sagt, dass die Fotos schöner sind, als sie es sich vorstellen konnte – das ist das Schönste überhaupt.“

Alles richtig gemacht hat Dirk Pagels bei der Hochzeit von Sandy und Thiemo in Teltow. Quelle: www.dirkpagels.de

Die einzige Bedingung, die Pagels an die Paare stellt, ist, dass mindestens einer der beiden aus einer Berufsgruppe kommt, die unter Corona besonders zu leiden hat oder hatte. „Das können Pflegekräfte sein, Verkäuferinnen, Polizisten, Feuerwehrleute oder Sanitäter“, nennt er einige Beispiele.

„Mir selbst wurden auch Aufträge für Hochzeiten abgesagt, weil die Paare wegen der Pandemie nicht frei bekamen oder weil ihnen der Termin wegen Corona gestrichen wurde“, sagt Pagels. Andere können sich vielleicht wegen ihrer verringerten Einkommen keinen Fotografen leisten oder konnten für ihren neuen Trauungstermin keinen Profi mehr finden, der Zeit hat.

Auch Einsendungen von „LGBTQ+“-Paaren sind erwünscht

Sie alle sind eingeladen, Pagels ihre Geschichte zu erzählen und sich mit einem sympathischen, gerne auch lustigen Selfie bei ihm unter foto@dirkpagels.de zu bewerben. Pagels betont dabei, dass er sich auch über Mails von „LGBTQ+“-Paaren freuen würde. Einsendeschluss ist Dienstag, der 8. September. Gemeinsam mit einer kleinen Jury-Unterstützung wird er dann entscheiden, wessen Hochzeit er als Fotograf begleiten wird.

Hochzeitsfotos für Corona-Helden

Zählen Sie zur Gruppe der Corona-Helden und Ihre Hochzeitsplanung macht Probleme? Wurde der Termin im Frühjahr wegen der Pandemie gar verschoben? Mussten Sie stattdessen arbeiten? Finden Sie für den neuen Termin keinen Fotografen oder können Sie sich wegen Verdienstausfalls keinen leisten?

Der Teltower Fotograf Dirk Pagels begleitet zwei MAZ-Leser-Paare aus Potsdam oder Potsdam-Mittelmark an ihren Hochzeitstagen für je fünf Stunden und erstellt dabei professionelle Fotos.

Mindestens einer der beiden künftigen Eheleute muss zu einer von Corona betroffenen Berufsgruppe gehören, etwa Pflege, Verkauf, Polizei, Feuerwehr, Sanitäter.

So bewerben Sie sich: Beschreiben Sie ihre Hochzeitssituation und machen Sie ein sympathisches, gern lustiges Selfie (möglichst in hoher Auflösung). Schicken Sie uns alles bis zum 8. September per E-Mail an foto@dirkpagels.de. Gern auch LGBTQ+.

Eine Jury um Dirk Pagels schaut die Bewerbungen an und wählt am Ende zwei Paare aus.

Werden Sie ausgewählt, werden Ihr Selfie, Ihre Geschichte und eine kleine abgesprochene Auswahl Ihrer Hochzeitsfotos in der MAZ (Print und Online) veröffentlicht.

Zwischen den Paaren und dem Fotografen gibt es eine Vor- und eine Nachbesprechung, die Fotos werden digital zur Verfügung gestellt.

Die MAZ nimmt an der Nachbesprechung mit dem Fotografen teil.

Beispielfotos gibt es online unter www.dirkpagels.de.

Da spielt sein Bauchgefühl eine große Rolle. Denn Pagels liebt Emotionen. Das ist auch der Grund, weshalb es ihm besonders viel Spaß macht, Menschen zu fotografieren. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen sind Hochzeiten für ihn nicht eine lästige Routine, sondern eine Leidenschaft. „Weil es das Schönste für mich ist, Menschen glücklich zu machen und Emotionen einzufangen.“ Man müsse sich einfach darauf einlassen. Um gut vorbereitet zu sein, trifft sich Pagels auch vor dem großen Tag mit dem Brautpaar, um es kennenzulernen und den Tag durchzusprechen.

Man merke bei den Fototerminen, wie die Brautleute miteinander umgehen und wie die Ehe laufen könnte, sagt er. Begeistert erzählt Pagels von einem Paar, das sich auf den Tag genau 20 Jahre lang zusammen war, bevor es heiratete. „Das war ihnen wichtig.“ Das Brautauto sei genau 22 Jahre alt gewesen.

Der Teltower Fotograf Dirk Pagels aus Teltow verschenkt zwei Hochzeitsfotoshootings. Quelle: privat

Ihm ist außerdem wichtig, die Eltern und Großeltern bei den Fotos einzubeziehen. „Man weiß nie, wie lange man sie noch hat“, sagt er und erzählt von einer Hochzeit, bei der er Fotos von der Braut und ihrem Großvater gemacht hat. Der Opa sei zwei Wochen danach verstorben – und die Bilder waren dann die einzigen aktuellen, die es von ihm gab. „Heutzutage macht man immer nur schnell mal Fotos mit dem Handy.“

Welche Schicksale unserer MAZ-Leser Dirk Pagels am meisten ans Herz gehen und bei welchen Hochzeiten er als Fotograf dabei sein wird, lesen Sie demnächst ebenfalls hier, wenn wir die beiden glücklichen Brautpaare und ihre Geschichten vorstellen. Natürlich werden wir auch mit dabei sein, wenn Pagels ihnen die Fotos von ihrem schönsten Tag überreicht und das eine oder andere ganz besondere Bild ebenfalls abdrucken.

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Von Konstanze Kobel-Höller

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