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Teltow Ernüchterung: Stahnsdorfer sehen wenig Chancen für die Waldschänke
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Ernüchterung: Stahnsdorfer sehen wenig Chancen für die Waldschänke
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19:35 15.11.2019
Bürgermeister Bernd Albers (BfB) im Gespräch mit Bürgerinnen in der Waldschänke Stahnsdorf. Quelle: Stephan Laude
Stahnsdorf

Nein, potenzielle Investoren waren eher nicht unter den Besuchern, die sich am Freitagnachmittag in der ehemaligen Stahnsdorfer Gaststätte „Waldschänke“ umsahen. Aber Investorensuche war auch nicht Sinn der Einladung der Gemeinde. Vielmehr sollten die Stahnsdorfer Gelegenheit bekommen, sich durch die Besichtigung besser entscheiden zu können, welche Zukunft sie sich für das Gebäude wünschen.

Die Waldschänke in Stahnsdorf. Quelle: Stephan Laude

Viele nutzten den Termin in den traurig-leeren Räumen erst einmal, um Erinnerungen auszutauschen. Bürgermeister Bernd Albers (BfB) war Anfang der 1970er Jahre mit seinen Eltern zum ersten Mal hier. „Die Waldschänke war das erste Haus am Platz“, sagte er; das Lokal, in das man ging, wenn Besuch kam. Eine andere Besucherin erinnerte sich: Es gab dort – in tiefsten DDR-Zeiten – sogar Muscheln. Einen guten Ruf müssen auch die Silvesterfeiern gehabt haben.

Abreißen wurde mehrfach vorgeschlagen

Auch vor diesen Hintergründen machte sich bei den Besuchern Ernüchterung breit. Das Haus müsste auf jeden Fall saniert werden. „Das wird sehr teuer“, sagte ein Besucher. Auch der Raumzuschnitt ist für die meisten Nutzungen nicht ideal. Abreißen und etwas Neues hinsetzen – mehrfach wurde der Vorschlag gemacht. Albers dazu: „Mir fiele ein Abriss der Waldschänke emotional schwer.“ Eine Besucherin machte vor allem die Verwaltung für den desolaten Zustand der Immobilie verantwortlich. Als Eigentümerin sei sie verantwortlich gewesen, das Gebäude in Schuss zu halten.

Die Räume sind leer geräumt – ein trauriger Anblick für alle, die das Lokal von früher kennen. Quelle: Stephan Laude

Zur Nutzung des Hauses – oder eines Neubaus an derselben Stelle – habe der Hauptausschuss am Donnerstagabend seine Vorstellungen geäußert, sagte Michael Grunwaldt (BfB): Kultur, Dienstleistungen, Bürgerhaus, Gastronomie, Jugendfreizeiteinrichtung. Nun haben die Stahnsdorfer das Wort. Interessierte, die den Besichtigungstermin nicht nutzen konnten, haben am 25.November noch einmal die Gelegenheit zu einem Rundgang. Aufgeschlossen wird um 17 Uhr.

Ideale Lage am Kanal und der Straßenbahn

Die „Waldschänke“ war um 1920 herum erbaut worden. Damals befand sich rund um das Grundstück tatsächlich noch Wald. Aber auf dem Teltowkanal herrschte reger Schiffsverkehr. Er beförderte auch Ausflügler nach Stahnsdorf. Außerdem befand sich die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 96 vor der Tür. An der nahegelegenen Machnower Schleuse begann ein Wanderweg nach Neubabelsberg, der auf alten Karten mit dem Zusatz „Schöne Landschaft“ versehen ist. Es lief also gut für das Lokal.

Die Waldschänke Stahnsdorf ist sanierungsbedürftig. Quelle: Stephan Laude

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von der HO und nach der Wiedervereinigung als Familienbetrieb übernommen. Das Haus wurde renoviert und erweitert. Auf den Tisch kam gutbürgerliche Küche. Ende 2017 haben die Pächter, die Familie Lassotta, ihr Lokal aus gesundheitlichen Gründen geschlossen. Über Ausschreibungen versuchte die Gemeinde einen neuen Pächter zu finden – vergeblich. Die Pachtdauer oder die Bedingungen der Finanzierung passten nicht.

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In der Gemeindevertretung wurden schließlich auch Vorschläge diskutiert, das Haus, das auch Namensgeber für den gegenüberliegenden Busbahnhof ist, zu Familienzentrum, Bürgerzentrum oder Kita umzubauen. Auch ein Verkauf stand zur Debatte – für alle Vorschläge gab es ein Für und Wider. Nun sind die Gemeindevertreter auf die Ideen der Bürger gespannt.

Von Stephan Laude

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