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Teltow Hier will Potsdam-Mittelmark weitere Geflüchtete unterbringen
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07:04 05.11.2019
Ein bestehendes Flüchtlingsheim in Teltow – ein weiteres soll entstehen. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Ein neues Übergangswohnheim für Asylbewerber möchte der Landkreis in der Teltower Iserstraße in Modulbauweise errichten. Die Arbeiten dazu sollen noch in diesem Jahr beginnen, 2020 soll die Gemeinschaftsunterkunft mit bis zu 66 Plätzen bezugsfertig sein. Dafür sollen vom Landkreis nächstes Jahr außerordentlich mehr als 2,4 Millionen Euro aufgebracht werden.

Landkreis muss dieses Jahr 841 Geflüchtete aufnehmen

Hintergrund für die Beschlussvorlage, die ab heute in den Kreistagsgremien diskutiert wird, ist die Verpflichtung Potsdam-Mittelmarks, in diesem Jahr 841 Geflüchtete aufzunehmen. Dieser Verpflichtung ist man bisher erst zu rund 60 Prozent nachgekommen. Auch langfristig werden Geflüchtete in Potsdam-Mittelmark untergebracht werden müssen, heißt es in dem Antrag.

Mit Ende September wurden 1725 Personen vom Landkreis betreut. 624 davon lebten in den Übergangswohnheimen in Teltow und Stahnsdorf, die restlichen in Gemeinschaftsunterkünften in Bad Belzig, Michendorf, Werder und Neuseddin sowie in einzelnen vom Landkreis angemieteten Wohnungen.

Nun soll Platz für weitere 66 Geflüchtete in Teltow geschaffen werden  – auf einem kreiseigenen Grundstück in zweiter Reihe in der Iserstraße, neben dem Gesundheitszentrum und hinter der Kita „Pusteblume“.

Garagenkomplex soll Unterkunftscontainern weichen

Derzeit befindet sich auf der rund 675 Quadratmeter großen Fläche ein Garagenkomplex. Laut Teltows Stadtsprecher Jürgen Stich ist das entsprechende Flurstück als „Fläche für den Gemeinbedarf“ gewidmet. Hier dürfen nur Einrichtungen und Anlagen errichtet werden, die der Allgemeinheit dienen, etwa Kitas, Schulen, Kirchen, soziale oder kulturelle Einrichtungen. „Flüchtlingsunterkünfte gelten als soziale Anlagen“, sagte Stich.

Bürgermeister: Geplanter Standort ist nicht geeignet

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt wurde erst kürzlich, am 23. Oktober, mündlich über das Vorhaben informiert. Am Montagabend konnte sich daher das erste Mal ein städtisches Gremium, der Sozialausschuss, mit dem Thema beschäftigen. Schmidt selbst äußert sich jedenfalls nicht grundsätzlich ablehnend zur Aufnahme weiterer Geflüchteter: Erst unlängst habe sich die Stadt der Bewegung „Seebrücke“ angeschlossen und so ihre Bereitschaft erklärt, zusätzlich und kurzfristig gerettete Menschen aufzunehmen. „Ich halte aber das Grundstück für grundsätzlich nicht geeignet“, sagte Schmidt.

Thomas Schmidt (SPD), Bürgermeister Teltow Quelle: Dirk Pagels

Vor einer Entscheidung sollten alternative Standorte in der Region geprüft werden, da noch viele Fragen offen seien. So sei das Areal einer ersten Prüfung zufolge ein „gefangenes Grundstück“, dessen Zuwegung zunächst noch geprüft werden müsse. Auch müssten die Interessen des angrenzenden Gesundheitszentrums und der benachbarten Kita „Pusteblume“, berücksichtigt werden. Hier habe es noch keine Gespräche gegeben, so Bernd Schade, Leiter des Fachbereichs Soziales im Landkreis. Erst wäre der Beschluss des Kreistages abzuwarten. Später sei möglicherweise auch eine Bürger-Informationsveranstaltung geplant, gemeinsam mit der Stadt.

Netzwerk Tolerantes Teltow wirbt für Verständnis

In den sozialen Netzwerken hält sich die Begeisterung für das Vorhaben in Grenzen. Beate Koch vom Netzwerk Tolerantes Teltow hat dagegen Verständnis: „Der Landkreis ist verpflichtet, eine bestimmte Anzahl aufzunehmen, und wenn die Plätze nicht reichen, habe ich damit überhaupt kein Problem.“ Idealer wäre es jedoch, Wohnraum zu schaffen, in dem idealerweise nicht nur Geflüchtete mit Bleibestatus untergebracht würden, sondern auch Einheimische, die günstigen Wohnraum benötigen. Hier könnte die Stadt vom Landkreis unterstützt werden, so Koch.

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Problematisch könnten die zusätzlichen Geflüchteten jedenfalls für die Infrastruktur werden – für die Mitarbeiter im Sozialamt, im Jobcenter, die Schulen oder Kitas. „Die sind jetzt schon ziemlich ausgelastet“, sagte Schade. Ob hier Unterstützung nötig ist, müsse im Einzelfall geklärt werden, wenn es konkreter werde, so der Fachbereichsleiter. Noch wisse man gar nicht, ob Familien oder Alleinstehende nach Teltow kämen. „Gute Erfahrungen haben wir mit einer guten Mischung gemacht. Wie es in einem Jahr sein wird, wissen wir jetzt aber noch nicht.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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